„Liberal zu sein, lohnt sich politisch nicht“

FUNDSTÜCK:

Professor Dr. Lars P. Feld ist Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, also einer der „Wirtschaftsweisen“. In der NZZ machte er jüngst in einem Interview einige bemerkenswerte Aussagen. Beispielsweise:

„Die Abkehr von liberalen Prinzipien befürchte ich immer. Denn es lohnt sich politisch nicht, liberal zu sein, vor allem nicht in Deutschland. Mit Appellen an die Selbstverantwortung können Sie bei der Bundestagswahl keinen Blumentopf gewinnen.“ Oder auch hier:

„In den Medien besteht die Tendenz, beim amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt immer auf die USA und Präsident Trump zu schauen. Doch das Problem ist eigentlich China, das unter Präsident Xi Jinping nationalistisch und expansionistisch unterwegs ist. Wir sehen in Hongkong, dass die Idee «ein Staat, zwei Systeme» tot ist, wir sehen die Infrastruktur-Initiative «Belt and Road», Neokolonialismus in Afrika und vieles mehr.“

Und auf die Frage „Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Klimapolitik?“ antwortet er:

„Mit der jetzigen Klimapolitik der Bundesregierung und der EU-Kommission sind wir nicht ganz zufrieden. Wenn man die neuen Klimaziele der Kommission runterdekliniert auf sektorspezifische Einsparziele, ist das der Weg in die Planwirtschaft. Das funktioniert nicht. Man kommt eigentlich nur zurecht mit einem Mix aus einem stark bindenden CO2-Preis, der dann auch die Dimension einer internationalen Einigung hat, einer Begleitung technologischer Art über möglichst technologieneutrale Forschungsinitiativen und einem Rückbau der Regulierungen auf nationaler sowie EU-Ebene.“

Mehr hier: https://www.nzz.ch/wirtschaft/lars-feld-es-lohnt-sich-politisch-nicht-liberal-zu-sein-ld.1579224?reduced=true

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