Angriff und Abkommen

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Kämpfer des Islamischen Staats (IS) brachten eine Küstenstadt in Mosambik zeitweise unter ihre Kontrolle, in Burma gab es mit 114 getöteten Demonstranten den blutigsten Protesttag seit dem Putsch, in Weißrussland gab es nach neuen Protesten zahlreiche Festnahmen, Iran und China unterzeichnen ein Kooperationsabkommen, China verhängt Sanktionen gegen die USA und Kanada und die Union fällt in Umfragen auf 25 Prozent.

Angriff des Islamischen Staats (IS) auf Küstenstadt in Mosambik

Im Nordosten Mosambiks brachten dem Islamischen Staat (IS) zugerechnete Dschihadisten in unmittelbarer Nähe eines internationalen Erdgasgroßprojekts die Küstenstadt Palma unter ihre Kontrolle, meldet orf.at. Unklar sei das Schicksal von Dutzenden Menschen, die sich nach dem Überfall am Mittwoch in ein Hotel geflüchtet hatten. Berichten zufolge sei ein Militärkonvoi in einen Hinterhalt geraten, als er das Hotel teilweise evakuieren sollte. Unter den Evakuierten seien auch ausländische Beschäftigte des unter anderem von den Ölkonzernen Total und ExxonMobil betriebenen Milliardenprojekts. Der Konvoi aus 17 Lastwagen sei kurz darauf angegriffen und mehrere Menschen getötet worden. Nur sieben Lastwagen hätten es laut dem Vertreter aus der Kampfzone geschafft.

Das Nachrichtenportal Pinnacle News habe Luftbilder von den liegen gebliebenen Lkws gezeigt. Was aus den anderen geworden sei, wäre unklar geblieben. Rund hundert Hotelgäste seien laut Berichten an den Strand geflüchtet, wo sie in der Nacht zum Samstag von Militärschiffen abgeholt worden seien.

Die Islamisten hätten nach den Berichten die Stadt Palma in der Grenzregion zu Tansania bereits am Mittwochnachmittag überfallen. Nach Angaben von Augenzeugen seien verängstigte Bewohner der Küstenstadt in einen nahegelegenen Wald geflüchtet, während Mitarbeiter der an dem Gasprojekt beteiligten Firmen im Amarula-Hotel Schutz suchten. Ein Mitarbeiter der Gasanlage habe von vielen Toten gesprochen. Ein Bewohner von Palma, der vor dem Angriff geflohen sei, hätte der dpa erklärt, der Ort sei „vollständig zerstört“ worden. Banken und Geldautomaten wären mit Sprengstoff angegriffen und Militärkasernen und Gesundheitseinrichtungen zerstört worden.

Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) soll unter Berufung auf Augenzeugen von mehreren Todesopfern berichtet haben. Zeugen hätten von auf der Straße liegenden Leichen berichtet sowie von dschihadistischen Kämpfern, die wahllos auf Menschen und Gebäude geschossen haben sollen. Von offizieller Seite seien die Berichte zunächst nicht bestätigt worden. Die Regierung habe am Donnerstag lediglich den dschihadistischen Überfall bestätigt, eine Militäroffensive verkündet und seitdem geschwiegen. Die kleine Küstenstadt Palma liege in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Provinz Cabo Delgado. Seit drei Jahren komme es dort immer wieder zu Angriffen radikalislamischer Gruppen, bei denen den Berichten zufolge mindestens 2.600 Menschen getötet und 670.000 in die Flucht getrieben worden seien. In den vergangenen Jahren hätten die Dschihadisten vor allem kleine Dörfer angegriffen.

Blutigster Protesttag seit Putsch in Burma

In Burma (Myanmar) sind bei erneuten Protesten gestern Augenzeugen und Medienberichten zufolge mindestens 114 Menschen getötet worden, meldet orf.at. Vielen von ihnen habe das Militär in den Kopf geschossen. Trotz dieser drohenden Gefahr, die die Sicherheitskräfte explizit zur Einschüchterung nutzen, seien in Rangun (Yangon), Mandalay und anderen Städten wieder zahlreiche Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen den Putsch vom 1. Februar zu demonstrieren.

Viele Festnahmen bei Protesten in Weißrussland

Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot hat es in Weißrussland vereinzelt neue Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko gegeben, meldet orf.at. Dabei seien Sicherheitskräfte gestern bei Festnahmen teilweise brutal vorgegangen, wie Fotos und Videos in Sozialen Netzwerken zeigen würden.

Das Menschenrechtszentrum Wjasna habe bis zum Abend die Namen von mehr als 170 Festgenommenen aufgelistet. In einem Video sei zu sehen gewesen, wie schwarz gekleidete Einsatzkräfte einen Mann auf einer Wiese zu Boden drückten und Frauen dazwischengingen.

In Aufrufen seien die Proteste zuvor noch als erste größere Aktionen der Opposition in diesem Jahr angekündigt worden. In Medienberichten sei zunächst jedoch keine Rede von Menschenansammlungen in der Hauptstadt Minsk oder anderen Städten gewesen. Die Opposition habe zu kleinen dezentralen Aktionen aufgerufen. Es seien wahllos Passanten etwa an Bushaltestellen festgenommen worden, habe es geheißen. Darunter seien auch mehrere Medienvertreter gewesen, unter ihnen auch ein Korrespondent der Deutschen Welle (DW).

Über den Winter habe es keine größeren Protestaktionen mehr gegeben – auch aus Angst vor Polizeigewalt. Erst am Donnerstag seien zum Tag der Freiheit erstmals wieder Hunderte Menschen gegen Lukaschenko auf die Straße gegangen. Die Behörden hätten von mehr als 200 Festnahmen gesprochen. Ermittelt worden sei zudem gegen Autofahrer, die aus Solidarität mit den Demonstranten auf der Straße gehupt hätten.

Iran und China unterzeichnen Kooperationsabkommen

Der Iran und China haben in Teheran ein Kooperationsabkommen mit einer Laufzeit von 25 Jahren unterzeichnet, meldet kleinezeitung.at. Damit sei der Weg frei für Investitionen Chinas in Milliardenhöhe, habe es am Samstag im Staatsfernsehen geheißen. Im Gegenzug wolle der Iran Öl zu günstigen Preisen liefern. Auch eine Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet sei geplant. Irans Präsident Hassan Rouhani habe die Zusammenarbeit mit China als strategisch bezeichnet. „Wir wollen China als einen großen Handelspartner des Iran“, habe Rouhani laut Webportal des Präsidialamts in seinem Treffen mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi gesagt. China sei bereits jetzt der wichtigste Handelspartner des Iran.

China verhängt Sanktionen gegen USA und Kanada

China hat im Streit über den Umgang mit der Minderheit der Uiguren in seiner Provinz Xinjiang Sanktionen gegen zwei US-Bürger und einen Kanadier verhängt, meldet handelsblatt.com. Betroffen seien die Vorsitzende der US-Beratungskommission für weltweite Religionsfreiheit (USCIRF), Gayle Manchin, und ihr Vize Tony Perkins, habe es am Samstag in einer Erklärung des Außenministeriums in Peking geheißen.

Auch gegen den kanadischen Abgeordneten Michael Chong würden Maßnahmen verhängt. „Die chinesische Regierung ist fest entschlossen, ihre nationale Souveränität, Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten zu wahren“, habe es geheißen. Man fordere die betroffenen Parteien auf, „ein klares Verständnis der Situation zu entwickeln und ihre Fehler zu korrigieren“. Die USA und Kanada hätten zuvor wie die EU-Sanktionen gegen China wegen des Umgangs mit der Minderheit der Uiguren beschlossen.

Kanzleramt warnt jetzt vor impfresistenten Mutationen

Die deutsche Regierung hat vor dem Auftauchen impfresistenter Mutationen in der derzeitigen Corona-Welle gewarnt, meldet kleinezeitung.at. „Wir sind in der gefährlichsten Phase der Pandemie“, habe Kanzleramtsminister Helge Braun der „Bild am Sonntag“ gesagt. Sollten die Infektionszahlen parallel zum Impfen rasant steigen, „wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff“. Dann „stünden wir wieder mit leeren Händen da“, habe Braun gewarnt: „Dann bräuchten wir neue Impfstoffe, dann müssten wir mit dem Impfen wieder ganz von vorne beginnen“. Das müsse unter allen Umständen verhindert werden, wird er zitiert: „Wir dürfen die Chance auf einen weitgehend normalen Sommer nicht dadurch gefährden, dass wir jetzt ein paar Wochen zu früh lockern.“ Deshalb müsse es unter anderem statt der inzwischen wieder zurückgenommenen „Osterruhe“ regionale Ausgangssperren geben. „Damit das Infektionsgeschehen nicht außer Kontrolle gerät, müssen in Regionen mit Inzidenzen über 100 nicht nur Lockerungen zurückgenommen werden, sondern zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.“ Als Beispiele habe Braun „regionale Ausgangssperren am Abend und in der Nacht“ genannt, weil es bei privaten Treffen die höchsten Ansteckungsraten gebe.

Weitere Verschärfungen in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern werden die Corona-Maßnahmen verschärft, meldet spiegel.de. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 seien künftig nächtliche Ausgangsbeschränkungen möglich. Wenn die Corona-Infektionen als lokal nicht eingrenzbar eingeordnet würden, sollten dort von 21 bis 6 Uhr Ausgangsbeschränkungen eingeführt werden, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag in Schwerin mitgeteilt habe.

In Regionen im Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 150 positiven Corona-Testergebnissen pro 100.000 Einwohner sollen zusätzliche Einschränkungen gelten. Dazu zählten etwa Schließungen von Zoos, Tierparks, Museen und Fahrschulen, wie aus dem Beschlusspapier des Landes-Corona-Gipfels hervorgehe.

Von Mittwoch an sei der Friseurbesuch nur noch mit einem negativen Corona-Schnelltest möglich. Vom 6. April an müsse dann auch im Einzelhandel ein Negativ-Test vorgezeigt werden, wie Schwesig erläutert habe.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hätten am Samstag für einen noch härteren Lockdown plädiert.

Falscher Arzt im Impfzentrum Rosenheim

Ein Mann soll ohne Zulassung als Arzt im Rosenheimer Impfzentrum tätig gewesen sein, meldet zeit.de. Seine Approbation hätte der 49-Jährige möglicherweise gefälscht, habe ein Sprecher der Polizei am Samstag mitgeteilt. Zuvor hätte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Die Kriminalpolizei Rosenheim und die Staatsanwaltschaft Traunstein würden nach einer Anzeige der Betreiber des Impfzentrums ermitteln. Bei Durchsuchungen mehrerer Objekte seien dem Sprecher zufolge am Freitag Dokumente sichergestellt worden. Der Mann aus dem Landkreis München sei festgenommen worden. Der Ermittlungsrichter habe am Samstagnachmittag Untersuchungshaft wegen der Vorwürfe der Urkundenfälschung und des Betrugs angeordnet.

Umweltbundesamt dringt auf Halbierung des Fleischkonsums

Der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, dringt auf eine Halbierung des Fleischkonsums in Deutschland, meldet dernewsticker.de. „Wir müssen die Massentierhaltung reduzieren, damit die zu hohen Stickstoffeinträge sinken und Böden, Wasser, Biodiversität und menschliche Gesundheit weniger belastet werden“, habe er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben) gesagt. „Dafür müssen wir uns ehrlich machen und über den zu hohen Fleischkonsum reden.“ Weniger Fleisch würde der Gesundheit und der Umwelt sehr guttun, so Messner weiter.

Schon jetzt werde in Deutschland etwas weniger Fleisch gegessen. „Aber wenn wir wirkungsvoll etwas ändern und uns an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten wollen, dann wäre eine Halbierung des Fleischkonsums in Deutschland das Ziel“, wird der UBA-Chef weiter zitiert. „Das würde die Massentierhaltung reduzieren und hätte vielfältige positive Umweltwirkungen.“

Umfrage: Union fällt auf 25 Prozent

CDU und CSU verlieren in der Wählergunst zwei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche und kommen nun auf 25 Prozent – das sind elf Prozentpunkte weniger als noch vor sieben Wochen, meldet dernewsticker.de. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Kantar/Emnid wöchentlich für die „Bild am Sonntag“ erhebe, setze sich der Abwärtstrend bei der Union damit die vierte Woche in Folge fort. Die Grünen hingegen setzten ihren Aufwärtstrend fort und lägen mit 23 Prozent (+1) nur noch zwei Punkte hinter der Union. Die SPD profitiere nicht von der Schwäche ihres Koalitionspartners im Bund und bleibe unverändert bei 17 Prozent.

AfD und FDP lägen beide unverändert bei jeweils zehn Prozent, die Linke komme in dieser Woche auf neun Prozent (+1). Die sonstigen Parteien würden sechs Prozent (+/-0) wählen. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder habe die Union angesichts der schlechten Umfragewerte vor einer aufkommenden Wechselstimmung gewarnt und einen Aufbruch gefordert.

„Leichte Bewegung“ bei Containerschiff im Suezkanal

Die erhoffte Freilegung des Containerschiffs „Ever Given“ im Suezkanal schreitet in kleinen Schritten voran, meldet kleinezeitung.at. Das Seefahrt- und Logistikunternehmen GAC habe am Samstag von mehr als zehn Schleppern und drei Baggern gesprochen, die im Einsatz seien, um eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt wieder für den Handel freizugeben. Es gebe „leichte Bewegung“. Der Frachter liege aber weiter auf Grund.

Die Schifffahrt auf dem Kanal war bekanntlich eingestellt worden, nachdem das etwa 400 Meter lange Containerschiff auf Grund gelaufen war. Dadurch habe sich Stau von rund 320 Schiffen gebildet. Einen Zeitrahmen für die Freilegung habe Admiral Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, am Samstag nicht nennen können. Bei der Unglücksursache seien sowohl ein technisches Problem als auch menschliches Versagen nicht auszuschließen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.