Bombe und Bargeld

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Somalia gab es wieder etliche Tote durch einen islamistischen Anschlag, in Burma demonstrierten wieder Zehntausende gegen die Putschisten, russische Sicherheitskräfte gehen weiter gegen Nawalny-Anhänger vor, Deutschland meldet Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe, die Bargeldbestände deutscher Banken sind so hoch wie nie, Südafrika stoppt vorerst den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffs und Ungarn genehmigt den russischen Impfstoff.

Zahlreiche Tote bei islamistischem Anschlag in Somalia

Mindestens 13 Mitglieder der Sicherheitskräfte sind am Sonntag bei einer Bombenexplosion in Somalia getötet worden, meldet kleinezeitung.at. Unter ihnen sei auch ein hochrangiger Kommandant. Die Bombe habe einen Transport getroffen, der zu regionalen Geheimdiensteinheiten des somalischen Bundesstaates Galmudug gehört hätte, habe ein ranghoher Militärvertreter gesagt. Der Konvoi sei in der Nähe der Stadt Dhusamareeb unterwegs gewesen, etwa 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Mogadischu.

Die islamistische Miliz Al-Shabaab habe sich über ihren Sender Andalus zu dem Anschlag bekannt. Die Gruppe habe ihre Angriffe im Bundesstaat Galmudug zuletzt intensiviert, als die föderalen Führer des Landes in Dhusamareeb zusammenkamen.

Zehntausende protestieren erneut gegen Putschisten in Burma

In Burma (Myanmar) haben erneut zehntausende Menschen gegen die Machtübernahme durch das Militär protestiert, meldet deutschlandfunk.de. In der Metropole Rangun seien die Demonstranten begleitet von Hupkonzerten tausender Autos durch die Straßen gezogen, wie Korrespondenten berichten würden. Sie hätten die Freilassung der vom Militär festgenommenen De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gefordert. Auch aus anderen Städten seien Kundgebungen gemeldet worden. Die Proteste seien organisiert worden, obwohl die Militärjunta das Internet gesperrt habe.

In Stadt Rangun seien auch Mönche in safranfarbenen Gewändern an der Spitze der Bürgerbewegung marschiert, wie derstandard.at meldet. Sie hätten mehrfarbige buddhistische Fahnen neben den roten Fahnen geschwenkt, der Symbolfarbe der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) von Suu Kyi. Auch in der Küstenstadt Dawei im Südosten und in der Hauptstadt des Kachin-Staates im hohen Norden seien Tausende auf die Straße gegangen.

Russische Einsatzkräfte gehen weiter gegen Nawalny-Anhänger vor

Russische Einsatzkräfte sind nach den Protesten gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny erneut  gegen regierungskritische Aktivisten vorgegangen, meldet handelsblatt.com. In St. Petersburg und in der Pazifik-Metropole Wladiwostok habe es mehrere Festnahmen und massenhafte Hausdurchsuchungen gegeben, wie in mehreren unabhängigen Portalen im Internetkanal Telegram zu lesen und auf Fotos und Videos zu sehen gewesen sei. Allein in St. Petersburg habe es 30 Einsätze gegeben, wie die Polizei mitgeteilt hätte. Aber auch in Nowosibirsk und anderen Städten seien Unterstützer Nawalnys unter anderem bei Mahnwachen festgenommen worden, wie das Menschenrechtsportal ovdinfo.org am Sonntag berichtet habe.

In St. Petersburg seien viele Straßen am Samstag über Stunden mit Absperrgittern abgeriegelt gewesen. Die Lage ähnele einer Stadt im Ausnahmezustand, die sich auf einen Überfall vorbereite, habe das örtliche Nachrichtenportal fontanka.ru berichtet. Hunderte Polizisten sowie Spezialtechnik hätten bereit gestanden.

Deutschland meldet Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe

Deutschland hat der Nato erneut Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe gemeldet, berichtet handelsblatt.com. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur habe die Bundesregierung für das laufende Jahr einen Betrag von 53,03 Milliarden Euro in die Brüsseler Bündniszentrale übermittelt. Dies entspreche einer Steigerung um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2020 seien die Ausgaben zuletzt auf rund 51,39 Milliarden Euro beziffert worden. In der NATO-Zentrale hoffe man, dass die Erhöhung der Verteidigungsausgaben von Ländern wie Deutschland den transatlantischen Streit um eine fairere Lastenteilung im Bündnis weiter entschärfen könne. Generalsekretär Jens Stoltenberg habe zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass er auch vom neuen US-Präsidenten Joe Biden Druck bei diesem Thema erwarte.

Bargeldbestände deutscher Banken sind so hoch wie nie

Noch nie waren die Bargeldbestände deutscher Banken zum Ende eines Jahres so hoch wie 2020, meldet handelsblatt.com. Dahinter dürften auch die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank stehen. Der Kassenbestand der Kreditinstitute habe sich im Dezember auf etwa 47,5 Milliarden Euro belaufen, wie aus vorläufigen Daten der Bundesbank hervorgehe. Das entspreche einer Verdreifachung gegenüber Ende Mai 2014, dem Monat vor Einführung des negativen Einlagensatzes. Diesen könnten die Banken umgehen, wenn sie die Gelder ihrer Kunden beispielsweise in Tresoren lagern, statt diese bei der Zentralbank zu parken.

„Dass Banken ihr Geld trotz der damit verbundenen Umstände lieber im Tresor als bei der EZB halten, ist eine groteske Folge der Negativzinspolitik“, habe Andreas Schulz, Chef der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, gesagt. Oliver Mihm, Chef der Frankfurter Bankenberatung Investors Marketing, sehe die Zinspolitik ebenfalls als „zentralen Treiber der hohen Kassenbestände“.

Taiwan bestraft Deutsche Bank wegen Währungsspekulationen

Die Zentralbank in Taiwan hat die Deutsche Bank im Kampf gegen Spekulanten für zwei Jahre vom Handel mit Devisenderivaten ausgeschlossen, meldet handelsblatt.com. Dem Frankfurter Geldinstitut werde der Handel mit lieferbaren und nicht lieferbaren Termingeschäften in Taiwan-Dollar untersagt, habe die Notenbank am Sonntag mitgeteilt. Wegen der weltweiten Nachfrage nach Technologieprodukten aus Taiwan sei der Taiwan-Dollar gegenüber dem US-Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als 23 Jahren gestiegen. Allein in den vergangenen zwölf Monaten habe die Währung sieben Prozent gegenüber dem US-Pendant gewonnen. Damit gehöre der Taiwan-Dollar zu den größten Gewinnern in der Region.

Für Unmut habe nach Angaben der Zentralbank ein Fall gesorgt, in dem Firmen, die auf den Handel mit Getreide spezialisiert seien, über ausländische Banken Termingeschäfte abgeschlossen hätten, die so konzipiert waren, dass sie von einem steigenden Taiwan-Dollar profitierten.

Der Nachrichtenagentur zufolge handele es sich um acht Firmen, die mit insgesamt sechs ausländischen Instituten die entsprechenden Geschäfte betrieben hätten. Ende Juli 2020 sollen diese Geschäfte ein Volumen von elf Milliarden US-Dollar erreicht haben. Dies könne die Stabilität des taiwanesischen Devisenmarktes beeinträchtigen, so die Notenbank.

Da sie die Firmenkunden der Banken nicht direkt sanktionieren könne, habe sie sich an die Geldhäuser gewandt. Mit zweien habe sich die Behörde im November einigen können. Die anderen hätten nun ihre Strafe mitgeteilt bekommen.

Laut Reuters habe die Zentralbank Briefe mit Strafmaßnahmen an die Deutsche Bank, Citigroup, ING sowie der Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) für ihre Beteiligung an den Spekulationsgeschäften geschickt. Der zweijährige Handelsausschluss für die Deutsche Bank sei dabei das höchste Strafmaß. Nach Angaben der Notenbank dürften die Niederlassung von ING und ANZ in Taipeh für neun Monate keine Termingeschäfte in Taiwan-Dollar abwickeln. Citi werde für zwei Monate vom Handel mit lieferbaren Taiwan-Dollar-Termingeschäften ausgeschlossen. Die Strafen würden heute in Kraft treten, habe die Zentralbank weiter mitgeteilt.

Laut Regierung Staatsstreich in Haiti vereitelt

In Haiti ist nach Angaben der Regierung ein Staatsstreich vereitelt worden, meldet orf.at. Präsident Jovenel Moise habe gestern gesagt, dass ein Mordanschlag auf ihn verhindert worden sei. Nach Angaben von Regierungschef Joseph Jouthe seien 23 Verdächtige festgenommen worden, unter ihnen ein Richter und ein ranghoher Polizist.

In dem bitterarmen Karibikstaat gebe es derzeit Streit über die Dauer von Moises Amtszeit. Die Opposition sei der Ansicht, dass sein fünfjähriges Mandat gestern endete. Moïse hingegen behaupte, dass er bis zum 7. Februar 2022 gewählt sei. Moise war im Oktober 2015 zum Staatschef gewählt worden. Die Abstimmung sei aber nach massiven Protesten der Opposition und dem Bericht einer Prüfkommission über Unregelmäßigkeiten annulliert worden. Bei der ein Jahr später abgehaltenen Präsidentschaftswahl hätte sich Moïse erneut durchgesetzt und im Februar 2017 vereidigt. Die für 2018 geplanten Parlaments- und Kommunalwahlen in Haiti hätten bis heute nicht stattgefunden. Die USA hatten die Regierung des in Port-au-Prince am Freitag aufgerufen, eine „freie und faire Parlamentswahl“ zu organisieren.

Südafrika setzt Einsatz von AstraZeneca-Impfstoff aus

Die südafrikanische Regierung wird den Einsatz des Impfstoffes des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca aussetzen, solange Wissenschaftler noch über die beste Verwendung der Arznei beraten, meldet dw.com. Dies habe Gesundheitsminister Zweli Mkhize angekündigt. Zuvor hätte das Pharmaunternehmen eingeräumt, dass der Impfstoff bei einer mild verlaufenden Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus nur begrenzten Schutz biete.

Neue vorläufige Studiendaten der Universitäten Oxford und Witwatersrand, die AstraZeneca an diesem Montag veröffentlichen will und über die bereits die „Financial Times“ berichtet habe, sollen zeigen, dass das Vakzin bei der Variante B.1.351 wohl weiterhin wirksam gegen schwere Verläufe sei, allerdings leichte Erkrankungen weniger verhindere. Die Aussagekraft der Daten sei dem Bericht zufolge begrenzt, da der Großteil der 2000 Probanden der Studie jung und gesund gewesen seien.

Ungarn genehmigt russischen Corona-Impfstoff

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V kann in Ungarn verimpft werden, meldet kleinezeitung.at. Das Zentrum für Nationale Volksgesundheit (NNK) habe nach Beendigung der nötigen Untersuchungen die Genehmigung erteilt, habe der ungarische Gesundheitsminister Miklos Kasler am Sonntag auf Facebook mitgeteilt. Damit nutze das EU-Land Ungarn nun auch einen Impfstoff, den die Europäische Arzneimittelbehörde EMA noch nicht zugelassen habe. Der Minister hätte weiter erklärt, dass im Kampf gegen Corona vier Impfstoffe in Ungarn zur Verfügung stünden: Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Sputnik V. Der rechtsnationale Premier Viktor Orban hatte bereits am Freitag angekündigt, dass in der kommenden Woche mit der Verabreichung des russischen Impfstoffes begonnen werden könne. Ungarn habe insgesamt zwei Millionen Dosen von Sputnik V bestellt, die innerhalb von drei Monaten eintreffen sollten.

14 geimpfte Senioren positiv auf Corona-Variante getestet

In einem Alten- und Pflegeheim in Belm im Landkreis Osnabrück hat es einen Ausbruch der britischen Variante des Coronavirus gegeben, meldet gmx.net. Bei 14 Senioren sei das Virus B 1.1.7. nachgewiesen worden obwohl alle Bewohner am 25. Januar zum zweiten Mal geimpft worden seien, habe der Landkreis am Sonntag mitgeteilt. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien seien unter Quarantäne gestellt worden.

Bisher gebe es nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnern, was eine positive Wirkung der Impfung sein könne, habe der Pressesprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff, mit Verweis auf Angaben des zuständigen Amtsarztes gesagt. Geimpft worden sei mit dem Produkt von Biontech/Pfizer. Wann sich die Bewohner genau infiziert hätten, sei unklar.

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