Kämpfe und Kritik

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Afghanistan gab es wieder zahlreiche Todesopfer islamistischer Anschläge, in Kamerun sind vier Kinder bei einem Angriff auf eine Schule getötet worden, in Berg-Karabach wird weiter gekämpft, in Weißrussland wieder demonstriert, die US-Küstenwache soll gegen chinesische Fischer vorgehen, die das Seerecht verletzen, Italien plant weitere Corona-Maßnahmen und Erdogan mahnt Deutschland wegen der Razzia in einer Moschee.

Mehr als 30 Tote bei islamistischen Anschlägen in Afghanistan

Bei einem Selbstmordanschlag sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul viele Schüler getötet worden, meldet dw.com. Es hätte mindestens 24 Tote und fast 60 Verletzte gegeben, habe das Innenministerium mitgeteilt. Der Attentäter, der sich Zugang zu einem Ausbildungszentrum im westlichen Stadtteil Dascht-e Bartschi habe verschaffen wollen, sei von Sicherheitskräften entdeckt worden. Daraufhin hätte sich der Mann in einer Gasse in die Luft gesprengt und dabei viele junge Menschen mit in den Tod gerissen. Der Islamische Staat (IS) habe inzwischen die Verantwortung für das Bombenattentat übernommen.

Bei einem weiteren Bombenanschlag in der Provinz Ghasni seien neun Zivilisten getötet worden. Ein Sprecher der regionalen Polizeibehörde habe ausdrücklich die Taliban für den Anschlag verantwortlich gemacht. Demnach sei eine Straßenbombe genau in dem Moment explodiert, als ein Bus vorbeifuhr. Trotz der Friedensgespräche, die die Islamisten und die afghanische Regierung derzeit in Kabul führten, habe die Gewalt in Afghanistan zuletzt wieder erheblich zugenommen.

Vier Kinder bei Angriff auf Schule in Kamerun getötet

Bei einem Angriff Bewaffneter auf eine Schule in Kamerun sind mindestens vier Kinder getötet und Dutzende weitere verletzt worden, meldet kleinezeitung.at. Der Überfall habe sich in einer englischsprachigen Region Kameruns in der Stadt Kumba ereignet, wie ein örtlicher Beamter am Samstag mitgeteilt hätte. Die schwer bewaffneten Kämpfer hätten am Morgen die private Mutter-Francisca-Schule gestürmt und das Feuer auf die Kinder eröffnet, habe es geheißen. Zunächst habe sich niemand für den Angriff verantwortlich erklärt.

Weiter Kämpfe in Berg-Karabach

Die Kämpfe um die Südkaukasusregion Bergkarabach toben ungeachtet diplomatischer Bemühungen um ein Ende der Waffengewalt weiter, meldet orf.at. Die armenischen Behörden hätten gestern in Jerewan mitgeteilt, dass die Zahl der getöteten Soldaten um 36 auf 963 angestiegen sei. Die aserbaidschanische Seite mache wegen der Zensurbestimmungen während des geltenden Kriegsrechts keine Angaben zu Verlusten bei den Streitkräften.

Die Militärführung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku habe den Abschuss eines Flugzeugs der armenischen Luftwaffe gemeldet. Jerewan habe das bestritten. Die größte Stadt der Region, Stepanakert, sei laut den Behörden von Bergkarabach von Aserbaidschan wieder unter Beschuss genommen worden.

Am Vortag seien die Außenminister der Kriegsparteien zu getrennten Gesprächen mit US-Außenminister Mike Pompeo zusammengekommen. US-Präsident Donald Trump habe anschließend von Fortschritten auf dem Weg zu einem Ende der Kämpfe gesprochen, sich aber nicht zu Details geäußert.

Proteste in Weißrussland gehen weiter

Vor der großen Sonntagsdemonstration sind gestern wieder Hunderte Frauen in Weißrussland auf die Straße gegangen, meldet orf.at. Bei Regenwetter hätten sie mit weiß-rot-weißen Regenschirmen – angelehnt an die historische Fahne des Landes – im Zentrum der Hauptstadt Minsk demonstriert. „Freiheit für Belarus“ sei auf Fotos von Plakaten von dem Frauenmarsch im Nachrichtenkanal Telegram zu lesen gewesen. Auch in anderen Städten habe es Proteste gegeben.

Bei der großen Demonstration heute stehe diesmal alles im Zeichen eines Ultimatums der Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja. Die 38-Jährige hatte Lukaschenko die Frist 25. Oktober gesetzt, um zurückzutreten und den Weg für Neuwahlen freizumachen. Zwar habe Lukaschenko einige Gefangene aus dem Gefängnis entlassen, mehr Entgegenkommen sei aber nicht in Sicht.

Tichanowskaja organisiere deshalb seit Tagen aus ihrem Exil in Litauen heraus einen Generalstreik im ganzen Land. Beim Samstagsprotest hätten viele Frauen angekündigt, sich an der Aktion an diesem Montag zu beteiligen. Analysten würden aber bezweifeln, dass Tichanowskaja wegen ihres Aufenthalts im Ausland viel bewegen könne.

US-Küstenwache soll gegen chinesische Fischer vorgehen

Die US-Regierung hat angekündigt, Patrouillenboote der Küstenwache in den Westpazifik zu entsenden, um chinesische Fischerei in umstrittenen Seegebieten zu unterbinden, meldet kleinezeitung.at. Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Robert O’Brien, habe die Aktivitäten Chinas im Südchinesischen Meer am Freitag (Ortszeit) „destabilisierend und schädlich“ genannt. Konkret habe er China beschuldigt, „illegal und unreguliert“ zu fischen und Fischerboote anderer Länder zu belästigen.

Die Küstenwache werde laut O’Brien nun sogenannte Schnellreaktionskutter des Typs Sentinel dauerhaft im Westpazifik stationieren. Ziel sei es, bedrohten Fischerbooten zu helfen und die Freiheit der Schifffahrt sicherzustellen. Die maritimen Sicherheitseinsätze sollen auch in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern stattfinden, die über „begrenzte Offshore-Überwachungs- und Verfolgungskapazitäten verfügen“.

Washington werfe China regelmäßig vor, das Seevölkerrecht zu brechen. China eskortiere nach Angaben der US-Behörden regelmäßig chinesische Fischerboote mit Kriegsschiffen, um Fischgründe anderer Länder auszubeuten. Im Juli habe US-Verteidigungsminister Mark Esper der chinesischen Armee vorgeworfen, sich im Südchinesischen Meer unangemessen verhalten und ein vietnamesisches Fischerboot versenkt zu haben.

Erdogan kritisiert Razzia in Berliner Moschee

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Polizeirazzia in einer Berliner Moschee vom Mittwoch als rassistisch und islamfeindlich bezeichnet, meldet n-tv.de. „Ich verurteile stark die während der Zeit des Morgengebets in der (…) Moschee in Berlin durchgeführte Polizeioperation, die die Glaubensfreiheit vollkommen missachtet und die sich ganz offensichtlich von Rassismus und Islamfeindlichkeit nährt, welche Europa jeden Tag etwas näher in die Finsternis des Mittelalters rückt“, habe Erdogan auf Twitter geschrieben. Das türkische Außenministerium habe die Razzia zuvor als ein „weiteres Beispiel für die voreingenommene, diskriminierende und unverhältnismäßige Behandlung der muslimischen Gemeinschaft“ in Deutschland bezeichnet. „Deutsche Behörden müssen die Tatsache verstehen, dass Muslime ein integraler Bestandteil Deutschlands sind und der Ausgrenzung und Marginalisierung ein Ende setzen“, habe das Ministerium am Donnerstag erklärt.

Am Mittwoch hatten etwa 150 Polizisten in Berlin mehrere Firmen und eine Moschee wegen des Verdachts auf Corona-Subventionsbetrug durchsucht. Dabei hätten Beamte 7000 Euro in bar, Datenträger sowie Computer und Akten beschlagnahmt. Bei der Razzia sei es um drei Verdächtige gegangen, die Finanzhilfen über 70.000 Euro beantragt hätten, von denen 45.000 Euro gezahlt worden seien, sagten Staatsanwälte. Ein Teil dieses Geldes soll dabei auf dem Konto der Moschee gelandet sein.

95 Prozent der Corona-Infizierten in Italien sind symptomfrei

95 Prozent der am Covid-19 infizierten Italiener seien symptomfrei, habe der angesehene Virologe Giorgio Palu, Professor für Mikrobiologie und Virologie an der Universität von Padua in einem Zeitungsinterview berichtet, wie kleinezeitung.at meldet. Entscheidend sei die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen eingeliefert würden. „Das ist die Zahl, die die Gefährlichkeit der Lage bezeugt. Dieses Virus hat eine relativ niedrige Letalität, es kann zwar töten, ist aber nicht die Pest“.

Palu habe sich gegen einen landesweiten Lockdown ausgesprochen, wie er in Italien im März und April verhängt worden war. „Als Bürger bin ich gegen einen neuen Lockdown, weil dies für unsere Wirtschaft ein Selbstmord wäre. Als Wissenschaftler bin ich dagegen, weil dies die Bildung unserer Jugend beeinträchtigen würde, die unsere Zukunft sind. Ich bin auch als Arzt gegen einen Lockdown, weil man mit einem Ausgangsverbot Personen, die an anderen Krankheiten wie Krebs leiden, den Zugang zu den Behandlungen versperrt. Dabei ist mit dem Covid-19 eine niedrige Sterberate verbunden. Wir müssen dieser Hysterie ein Ende setzen“, wird Palu weiter zitiert.

Gegen einen neuen Lockdown habe sich auch der Präsident des Obersten Gesundheitsinstituts (CSS), Franco Locatelli, ausgesprochen, dessen Einrichtung die Regierung im Umgang mit der Coronavirus-Epidemie berät. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen sei wesentlich niedriger als im vergangenen Frühjahr. Ein nächtliches Ausgangsverbot auf landesweiter Ebene würde die Gastronomie weiter belasten, die ohnehin in einer schweren Krise stecke. „Ein Lockdown hätte für das Land unerträgliche soziale und wirtschaftliche Folgen“, habe Locatelli im Interview mit der Tageszeitung „Il Fatto quotidiano“ (Samstagsausgabe) gewarnt.

Italien plant weitere Corona-Maßnahmen 

Angesichts einer stark steigenden Zahl positiver Covid-19-Testergebnisse in Italien prüft die Regierung weitere restriktive Maßnahmen, meldet orf.at. Eine nächtliche Ausgangssperre ab 21.00 Uhr werde nicht mehr ausgeschlossen, hätten italienische Medien berichtet. Erstmals rege sich aber auch Widerstand dagegen. In Neapel und in Salerno seien Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Sie hätten Slogans skandiert und Rauchbomben entzündet. Die italienische Regierung befürchte weitere Protestaktionen, sollte es zu einem neuen gesamtstaatlichen Lockdown wie im März und April kommen.

Tausende demonstrieren in London gegen Corona-Maßnahmen

In London haben erneut Tausende gegen die CoV-Maßnahmen der britischen Regierung demonstriert, meldet orf.at. Vom Hyde Park aus seien die Teilnehmer gestern mit Bannern und Plakaten durch das Zentrum der britischen Hauptstadt gezogen und hätten ein Ende der CoV-Beschränkungen gefordert. Der „Guardian“ und die britische Nachrichtenagentur PA sollen von „Tausenden Teilnehmern“ berichtet haben, die Polizei hätte keine Angaben zu den Zahlen gemacht.

Die Demonstranten hätten sich gegen die Maskenpflicht ausgesprochen und die geltenden Maßnahmen als Tyrannei oder Überwachung kritisiert. Aufgerufen zu dem Protest habe unter anderem die Organisation Save our Rights UK.

Polens Präsident Duda mit dem Coronavirus infiziert

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat sich mit dem Coronavirus infiziert, meldet kleinezeitung.at. Dem 48-Jährigen gehe es aber gut, habe das Präsidialamt am Samstag auf Twitter mitgeteilt. Er sei in Quarantäne und stehe in ständigem Kontakt mit den zuständigen Medizinern, nachdem ein Test vom Freitag positiv ausgefallen sei. „Der Präsident ist ein junger Mann. Ich denke, er wird die Infektion ohne Probleme überstehen“, habe Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska dem Radiosender RMF gesagt.

Vitali Klitschko vor der Wahl positiv getestet

In der Ukraine hat sich Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko vor seiner möglichen Wiederwahl als Bürgermeister in der Hauptstadt Kiew mit dem Coronavirus angesteckt, meldet orf.at. Das habe der 49-Jährige gestern in mehreren Sozialen Netzwerken mitgeteilt.

In der ukrainischen Hauptstadt mit ihren rund drei Millionen Einwohnern kandidieren neben Klitschko 19 Mitbewerber um das Bürgermeisteramt. Vor fünf Jahren habe er erst im zweiten Wahlgang mit mehr als 64 Prozent der Stimmen gewonnen. Im restlichen Land seien an diesem Sonntag ebenfalls Kommunalwahlen angesetzt.

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