Angriff und Abzug

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Somalia sind wieder mehrere Menschen bei einem islamistischen Überfall getötet worden, während die letzten US-Soldaten aus dem Bürgerkriegsland abziehen. In Kabul sind zwei Richterinnen erschossen worden, Israel reagiert auf einen Raketenangriff aus dem Gaza-Streifen, Chinas Wirtschaft wächst auch in der weltweiten Corona-Krise, Australien will seine Grenzen im Jahr 2021 geschlossen halten und die Bahn prüft eine FFP-2-Maskenpflicht.

Mehrere Tote bei islamistischem Überfall in Somalia

Bei einem Überfall im Süden Somalias sind nach offiziellen Angaben fünf Soldaten getötet worden, meldet kleinezeitung.at. Dies habe ein Regierungsvertreter mitgeteilt. Die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab habe sich in ihrem Radiosender Andalus zu dem Anschlag bekannt. Sie hätte die Zahl der getöteten Soldaten mit mindestens zehn angegeben. Die Gruppe kämpfe in dem ostafrikanischen Land seit Jahren um die Vorherrschaft.

Nach Regierungsangaben hätten schwer bewaffnete Kämpfer einen Militärkonvoi in der Nähe des Dorfes Tihsile rund 35 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Mogadischu angegriffen. Der Konvoi sei zunächst von einer am Straßenrand platzierten Bombe getroffen und dann von einer Gruppe Aufständischer beschossen worden.

Sieben Soldaten seien verletzt und vier Terroristen getötet worden, habe der regionale Regierungsvertreter Abdulkadir Sidii der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gesagt. Al-Shabaab kontrolliere in Somalia weite Teile des Südens und des Zentrums. Die Gruppe verübt immer wieder Anschläge auf Zivilisten und Sicherheitskräfte.

USA ziehen Soldaten vollständig aus Somalia ab

Das US-Militär hat seine Truppen vollständig aus dem Bürgerkriegsland Somalia abgezogen, meldet zeit.de. Die geschätzten 700 Soldaten seien in andere afrikanische Länder wie Somalias Nachbarn Kenia und Dschibuti verlegt worden. Wo genau die Einsatzkräfte nun stationiert seien, habe der Sprecher des Afrika-Kommandos, Chris Karns, nicht gesagt. Der Einsatz gehe nun in die nächste Phase des „regelmäßigen Engagements“ mit somalischen Sicherheitskräften.

Der Truppenabzug komme nach Ansicht von Experten zur schlechtesten Zeit für Somalia. Denn die mit dem islamistischen Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Al-Shabaab habe Kenntnisse zum Bau von Bomben hinzugewonnen. Immer wieder greife sie in der Hauptstadt Mogadischu Militär sowie Zivilisten an. In weniger als vier Wochen solle es darüber hinaus Wahlen in Somalia geben.

Zwei Richterinnen in Kabul erschossen

Bewaffnete Angreifer haben in Kabul zwei Richterinnen erschossen, meldet kleinezeitung.at. Die Attentäter hätten den Juristinnen nach Behördenangaben Sonntag früh aufgelauert, als diese in der afghanischen Hauptstadt mit einem Dienstwagen zur Arbeit gebracht worden seien. Beide Opfer hätten am Obersten Gericht Afghanistans gearbeitet. Trotz der laufenden Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban werde Afghanistan derzeit von einer neuen Welle der Gewalt erschüttert.

Zu dem Angriff auf die beiden Richterinnen, bei dem der Fahrer der Frauen verletzt worden sei, habe sich zunächst niemand bekannt. Präsident Ashraf Ghani habe die Taliban für den Überfall verantwortlich gemacht und ihnen vorgeworfen, in Afghanistan einen „unrechtmäßigen Krieg“ zu führen. Durch „Gewalt, Terror, Brutalität und Verbrechen“ werde dieser Krieg nur länger. Wenn die Taliban an Frieden interessiert seien, sollten sie einem Waffenstillstand zustimmen, forderte Ghani.

Israel reagiert auf Raketenangriff aus dem Gazastreifen

Nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hat die israelische Armee Ziele der dort herrschenden Hamas angegriffen, meldet orf.at. Kampfflugzeuge hätten unter anderem Tunnelbaustellen beschossen, habe das Militär heute Früh mitgeteilt. Jegliche Terroraktivität, die auf israelisches Gebiet abziele, werde als sehr schwerwiegend angesehen. Zuvor seien zwei Raketen abgefeuert worden, die im Meer nahe der Stadt Aschdod niedergingen. Die Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Ugandischer Oppositionsführer unter Hausarrest

Der ugandische Oppositionsführer Bobi Wine steht nach Angaben seiner Partei seit der Präsidentschaftswahl unter Hausarrest, meldet kleinezeitung.at. Niemand könne Wine besuchen, habe der Sprecher der Plattform der Nationalen Einheit (NUP), Joel Ssenyonyi, am Sonntag vor Journalisten in Kampala erklärt. Die Opposition habe die am Samstag verkündete Wiederwahl von Präsident Yoweri Museveni als „Maskerade“ bezeichnet.

Laut Angaben der Wahlkommission habe der seit fast 35 Jahren regierende Museveni bei dem Urnengang vom Donnerstag knapp 59 Prozent der Stimmen erhalten, auf den Ex-Sänger Wine seien demnach knapp 35 Prozent der Stimmen entfallen. Laut einer über Wines Twitter-Konto verbreiteten Kurznachricht hätten er und seine Frau seit Donnerstag ihr Haus nicht verlassen können, die Lebensmittelvorräte seien aufgebraucht.

Soldaten und Polizisten hätten das Haus umstellt, habe der Parteisprecher gesagt. Der Abgeordnete Francis Zaake sei am Freitag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er versucht hätte, Wine zu besuchen. Er sei auf dem Weg von Sicherheitskräften verprügelt worden.

Der 76-jährige Museveni steht seit 1986 an der Spitze des ostafrikanischen Staates. Dank einer Verfassungsänderung habe der ehemalige Rebellenführer unbegrenzt für weitere Mandate kandidieren können. Viele Ugander kennen nur Museveni als ihren Präsidenten. Wine habe am Freitag den Sieg bei der Wahl für sich beansprucht.

Chinas Wirtschaft wächst trotz Corona 2020 um 2,3 Prozent

Mit starken Wachstumszahlen hat China die Erwartungen vieler Analysten übertroffen, meldet stern.de. Wie das Pekinger Statistikamt mitgeteilt habe, sei die zweitgrößte Volkswirtschaft im abgelaufenen Jahr um 2,3 Prozent gewachsen. Das Wachstum sei damit größer ausgefallen, als viele Analysten erwartet hätten. China sei damit laut Prognosen die einzige große Volkswirtschaft, die 2020 nicht geschrumpft sei.

Laut der offiziellen Zahlen habe die Wirtschaft zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Nach einem Plus von 4,9 Prozent im dritten Quartal, habe sie im vierten Quartal um 6,5 Prozent im Vorjahresvergleich zugelegt.

Australien will Grenzen für Reisende 2021 nicht mehr öffnen

Australien wird seine Grenzen aller Voraussicht nach in diesem Jahr nicht mehr für Reisende öffnen, meldet orf.at. Wie der medizinische Chefberater der australischen Regierung, Brendan Murphy, dem TV-Sender ABC gesagt habe, seien freie Reisen im Jahr 2021 trotz eines baldigen Starts der Impfkampagne gegen das Coronavirus nicht zu erwarten. Australiens Grenzen seien seit März 2020 für Reisende geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Samsung-Erbe wegen Korruption verurteilt

Der Erbe des Elektronikkonzerns Samsung, Lee Jae Yong, ist heute zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, meldet orf.at. Lee sei wegen Bestechung und Veruntreuung verurteilt und sofort in Haft genommen worden, habe die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Offiziell sei Lee der Vizepräsident von Samsung Electronics, gelte aber als oberster Entscheidungsträger des weltweit führenden Herstellers von Smartphones und Speicherchips.

Berlin ist „Dreh- und Angelpunkt“ vietnamesischer Menschenhändler

Berlin gilt nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) als „Dreh und Angelpunkt“ vietnamesischer Menschenhändler in Westeuropa, meldet dernewsticker.de. Das habe Carsten Moritz, Referatsleiter Menschenhandel beim BKA, dem RBB gesagt. Von zentraler Bedeutung sei dabei ein Industrie- und Gewerbegebiet im Stadtbezirk Lichtenberg, auf dem sich auch viele vietnamesischstämmige Geschäftsleute angesiedelt hätten. Von Berlin aus würden illegal eingeschleuste Vietnamesen an Geschäftsleute in Deutschland und Westeuropa vermittelt. Dort müssten sie dann die Kosten für die Schleusung, 10.000 bis 20.000 Euro pro Person, abarbeiten.

Bei Einsätzen der Polizei sowie der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) wäre man deutschlandweit in Massagestudios, Nagelstudios, aber auch in Restaurants, der Fleisch- oder Schlachtindustrie sowie der Textil- und Reinigungsbranche auf illegal beschäftigte Vietnamesen gestoßen. Die Menschen sollen dort unter „ausbeuterischen Bedingungen“ beschäftigt worden sein.

Deutschland gelte sowohl als Transit- als auch als Zielland. Im vergangenen Jahr sei bei Überprüfungen von Geschäften und Unternehmen festgestellt worden, dass sich unter den illegal Beschäftigten auch Minderjährige befänden. Hinter den Schleusungen stecke „ein riesiges Netzwerk“, welches „in ganz Europa aktiv“ sei und „gewaltige Summen“ umsetze, so das BKA.

Bahn prüft Einführung von FFP2-Maskenpflicht

Die Deutsche Bahn prüft offenbar intern die Einführung einer FFP2-Maskenpflicht in Regional- und Fernzügen, meldet mz-web.de. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet habe, hätte die Bahn deswegen bis April bereits vorsorglich zehn Millionen Masken bestellt. Laut „BamS“ rechne die Bahn allein für die 40.000 Mitarbeiter mit Kundenkontakt mit einem täglichen Bedarf von 80.000 Masken. Dabei werde von einem Verbrauch von zwei Masken pro Tag und Person ausgegangen.

Sollten durch das Unternehmen auch FFP2-Masken an Reisende verkauft oder ausgegeben werden, seien dafür laut interner Planung täglich 6,6 Millionen Stück erforderlich, habe es in der „BamS“ weiter geheißen. Die Kosten für die Masken nur für das eigene Personal seien demnach mit monatlich 2,2 Millionen Euro angegeben worden. Dazu kämen monatlich 1,7 Millionen Euro als Erschwerniszulage für die Betroffenen.

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