Gastronomie und Gender-Sprache

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

In Hongkong wurde für die Freilassung inhaftierter Demokratie-Aktivisten demonstriert, Marokkos Regierung will alle Kontakte mit der deutschen Botschaft abbrechen, in Nigeria sind hunderte entführte Schülerinnen freigelassen worden, die Bundesbank erwartet eine steigende Inflation, in Österreich soll im März die Gastronomie wieder öffnen dürfen, Volvo will ab 2030 nur noch Elektroautos bauen und bei Audi soll ab sofort in Gender-Sprache kommuniziert werden.

Demonstrationen in Hongkong gegen Verfolgung von Demokratie-Aktivisten

In Hongkong haben am Montag Hunderte Anhänger der Demokratiebewegung für die Freilassung von 47 Aktivisten demonstriert, denen eine „Verschwörung zum Umsturz“ vorgeworfen wird, meldet kleinezeitung.at. Die Demonstranten hätten sich vor dem Gericht im Stadtteil Kowloon versammelt, in dem zeitgleich gegen die Regimekritiker verhandelt wurde. Es sei die größte Kundgebung seit Monaten gewesen, da Menschenansammlungen unter Verweis auf die Corona-Pandemie lange Zeit verboten waren.

In der mehr als zwölfstündigen Gerichtsverhandlung, die sich bis tief in die Nacht gezogen habe und bei der es um Kautionsanträge für die Beschuldigten gegangen sei, soll eine der Angeklagten in Ohnmacht gefallen sein. Das Gericht habe den Prozess vertagt. Wie Hongkonger Medien übereinstimmend berichtet hätten, solle die Anhörung am Dienstag fortgesetzt werden.

Marokko bricht „jeglichen Kontakt“ zu deutscher Botschaft ab

Marokko will nach Angaben aus marokkanischen Diplomatenkreisen „jeglichen Kontakt“ mit der deutschen Botschaft in Rabat aussetzen, meldet n-tv.de. Hintergrund seien „tiefgreifende Missverständnisse“ zwischen Marokko und Berlin, etwa in der Westsahara-Frage, habe es geheißen. Marokkanische Medien hätten aus einem Brief von Außenminister Nasser Bourita an Regierungschef Saad-Eddine El Othmani zitiert. In dem Schreiben würden alle Ministerialabteilungen aufgerufen, „jeden Kontakt und jede Interaktion“ sowohl mit der deutschen Botschaft als auch mit ihr verbundenen Organisationen und politischen Stiftungen „auszusetzen“. Ausnahmen müssten dabei explizit vom marokkanischen Außenministerium genehmigt werden.

Eine offizielle Mitteilung von marokkanischer Seite gebe es bislang nicht. „Wir haben die Medienberichte zur Kenntnis genommen“, habe es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin geheißen. Die genauen Hintergründe für den Schritt seien unklar.

Hunderte entführte Schülerinnen in Nigeria freigelassen

Fünf Tage nach ihrer Entführung aus einem Internat im Nordosten Nigerias sind hunderte Schülerinnen wieder frei, meldet orf.at. Die Mädchen seien freigelassen worden und bei guter Gesundheit, habe der Gouverneur des Bundesstaats Zamfara, Bello Matawalle, der Nachrichtenagentur AFP gesagt. „Ich freue mich, berichten zu können, dass die Mädchen freigelassen wurden“, habe Matawalle gesagt. Die Schülerinnen befänden sich derzeit im Regierungsgebäude in Zamfara. Bewaffnete Angreifer hatten in der Nacht auf Freitag das Mädcheninternat in Jangebe überfallen und 317 Schülerinnen verschleppt.

Sturmgewehr der Bundeswehr soll doch wieder von Heckler & Koch kommen

Das neue Sturmgewehr für die Bundeswehr wird nicht vom Waffenhersteller Haenel gebaut, meldet tagesschau.de. Wie dem ARD-Hauptstadtstudio aus verteidigungspolitischen Kreisen bestätigt worden sei, habe das Verteidigungsministerium seine frühere Entscheidung entsprechend revidiert. Das Ministerium führe als Begründung konkrete Hinweise auf Verletzungen von Patenten an, die den Konkurrenten Heckler & Koch und Magpul gehörten. Haenel aus Suhl hatte sich im September bei dem Bieterverfahren für 120.000 Waffen überraschend gegen den Oberndorfer Traditionslieferanten Heckler & Koch durchgesetzt. Gegen den Zuschlag habe Heckler & Koch Beschwerde eingelegt. Als einziger verbleibender Bieter solle das Unternehmen nun zum Zuge kommen, habe das Ministerium gegenüber Bundestagsabgeordneten erklärt.

Es wird nun erwartet, dass Haenel seinerseits eine Beschwerde bei der Vergabekammer einlege. Die Waffenfirma gehöre einem arabischen Rüstungskonzern.

Bundesbank erwartet Inflation von zwei Prozent

Die Deutsche Bundesbank erwartet für das Jahr 2021 einen deutlichen Anstieg der Inflation, meldet berliner-zeitung.de. Erstmals ziehe die Bundesbank in ihren aktuellen Analysen nicht mehr den deutschen Verbraucherindex (VPI) heran, sondern den Harmonisierten Verbraucherpreisindex der Europäischen Union (HVPI). Dies werde Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nach Informationen der Berliner Zeitung am Mittwoch in einer Pressekonferenz erläutern. Demnach rechne die Bundesbank für das laufende Jahr mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,0 Prozent, in einzelnen Monaten könne die Spitze bei drei Prozent liegen. Der Umstieg auf den HVPI habe die Bundesbank mit der Tatsache erklärt, dass der EU-Index aktueller sei und daher die Preisentwicklung realistischer abbilde als der deutsche Index. So würden im HVPI Waren, die man auch im Lockdown kaufen könne, stärker gewichtet als solche, die wegen der Corona-Schließungen nicht erworben werden könnten.

Tschechien ordnet Massentests in Firmen an

Tschechien ordnet verpflichtende Coronavirus-Massentests in allen mittleren und großen Unternehmen an, meldet orf.at. Das habe die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis bei einer Kabinettssitzung gestern Abend beschlossen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollten rund 2,1 Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Danach würden wöchentliche Intervalle gelten. Ausgenommen seien Kleinbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten.

Für Firmen und Beschäftigte sei die Teilnahme obligatorisch. Die gesetzliche Krankenkasse übernehme die Kosten der Coronavirus-Antigen-Tests. Alternativ könnten auch Selbsttests zum Einsatz kommen, die mit umgerechnet rund zweieinhalb Euro je Test bezuschusst würden. Bei Missachtung drohten den Unternehmen empfindliche Geldstrafen.

Österreich will Gastronomie im März wieder öffnen

Österreich geht trotz zuletzt gestiegener Zahlen positiver Corona-Testergebnisse seinen Weg der schrittweisen Öffnung auf regionaler Ebene weiter. Ab 15. März werde es im westlichsten Bundesland Vorarlberg zu Lockerungen kommen, habe Kanzler Sebastian Kurz am Montag angekündigt. Davon würden der Sport, die Kultur und die Gastronomie profitieren. Für den Rest des Landes gelte das Ziel, dass ab 27. März zumindest Gastronomie im Freien möglich werde. „Wir beginnen outdoor, bevor wir uns an weitere Indoor-Öffnungsschritte heranwagen können“, habe Kurz gesagt.

Bei den Lockerungen sollten weiterhin Zutrittstests eine zentrale Rolle spielen. Jede Woche werde aktuell etwa ein Viertel der österreichischen Bevölkerung getestet.

Im April solle möglichst auch die Hotellerie wieder öffnen, habe Kurz gesagt. Aber es bleibe dabei, dass die weiteren Schritte von der Entwicklung bei den Neuinfektionen abhingen.

WHO: Kein Ende der Pandemie vor 2022

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht nicht von einem Ende der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus, meldet kleinezeitung.at. Die Vorstellung, dass mit dem Virus bis zum Jahresende abgeschlossen werden kann, sei „verfrüht und unrealistisch“, habe WHO-Notfalldirektor Michael Ryan am Montag vor Journalisten in Genf gesagt. Ryan habe gesagt, dass das Virus weiterhin die Kontrolle behalten werde. Allerdings könnte man durch die Impfungen die Zahl der Hospitalisierungen und Todesfälle senken.

15 Tote im Kongo wegen „nicht identifizierter“ Krankheit

Im Westen der Demokratischen Republik Kongo sind nach Behördenangaben 15 ältere Menschen an einer bisher nicht entschlüsselten Krankheit gestorben, meldet kleinezeitung.at. Die „noch nicht identifizierte“ Krankheit, an der die Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren starben, trete im Gesundheitsbezirk Kasongo-Lunda auf, habe der Gouverneur der Provinz Kwango, Jean-Marie Peti-Peti, am Montag der Nachrichtenagentur AFP gesagt. Die Kranken litten demnach an Kopfschmerzen, Fieber und an Atemproblemen.

Die Gesundheitsbehörden des Landes seien vor Ort im Einsatz, habe Peti-Peti gesagt. Proben seien bereits für weitere Tests an das biomedizinische Forschungsinstitut des Landes geschickt worden. In der Region traten bisher Fälle von Covid-19 und dem Chikungunya-Fieber auf. In der Gegend mangelt es an medizinischer Versorgung und Infrastruktur.

Volvo will ab 2030 nur noch reine E-Autos bauen

Volvo kündigt den kompletten Abschied vom Verbrennungsmotor an, meldet orf.at. Ab 2030 wollen die zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Schweden demnach nur noch reine Elektroautos bauen und verkaufen, wie das Unternehmen in Göteborg mitgeteilt habe. „Es gibt keine langfristige Zukunft mehr für Autos mit Verbrennungsmotor“, habe Volvos Technikvorstand Henrik Green erklärt.

Volvo-Cars-Chef Hakan Samuelsson wolle auch im Verkauf einen radikalen Schnitt wagen. Künftig sollten die reinen Elektroautos von Volvo nur noch im Direktvertrieb über das Internet verkauft werden. Schon den neuen reinelektrischen XC40 Recharge Pure Electric des Modelljahres 2022 solle es nur noch online geben.

Bei Audi wird ab sofort gegendert

Der Ingolstädter Autobauer Audi will ab sofort nach innen und außen auf eine gendergerechte Sprache setzen, meldet focus.de. „Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität sind die Basis unserer Unternehmenskultur, dies machen wir auch in unserer Sprache deutlich“, habe Personalchefin Sabine Maaßen vom Audi-Vorstand der „Augsburger Allgemeinen“ gesagt. Gendersensibel zu kommunizieren sei eine Frage des Respekts und Ausdruck einer Haltung gegen Diskriminierung und für Vielfalt, habe sie betont.

Die Regelung gelte demnach seit 1. März. Eine Projektgruppe „Gendersensible Sprache“ habe der Zeitung zufolge zuvor ein Jahr lang intensiv an Richtlinien gearbeitet, die Audi ihren Beschäftigten ab sofort für die interne und externe Kommunikation an die Hand gebe. In dem dreizehnseitigen Dokument würden mehrere Möglichkeiten aufgezeigt: So könnten sowohl Begriffe verwendet werden, die das Geschlecht unsichtbar machen, wie neutrale Bezeichnungen, Partizipformen oder Passivkonstruktionen, als auch eine Variante, die alle Geschlechter bewusst sichtbar mache.

Audi habe sich dabei grundsätzlich für das sogenannte „Gender Gap“ entschieden, also einen Unterstrich, und empfehle nun zum Beispiel die Schreibweise „Audianer_innen“. Die Entscheidung sei gegen das Gendersternchen gefallen, da dies vor allem bei IT-Anwendungen zu Problemen führen könnte.

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