Protest und Patienten

In Afghanistan gab es wieder einen tödlichen Anschlag, in Moskau gab es ein Spitzentreffen zum Konflikt in Berg-Karabach, die Zahl der Asylanträge blieb trotz aller Corona-Reisebeschränkungen relativ hoch, in Japan wurde eine neue Coronavirus-Variante entdeckt, in Prag gegen die Corona-Politik demonstriert, in Italien öffnen vielerorts die Restaurants wieder und in Deutschland sinken die Zahlen der Covid-19-Patienten in den Intensivstationen.

Drei Tote bei Anschlag in Afghanistan

In Afghanistan sind drei Menschen bei einem Bombenanschlag getötet worden, meldet kleinezeitung.at. Wie ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums am Sonntag mitgeteilt habe, sei ein Fahrzeug, in dem der mittlerweile für eine Einheit der staatlichen Sicherheitskräfte als Sprecher tätige Ex-Journalist Zia Wadan mitfuhr, in Kabul mit einem Sprengsatz angegriffen worden. Wadan und zwei seiner „Kollegen“ seien dabei getötet worden.

Zu dem Angriff im morgendlichen Berufsverkehr in der afghanischen Hauptstadt hätte sich zunächst niemand bekannt. Afghanistans Präsident Ashraf Ghani habe den radikalislamischen Taliban die Verantwortung für den Anschlag zugewiesen. Der Vorfall würde zeigen, dass die Islamisten weiterhin das „unschuldige Leben nehmen und öffentliche Einrichtungen beschädigen“ wollten, habe das Präsidialamt via Twitter erklärt.

In den vergangenen Wochen seien wiederholt teils prominente Afghanen während des chaotischen morgendlichen Berufsverkehrs attackiert worden. Bekannte Politiker, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten wären verstärkt ins Visier von Extremisten geraten. Trotz der Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban hätten die Angriffe in jüngster Zeit wieder zugenommen.

Spitzentreffen zu Berg-Karabach in Moskau

Zwei Monate nach dem Ende der Kämpfe in Berg-Karabach im Südkaukasus will der russische Präsident Wladimir Putin Gespräche über die Lage in der Konfliktregion führen, meldet kleinezeitung.at. Dazu sei ein Treffen mit Aserbaidschans Staatschef Ilham Aliyev und mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan an diesem Montag in der russischen Hauptstadt Moskau geplant, habe der Kreml am Sonntag mitgeteilt.

Thema sei die Umsetzung des Friedensabkommens, das Putin mit Aliyev und Paschinjan vereinbart hatte. Zudem solle es laut Kreml um die Lösung weiterer Probleme und die Unterstützung von Bewohnern in den damals von den Kämpfen betroffenen Gebieten gehen.

Zuletzt hätte es Streit beim Austausch von Kriegsgefangenen zwischen den verfeindeten Ländern gegeben. So habe Armenien dem Nachbarland vorgeworfen, festgesetzte armenische Soldaten nicht als Kriegsgefangene zu betrachten. Das aserbaidschanische Außenministerium hätte den Vorwurf am Samstag zurück gewiesen, hieß es weiter. Diese Soldaten wären zur Sabotage gegen Aserbaidschan eingesetzt worden.

Ungeklärt sei auch der künftige Status von Berg-Karabach. Paschinjan stehe zudem innenpolitisch erheblich unter Druck. Die Opposition mache ihn für die Niederlagen gegen Aserbaidschan verantwortlich.

102.581 Asyl-Erstanträge trotz Corona im Jahr 2020

In der Corona-Krise wurden vielerorts Grenzen geschlossen, Reisen verboten und die Bewegungsfreiheit auf vielen Ebenen beschnitten. Obwohl die internationale Mobilität 2020 so stark eingeschränkt war wie seit Jahrzehnten nicht mehr, gab es weiterhin eine hohe Asylzuwanderung, meldet welt.de. Laut den jetzt veröffentlichten Asylzahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für 2020 seien 102.581 Erstanträge auf Asyl gestellt worden.

Insgesamt seien 122.170 Asylanträge gestellt worden. Diese Zahl beinhalte auch Folgeanträge. Diese würden meist von schon im Land lebenden abgelehnten Asylbewerbern gestellt, die noch einmal versuchen, anerkannt zu werden. Doch auch einige nach einer Abschiebung oder freiwilligen Ausreise wieder einreisende Antragssteller nutzten diese Folgeanträge.

Trotz des deutlichen Rückgangs der Antragszahlen im Corona-Jahr hätten sie noch über dem Niveau der Jahre vor 2013 gelegen.

Tausende demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen in Prag

Tausende Menschen haben am Sonntag in Prag gegen die Verschärfung der Corona-Maßnahmen demonstriert, meldet kleinezeitung.at. Viele hätten keine Masken getragen und keine Sicherheitsabstände eingehalten. Organisiert worden sei der Protest unter anderem von Gastwirten und Fitness-Trainern. Die Polizei habe die Zahl der Demonstranten auf rund 2.000 geschätzt. Am Donnerstag waren die Lockdown-Maßnahmen in Tschechien bis vorläufig 22. Januar verschärft worden. In der Öffentlichkeit dürften sich momentan maximal zwei Personen treffen; Gaststätten und Kulturbetriebe seien geschlossen. Zwischen 21.00 Uhr abends und 5.00 Uhr früh besteht Ausgangssperre.

Israel startet zweite Impfrunde

Drei Wochen nach Beginn der Impfkampagne in Israel sind bereits 20 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden, meldet orf.at. Gesundheitsminister Juli Edelstein habe auf Twitter mitgeteilt, dass rund 1,8 Millionen Israelis die erste Impfdosis erhalten hätten. Gestern habe die Impfung des medizinischen Personals mit der zweiten Dosis begonnen. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (71) hätte bereits seine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die Regierung wolle bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre seien.

Nach Medienberichten hatte Israel eine Vereinbarung mit dem Hersteller Pfizer geschlossen, die das ermöglichen solle. Insgesamt solle Israel zehn Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs erhalten. Israel werde das erste Land sein, das die Krise hinter sich lasse, habe Netanjahu bekräftigt. Israel befinde sich gegenwärtig im dritten Lockdown.

Neue Corona-Variante in Japan entdeckt

Bei vier aus Brasilien nach Japan eingereisten Menschen ist eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, meldet faz.net. Sie sei nicht identisch mit den bisher in Großbritannien und Südafrika nachgewiesenen Erreger-Varianten, habe Takaji Wakita, der Chef der japanischen Gesundheitsbehörde am Sonntag bekannt gegeben. Zur Zeit gäbe es keine Hinweise darauf, dass die neu entdeckte Variante ansteckender sei.

Die vier Personen wären am 2. Januar aus dem Amazonasgebiet in Brasilien kommend, in Tokio gelandet, und sofort am Flughafen Haneda in Quarantäne gegangen, habe das japanische Gesundheitsministerium mitgeteilt. Ein über 40 Jahre alter Mann sei mittlerweile im Krankenhaus, nachdem er akute Atemprobleme entwickelt habe. Zwei andere Passagiere würden unter Symptomen wie Hals- und Kopfschmerzen, sowie Fieber leiden. Eine Person im Teenageralter hätte keine Symptome entwickelt.

Viele Bars und Restaurants in Italien öffnen wieder

Restaurants, Bars und Pizzerien in vielen Regionen Italiens können nach Schließungen ihre Gäste wieder am Tisch bedienen, meldet orf.at. Das gelte in den Regionen, deren Warnstufe wieder auf Gelb geschaltet worden sei, so der Landwirtschaftsverband Coldiretti.

Schlecht sehe es aber noch in den Regionen Lombardei, Emilia Romagna, Venetien sowie in Kalabrien und Sizilien aus. Sie stünden auf Orange. Die Gaststätten dort könnten nur Bestellungen zum Mitnehmen akzeptieren.

In den gelben Zonen dürften die Wirte nun wieder ihre Räumlichkeiten von 5.00 bis 18.00 Uhr für die Gäste öffnen – bis 22.00 Uhr diejenigen, die Essen auch zum Mitnehmen anböten. Die Wiederöffnung komme mit dem für diese Woche geltenden Dekret, das die Regierung unterzeichnet habe.

Weniger Covid-Patienten auf Intensivstationen

Seit Oktober war die Zahl der durch Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten kontinuierlich gestiegen. Am 3. Januar sei mit 5762 der bisherige Höchstwert erreicht worden. Doch seitdem ist die Zahl der belegten Betten gesunken, kontinuierlich über mehrere Tage hinweg, meldet spiegel.de. Aktuell (Stand 10. Januar) seien laut intensivregister.de 5320 Betten durch Covid-19-Patienten belegt.

Protest vor Privatgrundstück von Sachsens Ministerpräsident Kretschmer

Eine Gruppe von etwa 30 Menschen hat am Sonntagmorgen vor dem Privatgrundstück des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (45, CDU) in Großschönau gegen die Corona-Maßnahmen protestiert, meldet bild.de. Sachsens Regierungschef sei sogar an den Gartenzaun gekommen, um mit ihnen über den Lockdown und die Corona-Regeln zu diskutieren. „Er befand sich in seinem Garten und trat mit den Anwesenden ins Gespräch“, habe ein Polizeisprecher erklärt. „Die Konversation verlief friedlich und ohne besondere Vorkommnisse.“ Nach etwa 15 Minuten endete die Debatte demnach und alle Protestler hätten den Ort verlassen.

„Es war für mich keine bedrohliche Situation. Es ist mir wichtig mit den Menschen zu reden, in der Hoffnung, sie zu überzeugen“, habe Kretschmer am Nachmittag gesagt. Als jedoch eine Frau ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund gezogen hab, sei für ihn eine Grenze erreicht gewesen. „Dann habe ich das Gespräch abgebrochen. Das ging zu weit“, wird der 45-Jährige zitiert.

Es sei zu keiner strafbaren oder ordnungswidrigen Handlung gegenüber dem Ministerpräsidenten gekommen, so die Polizei. Die Beamten hätten die Identitäten der Anwesenden festgestellt. Zudem wäre eine Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt worden.

Evangelische Kirche will beim Suizid helfen

Mehrere Vertreter der evangelischen Kirche werben für die Möglichkeit eines begleiteten professionellen Suizids in kirchlich-diakonischen Einrichtungen, meldet orf.at. Das habe die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf eine Stellungnahme berichtet, zu deren Unterzeichnern unter anderem der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, gehörten. Die Landeskirche Hannover habe die Stellungnahme, die die Zeitung am Montag in voller Länge veröffentlicht, am Sonntag bestätigt. Dem „FAZ“-Bericht zufolge würden die Theologen fordern, dass kirchliche Einrichtungen zwar eine bestmögliche medizinische und pflegerische Palliativversorgung sicherstellen sollten, sich dem freiverantwortlichen Wunsch einer Person, ihrem Leben mit ärztlicher Hilfe ein Ende zu setzen, aber nicht verweigern dürften.

„Leider gibt es im Umgang mit Suizidenten durch die Kirche eine lange Schuldgeschichte“, habe die Zeitung die Stellungnahme zitiert. Heute gebiete es dagegen der „aus dem christlichen Glauben entspringende Respekt vor der Selbstbestimmung“, dem Sterbewilligen Beratung, Unterstützung und Begleitung anzubieten.

Schaparow wird neuer Präsident von Kirgistan

Drei Monate nach dem gewaltsamen Machtwechsel in dem zentralasiatischen Hochgebirgsland Kirgistan wird Sadyr Schaparow neuer Präsident des Landes, meldet faz.net. Er habe am Sonntag die vorgezogene Abstimmung nach Auszählung fast aller Wahlzettel mit 79 Prozent der Stimmen gewonnen, wie kirgisische Medien berichtet hätten. Der Zentralen Wahlkommission in der Hauptstadt Bischkek zufolge habe die Wahlbeteiligung bei 38 Prozent gelegen. Schaparow hatte nach den Unruhen im Herbst innerhalb von nur kurzer Zeit vorübergehend die Geschäfte des Präsidenten und des Regierungschefs übernommen.

Die Wähler hätten zugleich bei einem Referendum über eine Verfassungsreform abgestimmt. Trotz niedriger Wahlbeteiligung von 34 Prozent sei es von den Behörden als gültig angenommen worden. Demnach hätten 81 Prozent der Wähler für mehr Befugnisse des neuen Präsidenten gestimmt. Dies bedeute die Wiedereinführung des vor mehr als zehn Jahren abgeschafften Präsidialsystems.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.