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Islamisten morden in Paris und die deutsche Politik ist in der Folge vor allem um die Sicherheit hier lebender Muslime und hiesiger Moscheen bemüht. Auch dass der gute Ruf des Islam in der deutschen Öffentlichkeit Schaden nehmen könnte und die Islamophobie zunimmt, besorgt einen Großteil der deutschen Eliten. Vergessen sind die Islamkritiker, die auch hierzulande von Islamisten mit dem Tode bedroht werden und unter Polizeischutz stehen.

Es ist bezeichnend, um wen sich die Verantwortungsträger der deutschen Politik und auch viele Kommentatoren und Leitartikler nach den islamistischen Morden und Terrorakten zuerst kümmern. Nach den Beileidsbekundungen für die Opfer ging es zuvörderst darum, dass die hier lebenden Muslime nicht unter Misstrauen und Argwohn leiden dürften und die Menschen, die schon jetzt die schleichende Islamisierung fürchten, kein zusätzliches Argument für ihre Islamkritik bekommen.

Während die Politik deshalb den Schulterschluss mit den islamischen Verbänden suchte – islamistische Tendenzen in deren Reihen zu hinterfragen, wäre natürlich bei diesem Anlass völlig unangemessen – wurde eine kleine Gruppe von deutschen Mitbürgern nahezu ignoriert. Es gibt auch hierzulande Menschen, die ernstzunehmende islamistische Morddrohungen bekommen und in Deutschland nur unter Polizeischutz leben können. Nach deren Reaktionen auf den Terror in Paris wird eher selten gefragt. Natürlich fürchten die, die ihren Unwillen, sich mit einer ausbreitenden und immer wirkmächtigeren totalitären Ideologie auseinanderzusetzen, gern hinter wolkiger Toleranz-Rhetorik verstecken, die unbequemen Antworten. Hamed Abdel-Samad beispielsweise, der nach Erscheinen seines Buches „Der islamische Faschismus“ Polizeischutz benötigt, hat sich schon früher klar dazu geäußert, wie fließend die Grenzen zwischen den friedlichen Muslimen und ihren islamistischen und gewaltbereiten Brüdern oft sind. Nach den Anschlägen zitierte ihn der FOCUS: „Appellieren möchte ich auch an die friedliche Mehrheit der Muslime, andere Schlüsse aus dieser Tragödie zu ziehen. Es reicht nicht aus, wie nach jedem Anschlag zu behaupten, dieser habe mit dem Islam nichts zu tun. An alle Imame appelliere ich, statt reflexartig und apologetisch das Image des Islam aufzupolieren, sich und ihre Anhänger zu fragen, welche authentischen Elemente im Islam für den Hass verantwortlich sind. Und wie kann man diese Elemente neutralisieren? Wie viele Menschen müssen noch sterben wegen eines Mannes, der vor 1.400 Jahren gestorben ist“. (Quelle)

Aber genau diese Fragen weichen die muslimischen Funktionäre in Deutschland aus und von der deutschen Politik werden sie in diesem Kurs bestärkt.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel rief beispielsweise zur Allparteien-Großdemonstration für Frieden und Toleranz auf. Tenor: Den Terroristen soll es nicht gelingen, die Gesellschaft zu spalten. Abgrenzen will er sich mit dieser Demonstration aber dennoch, nicht vorrangig von hiesigen Islamisten, aber von PEGIDA und AfD. Die würden ja den islamistischen Terror für ihre Zwecke schamlos ausnutzen.

Die „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“ (DITIB) – ein Verband, der als Anhängsel der Türkischen Religionsbehörde in Ankara agiert – ist hingegen selbstverständlicher Partner. Deren Generalsekretär Bekir Alboga, hatte auch nach den Morden an den Charlie Hebdo-Redakteuren keine Skrupel, im Deutschlandfunk ersteinmal die Grenzen der Pressefreiheit anzumahnen: „Schauen Sie, man müsste natürlich sagen: Meinungsfreiheit verteidigen wir alle. Aber ob man den Führer, sozusagen den Prophet, den Vermittler einer Weltreligion – ich habe mir die Karikatur nicht angeschaut, aber muss man jetzt den Propheten Mohammed mit einer Handgranate malen? Ist das auch nicht eine Provokation? Man kann das so verstehen, man möchte provozieren. Man darf provozieren. Aber zählen die Gefühle der Muslime nicht? Gibt es auch nicht für die Muslime Werte, die man mit Respekt behandeln sollte? Wollen wir nicht einen Weltfrieden? Wollen wir nicht friedlich zusammenleben? Müssen wir uns ständig gegenseitig provozieren? Ich würde momentan zum Beispiel auf jede Provokation verzichten“.In diesem Sinne hat schon der Cartoonist Ralf König eine Islam-Karikatur aus dem Netz genommen und dies mit der Angst vor den Islamisten begründet: „Mein Agent forderte mich inständig auf, auch den – alten – Cartoon hier auf Facebook zu löschen, den ich noch mal gepostet hatte. Das war mir die bitterste Pille, und mit ‚Bild löschen‘ war dann auch noch der Text dazu weg! Das muss aussehen wie Schwanz einziehen und Rückzieher, und ist es letztlich ja auch. Ich bin nicht stolz darauf, aber auch nicht interessiert, jetzt von den Medien nach vorne geschoben zu werden, da habe ich seinerzeit im Zusammenhang mit dem Karikaturenstreit um Jyllands Posten bereits ungute Erfahrungen gemacht“. (Quelle)

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