Kernkraftwerke und Kreuzfahrtschiffe

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Burma wurde wieder scharf auf Demonstranten geschossen, während ein inhaftierter polnischer dpa-Journalist freigelassen wurde, Nordkorea meldet Fortschritte beim Raketenbau, Mexiko meldet einen starken Anstieg der Migrantenzahl, sieben EU-Staaten fordern eine EU-Förderung für den Ausbau der Atomkraft, die Havarie eines großen Containerschiffs könnte den Suez-Kanal noch tage- oder wochenlang blockieren und Venedig verbannt Kreuzfahrtschiffe.

Wieder Schüsse auf Demonstranten in Burma

Im Osten von Burma (Myanmar) haben Sicherheitskräfte nach Angaben von Augenzeugen erneut das Feuer auf Demonstranten eröffnet, meldet kleinezeitung.at. In der Stadt Hpa-An im Teilstaat Karen (Kayin) hätten die Polizisten sowohl Gummigeschosse als auch scharfe Munition gegen Protest-Teilnehmer eingesetzt. Insgesamt seien rund 50 Schüsse gefallen.

Demonstranten hätten am Donnerstagfrüh (Ortszeit) damit begonnen, Sandsäcke als Barrieren auf den Straßen von Hpa-An zu errichten. Kurz darauf hätten zahlreiche Soldaten und Polizisten auf die versucht, die Protestteilnehmer mit Blendgranaten auseinanderzutreiben. Die Demonstranten hätten sich von der Polizeigewalt aber nicht abhalten lassen. Im Verlauf des Tages habe es in der Stadt mehrere Spontan-Demonstrationen gegeben.

In Burma inhaftierter dpa-Journalist wieder frei

Ein in Burma (Myanmar) festgenommener polnischer Journalist, der in Myanmar für die Deutsche Presse-Agentur tätig ist, ist nach knapp zwei Wochen wieder frei, meldet stern.de. Am Donnerstag sei Robert Bociaga vom Flughafen der größten Stadt Rangun (Yangon) in Richtung Polen abgeflogen. Der 30-Jährige war am 11. März in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staats von Soldaten inhaftiert worden. Bociaga habe zu dem Zeitpunkt aus der Region über die Proteste gegen die neue Junta nach dem Militärputsch von Anfang Februar berichtet. In Taunggyi gingen Einsatzkräfte nach Berichten des Nachrichtenportals Myanmar Now auch gestern wieder mit brutaler Gewalt gegen die Bevölkerung vor. In einem Tweet sei von «schrecklichen Bildern» die Rede gewesen. Mindestens vier Menschen sollen getötet und mehrere weitere verletzt worden sein.

Nordkorea meldet Fortschritte bei Raketentechnologie

Nach seinem international kritisierten Test von zwei Kurzstreckenraketen hat Nordkorea von technischen Fortschritten bei der Raketentechnologie gesprochen, meldet orf.at. Bei dem Test gestern wäre der „neue Typ eines taktischen, gesteuerten Projektils“ erfolgreich zum Einsatz gekommen, hätten die Staatsmedien berichtet. Die Entwicklung der Waffe sei „von großer Bedeutung für den Ausbau der Militärmacht des Landes und die Abschreckung gegen alle Arten militärischer Bedrohungen auf der koreanischen Halbinsel“, sei das Politbüromitglied der herrschenden Arbeiterpartei, Ri Pyong Chol, zitiert worden. Ri habe den Test überwacht.

Nach Angaben Südkoreas und Japans hatte Nordkorea zwei ballistische Kurzstreckenraketen im Osten des Landes in Richtung offenes Meer abgefeuert. Es sei der erste Test mit ballistischen Raketen des Landes seit einem Jahr gewesen. Tests mit solchen Raketen seien Nordkorea durch UNO-Resolutionen eigentlich untersagt. Derartige Flugkörper könnten je nach Bauart auch einen atomaren Sprengkopf befördern. Nordkorea sei wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen.

Mexiko meldet starken Anstieg der Migrantenzahl

Mexiko hat einen deutlichen Anstieg der Migrantenzahl aus Mittelamerika gemeldet, meldet kleinezeitung.at. Zwischen 1. Januar und 21. März seien 31.492 Migranten ohne Papiere für Einreise oder Aufenthalt gezählt worden, die über die südmexikanische Grenze gekommen waren, habe das mexikanische Institut für Migration (INM) mitgeteilt. Dies seien rund 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die meisten Migranten aus Mittelamerika würden versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen. Die US-Behörden würden ihrerseits einen starken Anstieg der Migrantenzahl an der mexikanischen Grenze verzeichnen. Die meisten Migranten aus Mittelamerika, die in Mexiko Richtung USA unterwegs seien, sollen aus Honduras stammen. gefolgt von Guatemala und El Salvador.

Sieben EU-Staaten fordern EU-Förderung für Atomkraft

Frankreich, Polen, Ungarn und vier weitere EU-Staaten machen sich in Brüssel für die Atomkraft stark, meldet orf.at. Diese dürfe nicht von der europäischen Klima- und Energiepolitik ausgeschlossen werden, hätten Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und sechs Regierungschefs aus Mittel- und Osteuropa in einem Brief geschrieben. Dieser sei auf der Website der polnischen Regierung veröffentlicht worden. Die sieben Staaten würden nach eigenem Bekunden das neue Klimaschutzziel der EU für 2030 unterstützen. Um das zu erreichen, müsse die Atomkraft aber nicht nur anerkannt, sondern von der EU auch aktiv gefördert werden, heiße es in dem Schreiben weiter, das unter anderen von den Regierungschefs Polens und Ungarns, Mateusz Morawiecki und Viktor Orban, mitgetragen worden sei. Zu der Gruppe gehörten auch Tschechien, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Der Brief sei an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und drei weitere Mitglieder der Kommission adressiert.

Vorläufiges Wahlergebnis bestätigt Patt in Israel

Nach der vierten Parlamentswahl innerhalb von nur zwei Jahren ist ein Ausweg aus der politischen Krise in Israel vorerst nicht abzusehen, meldet handelsblatt.com. Wie aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten vorläufigen Ergebnis hervorgehe, hätten weder die als Unterstützer von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geltenden Parteien noch dessen Gegner eine eindeutige Mehrheit erreicht. Insgesamt sollen 13 Parteien den Einzug ins Parlament geschafft haben. Zünglein an der Waage könne die arabische Partei Raam werden. Nun stünden schwierige und langwierige Gespräche über die Bildung einer Regierung an. Eine weitere Neuwahl noch in diesem Jahr sei ebenfalls nicht ausgeschlossen. Das offizielle Endergebnis werde am kommenden Mittwoch veröffentlicht.

Wochenlange Suezkanal-Blockade befürchtet

Die Blockade des Suezkanals wegen des festliegenden Containerschiffs „Ever Given“ könnte Tage oder gar Wochen andauern, meldet orf.at. Der Eigentümer, die japanische Leasingfirma Shoei Kisen Kaisha, habe gestern mitgeteilt, es sei „extrem schwierig“, das 400 Meter lange und 59 Meter breite Schiff wieder flottzubekommen. Die Kanalbehörde habe offiziell erklärt, die Durchfahrt sei „temporär ausgesetzt“. An beiden Seiten des Kanals würden sich die Schiffe stauen.

Shoei Kisen Kaisha habe mitgeteilt, zusammen mit der Firma Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) „versuchen wir, das Schiff wieder flottzubekommen, aber wir stehen vor extremen Schwierigkeiten“. Die japanische Firma habe sich für den „großen Ärger“, den der Unfall verursacht hat, entschuldigt.

Die Kanalverwaltung habe mehrere Schlepper zur „Ever Given“ entsandt, die mit ihrer Ladung auf dem Weg nach Rotterdam war, als sie festlief und den Kanal in Diagonalstellung vollständig abriegelte. Ein neuer Bagger zur Unterstützung der Arbeiten sei laut AFP unterwegs. Auch ein Team der niederländischen Spezialfirma Smit Salvage habe sich auf den Weg gemacht, wie der Chef der Mutterfirma Boskalis erklärt habe.

Sollte es nicht gelingen, den Containerriesen mithilfe von Schleppern wieder flottzumachen, müsse ein Teil der Ladung vom Schiff geholt werden. Das könne Tage, vielleicht Wochen dauern.

Venedig verbannt Kreuzfahrtschiffe

Kreuzfahrtschiffe in Venedig dürfen künftig nicht mehr in der Nähe des Markusplatzes anlegen, meldet kleinezeitung.at. Nach Regierungsangaben müssten sie künftig im Industriehafen der norditalienischen Stadt vor Anker gehen. Mit dieser Entscheidung solle „ein kulturelles und historisches Erbe geschützt werden, das nicht nur Italien, sondern der ganzen Welt gehört“, habe es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung der Ministerien für Kultur, Tourismus, Umwelt und Infrastruktur geheißen.

Der Industriehafen sei eine „vorübergehende“ Lösung, hätten die Ministerien erklärt. Sie hätten zu Vorschlägen für eine „endgültige Lösung des Problems mit dem Schiffsverkehr in Venedig“ aufgerufen. Es solle ein neues Schiffsterminal außerhalb der Lagune der historischen Stadt geschaffen werden.

Biontech testet nun an jüngeren Kindern

Nach den Konkurrenten Moderna und AstraZeneca haben auch die deutsche Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer begonnen, ihren Coronavirus-Impfstoff an jüngeren Kindern zu testen, meldet orf.at. „Gemeinsam mit unserem Partner Biontech haben wir den ersten gesunden Kindern in einer globalen fortlaufenden Phase 1/2/3-Studie eine Dosis verabreicht“, habe Pfizer gestern der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt.

Mit den klinischen Tests solle die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Vakzins bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren untersucht werden, habe es weiter geheißen. „Wir sind stolz, diese dringend benötigte Studie für Kinder und Familien, die sehnlich auf eine mögliche Impfoption warten, zu machen“, habe Pfizer erklärt. Das Vakzin könne vielleicht ab Anfang kommenden Jahres auch bei dieser Altersgruppe eingesetzt werden.

Laschet will Merz bei Wahlsieg kein Ministeramt geben

Der CDU-Politiker Friedrich Merz kann offenbar nicht mehr mit einem Ministeramt rechnen, sollte der CDU-Vorsitzende Armin Laschet im Herbst Bundeskanzler werden, meldet dernewsticker.de. Das berichte „Bild“ (Freitagausgabe) unter Berufung auf Teilnehmer einer Sitzung der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) am Mittwoch. Danach sei Laschet von Teilnehmern gefragt worden, ob er im Falle der Wahl Merz einen Ministerprosten anbieten würde. Laschet hätte daraufhin geantwortet, es gebe bereits genügend Katholiken und Männer in der CDU, die für ein Ministeramt infrage kämen. Außerdem strebe er im Falle des Wahlsiegs an, jeden zweiten Ministerposten mit einer Frau zu besetzen.

Tesla wegen gewerkschaftsfeindlichen Vorgehens verurteilt

Der Elektroautobauer Tesla ist wegen eines Anti-Gewerkschafts-Tweets seines Chefs Elon Musk und anderen arbeitsrechtlichen Verstößen in den Vereinigten Staaten zur Rechenschaft gezogen worden, meldet faz.net. Die Arbeitnehmerschutzbehörde National Labor Relations Board (NLRB) habe in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil unter anderem die Entlassung eines Mitarbeiters als illegal eingestuft, der sich für die Gründung einer Gewerkschaft eingesetzt hatte.

Tesla müsse den Mann demnach für jegliche Einkommensverluste entschädigen und anbieten, ihn wieder einzustellen. Zudem habe die Behörde angeordnet, dass Musk einen Tweet aus dem Jahr 2018 löschen müsse. Darin habe der Tesla-Chef Mitarbeitern laut NLRB unter anderem widerrechtlich damit gedroht, dass sie Aktienoptionen verlieren würden, wenn sie sich gewerkschaftlich vertreten lassen. Von Tesla und Musk habe es zunächst keine Stellungnahmen gegeben.

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