Kämpfer und Karawane

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Bei Gefechten in Kaschmir sind indische Soldaten getötet worden, Frankreichs Präsident Macron wirft der Türkei vor, mit islamistischen Kämpfern aus Syrien in den Karabach-Konflikt eingegriffen zu haben, in Hongkong wurden erneut Demonstranten festgenommen, in Bosnien gab es zwei Tote bei Zusammenstößen zwischen Migranten, in Honduras startete eine neue Migranten-Karawane in Richtung USA und Donald Trump wurde positiv auf Covid-19 getestet.

Drei indische Soldaten in Kaschmir getötet

An der Grenze zwischen Indien und Pakistan in der Kaschmir-Region sind nach Angaben der Regierung in Neu-Delhi zwei indische Soldaten durch pakistanisches Feuer getötet worden, meldet kleinezeitung.at. Die pakistanische Armee hätte am Donnerstag ohne jeden Grund im Sektor Nowgam auf indische Einheiten geschossen, habe Armee-Sprecher Rajesh Kalia erklärt. Zudem sei in der Nacht zum Donnerstag ein weiterer Soldat im Sektor Poonch durch Schüsse der pakistanischen Armee getötet worden.

In beiden Fällen sollen indische Einheiten das Feuer erwidert haben. Indien und Pakistan führten seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 mehrfach Krieg wegen Kaschmir. Indien werfe Pakistan zudem vor, die militärischen Zwischenfälle zu nutzen, um militante Separatisten über die Grenze in den indischen Teil Kaschmirs zu schleusen.

Mindestens 60 Festnahmen bei Protesten in Hongkong

In Hongkong sind bei Protesten anlässlich des chinesischen Nationalfeiertags dutzende Menschen festgenommen worden, meldet kleinezeitung.at. Die Polizei habe am Donnerstag mindestens 60 Festnahmen gemeldet, die meisten wegen „unerlaubter Versammlungen“. In der Metropole seien rund 6.000 Polizisten – doppelt so viele wie gewöhnlich – im Einsatz gewesen, um gegen mögliche Proteste vorzugehen.

Macron wirft Türkei Eingreifen in Karabach-Kämpfe vor

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Regierung in Ankara aufgefordert, Aufklärung über die mutmaßliche Verlegung von dschihadistischen Kämpfern aus Syrien nach Berg-Karabach zu schaffen, meldet dtoday.de. Damit sei „eine rote Linie überschritten worden“, habe Macron in der Nacht zum Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel gesagt. Macron habe Geheimdienstberichte ins Feld geführt, wonach 300 Kämpfer „dschihadistischer Gruppen“ nach Berg-Karabach verlegt worden sein sollen.

Laut Macron seien die Dschihadisten vom syrischen Aleppo über die türkische Stadt Gaziantep in das Kaukasusgebiet gereist. Diese Kämpfer seien „bekannt“ und „identifiziert“. Der französische Staatschef habe von Ankara „Erklärungen“ zu der mutmaßlichen Verlegung der Dschihadisten verlangt. An die NATO-Partner habe Macron appelliert, diesem „Verhalten“ des Bündnismitglieds Türkei entschlossen entgegenzutreten.

EU-Gipfel einigt sich auf Weißrussland-Sanktionen

Die lange Blockade der Sanktionen gegen Weißrussland ist beendet: Die Staats- und Regierungschefs der EU haben in der Nacht auf Freitag auf dem EU-Sondergipfel eine Einigung in der eng verknüpften Türkei-Frage erzielt, meldet orf.at. Damit sei auch der Weg für Sanktionen gegen Minsk frei. Zypern, das bisher eine Einigung abgelehnt hätte, habe eingelenkt.

Spätestens im Dezember würden die EU-Staats- und -Regierungschefs über die Beziehungen zur Türkei Bilanz ziehen, hieß es. Ankara müsse „die Provokationen und den Druck“ beenden, so Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Im Falle solcher erneuter Aktionen durch Ankara wird die EU alle ihre Instrumente und Optionen nutzen“, wird sie weiter zitiert. Damit sei nun auch der Weg für Sanktionen gegen Weißrussland frei. Diese sollten laut Michel sofort in Kraft treten. Nach der Einigung werde umgehend ein schriftliches Verfahren für den formellen Beschluss folgen. Das wäre ein klares Signal der Glaubwürdigkeit der EU. Von der Leyen habe ergänzt, sie sei froh, dass der Weg für die Sanktionen nun endlich frei sei.

Konkret werde es Sanktionen gegen 40 hochrangige weißrussische Funktionäre geben. Doch Staatschef Alexander Lukaschenko befinde sich „nicht auf der derzeitigen Liste“, so Michel. „Aber wir werden die Entwicklungen verfolgen.“

Zwei Tote bei Zusammenstößen zwischen Migranten in Bosnien

Bei Zusammenstößen zwischen Migranten sind in Bosnien zwei Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden, meldet rnd.de. Die Polizei habe am Donnerstag mitgeteilt, zu der Gewalt sei es am Vorabend in der Stadt Bihac im Nordwesten von Bosnien-Herzegowina gekommen. Die verletzten Migranten seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Zehn wären schwer verletzt worden.

Zunächst sei nicht klar gewesen, was die Zusammenstöße ausgelöst habe. Zahlreiche Migranten seien nach Bihac gekommen, weil die Stadt in der Nähe der Grenze zum EU-Mitgliedsland Kroatien liegt. Sie wollen zumeist weiter nach Deutschland.

Neue Migranten-Karawane startet in Honduras in Richtung USA

Hunderte Menschen sind von Honduras zu Fuß in Richtung USA aufgebrochen, meldet orf.at. Es handele sich seit der Verbreitung von Covid-19 um die erste größere Gruppe von Menschen, die auf diesem Wege in Richtung USA aufgebrochen ist. Guatemala, das zwischen Honduras und Mexiko liegt, habe vor etwa zwei Wochen seine Grenzen wieder geöffnet. Örtliche Medien hätten von mehr als 1.000 Menschen berichtet, die in der honduranischen Stadt San Pedro Sula zur Grenze mit Guatemala losgezogen seien. Zwischen Ende 2018 und Anfang 2019 waren mehrere solcher „Karawanen“ bis zur Südgrenze der USA gelangt.

Facebook entfernt Wahlwerbung für Donald Trump

Facebook hat Wahlwerbung von US-Präsident Donald Trump mit kritischen Äußerungen über Migranten entfernt, meldet tagesschau.de. Facebook habe zur Begründung erklärt, die Plattform erlaube nicht, dass Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Einwanderungsstatus als Bedrohung für „Sicherheit, Gesundheit und Leben“ anderer dargestellt würden. In dem Wahlwerbespot habe es geheißen, Migranten könnten ein Gesundheits- und Sicherheitsrisiko für die USA darstellen.

Trump positiv auf Covid-19 getestet

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania sind positiv auf das Coronavirus getestet worden, meldet orf.at. „Wir werden unsere Quarantäne und Erholung sofort beginnen. Wir werden das gemeinsam durchstehen“, habe Trump in der Nacht auf Freitag (Ortszeit) auf Twitter geschrieben. Der Leibarzt des US-Präsidenten, Sean Conley, erwarte, dass Trump trotz seiner Infektion die Amtsgeschäfte „ohne Unterbrechung“ weiterführen könne. Conley habe in der Nacht auf Freitag (Ortszeit) in einer Mitteilung geschrieben, Trump und seiner Ehefrau Melania gehe es gut und die beiden würden während ihrer Genesung im Weißen Haus bleiben.

Paris droht Schließung von Lokalen

Paris droht die Schließung der Bars und Restaurants, meldet orf.at. In der französischen Hauptstadt und den Vorstädten hätte sich die Corona-Lage zuletzt rapide verschlechtert, habe Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Veran gesagt. Sollte sich diese Dynamik bestätigen, werde dort am Montag die „maximale Alarmstufe“ ausgerufen. „Wir werden die Indikatoren am Sonntag mit der Pariser Bürgermeisterin und allen gewählten Vertretern überprüfen.“

Bisher gelte die „maximale Alarmstufe“ im französischen Überseegebiet Guadeloupe und in Marseille. In der südfranzösischen Hafenstadt hätten die Restaurants und Bars daher bereits schließen müssen, wogegen es massiven Protest gegeben habe. In Paris müssten Bars jetzt bereits um 22.00 Uhr schließen, Restaurants dürften länger geöffnet bleiben. Allerdings dürften sie Alkohol nur im Zusammenhang mit einer Mahlzeit ausschenken.

Es gebe eine „sehr besorgniserregende“ Entwicklung in mehreren großen Städten, so Veran. Dazu zählten etwa Lille, Lyon und Grenoble. Auch hier könne bald die „maximale Alarmstufe“ ausgerufen werden.

Ölpreis gibt weiter nach

Die Ölpreise haben im asiatischen Handel am Freitag weiter nachgegeben, meldet ariva.de. Am Vorabend seien die Preise bereits stark gefallen. Zuletzt habe ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 40,16 US-Dollar gekostet. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sei auf 37,90 Dollar gesunken. Damit sehe es für die Rohölpreise auf Wochensicht nach dem zweiten Verlust in Folge aus.

Neben einer immer noch schwachen Nachfrage wegen der Corona-Krise würden auch enttäuschende Nachrichten aus den USA den Ausblick am Markt trüben. Nach ergebnislosen Gesprächen im US-Kongress seien zuletzt die Hoffnungen auf ein neues US-Konjunkturpaket noch vor der Wahl im November geschwunden.

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