Festnahme und Friedensgespräch

EIN BLICK IN DIE MORGENMELDUNGEN:

Es gab wieder einen Überfall auf eine Schule mit Kinderentführung in Nigeria, in Burma wurden bei Protesten erneut Demonstranten getötet, ein polnischer dpa-Journalist wurde in Burma festgenommen, Alexej Nawalny ist in der Lagerhaft an einen unbekannten Ort verlegt worden, die neue katalanische Parlamentspräsidentin verspricht die Unabhängigkeit Kataloniens, der BER braucht weitere Milliarden und die EMA warnt vor allergischen Reaktionen bei AstraZeneca-Impfstoff.

Erneuter Überfall auf Schule in Nigeria

In Nigeria sind erneut zahlreiche Schulkinder verschleppt worden, meldet orf.at. Bewaffnete Angreifer hätten nach Behördenangaben eine Schule im Norden des Landes gestürmt und 30 Schulkinder entführt. Bei der Attacke auf die Afaka-Schule seien in der Nacht zudem viele Kinder verletzt und auch Angestellte verschleppt worden, habe der regionale Sicherheitsminister Samuel Aruwan bekannt gegeben.

Rund 180 Schulkinder und Angestellte der Schule hätten in Sicherheit gebracht werden können. Zu den Hintergründen der Attacke sei zunächst offiziell nichts mitgeteilt worden. Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram sowie Splittergruppen und auch kriminelle Banden terrorisieren Nordnigerias Bevölkerung allerdings seit Jahren mit Massenentführungen.

Erneut Tote bei Protesten gegen Militärmachthaber in Burma

In Burma (Myanmar) sind bei Protesten gegen die Militärjunta laut Medienberichten wieder zwei Menschen getötet worden. Die Demonstranten seien in der Nacht zu Samstag im Bezirk Tharketa in der Wirtschaftsmetropole Rangun (Yangon) durch Schüsse der Polizei ums Leben gekommen, wie einheimische Medien berichtet hätten. Laut „DVB News“ habe die Polizei das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet, die sich vor der Polizeistation in Tharketa versammelt hätte, um die Freilassung der Inhaftierten zu fordern. Unterdessen hätten Aktivisten zu weiteren Protesten am Todestag eines Studenten aufgerufen, dessen Ermordung 1988 einen Aufstand gegen die damalige Militärregierung auslöste.

Journalist der dpa in Burma festgenommen

In Burma ist der polnische Journalist Robert Bociaga, der für die Deutsche Presse-Agentur tätig ist, festgenommen worden, meldet zeit.de. Übereinstimmenden Berichten des Portals Myanmar Mix, des Nachrichtenunternehmens Khit Thit Media und zahlreicher User in sozialen Netzwerken zufolge sei Bociaga in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staats, von Soldaten inhaftiert worden. Dabei soll der 30-Jährige auch geschlagen und verletzt worden sein, habe ein Reporter von Khit Thit Media auf Facebook berichtet.

Auf Fotos sei zu sehen, wie Bociaga von Uniformierten umzingelt worden sei und schützend die Hände über sich hielt. Die Deutsche Presse-Agentur habe nach eigenen Angaben derzeit keinen Kontakt zu Bociaga. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts habe mitgeteilt, der Fall wäre bekannt und man bemühe sich um konsularische Betreuung.

„Die Festnahme und offenkundige Misshandlung von Robert Bociaga haben uns tief bestürzt. Wir sind in großer Sorge um unseren Kollegen“, wird dpa-Chefredakteur Sven Gösmann zitiert. Nach Angaben des polnischen Außenministeriums hätten der polnische Konsul in Thailand und der deutsche Konsul in Burma die Festnahme eines polnischen Journalisten bestätigt. Es würden alle Anstrengungen unternommen, um Kontakt zu dem Inhaftierten aufzunehmen, um ihm zu helfen und Informationen über seinen Gesundheitszustand und seine rechtliche Situation zu erhalten, habe es in einer von der Zeitung Gazeta Wyborcza zitierten Stellungnahme geheißen.

Nawalny an unbekannten Ort verlegt

Der inhaftierte russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist nach Angaben seiner Anwälte erneut verlegt worden, meldet orf.at. Nawalny hätte das bisherige Gefängnis in der Region Wladimir verlassen, habe es auf Nawalnys Twitter-Account geheißen. Wohin er gebracht worden sei, wäre unklar.

Ende Februar war der 44-Jährige nach Wladimir verbracht worden. In dem Straflager hätte er eigentlich seine Haftstrafe verbüßen sollen. Nawalny war bekanntlich wegen eines angeblichen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Kreml-Kritiker hatte 2020 einen Giftanschlag in Russland überlebt und war in Deutschland ärztlich behandelt worden. Bei seiner Rückkehr in seine Heimat im Januar wurde er festgenommen.

Türkei will eine Rolle bei Afghanistan-Friedensgesprächen spielen

Die Türkei will nach eigenen Angaben Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban im eigenen Land organisieren, meldet zeit.de. Die Verhandlungen sollten im April stattfinden, habe Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu angekündigt.

Zuvor habe das russische Außenministerium mitgeteilt, Russland werde am 18. März in Moskau ein Treffen von Vertretern der Taliban, der afghanischen Regierung, der USA, Chinas und Pakistans ausrichten. Ehrengast sei Katar, habe es außerdem geheißen.

Seit dem 12. September gebe es Gespräche der Taliban mit Vertretern der afghanischen Republik über Frieden. Katar habe die Rolle eines Vermittlers eingenommen. Der in einer Vereinbarung der USA mit den Taliban vorgesehene Prozess war im Streit um die Verfahrensfragen ins Stocken geraten. Eine Waffenruhe lehnten die Taliban weiter ab.

Deutsche Sicherheitsbehörden warnen vor schweren Cyber-Attacken am Wochenende

Deutschlands Cyber-Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: An diesem Wochenende fürchten sie eine groß angelegte Welle von Hackerangriffen auf vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, meldet dernewsticker.de. Das habe das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ berichtet. Hintergrund seien Anfang März entdeckte Schwachstellen in weltweit zigtausenden Microsoft Exchange Servern. Über dieses System ließen sich Firmenmails auch von zu Hause abrufen und versenden. Durch die Schwachstelle könnten Cyberkriminelle unbemerkt in die IT-Systeme eindringen und diese komplett übernehmen. Sicherheitsbehörden hätten in den letzten Wochen bereits weltweit massive Cyber-Attacken von mutmaßlich chinesischen Hacker-Gruppen registriert. Sie sollen zehntausende Unternehmen angegriffen haben.

Das Problem sei offenbar so groß, dass auch das deutsche Umweltbundesamt, das Bundesamt für Verwaltungsdienstleistungen sowie weitere deutsche und internationale Behörden sicherheitshalber ihr komplettes Mailsystem abgeschaltet hätten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fürchte nun, dass die Sicherheitslecks in einer zweiten Angriffs-Welle vor allem für sogenannte Randsomeware-Attacken ausgenutzt würden. Dabei würden IT-Systeme teilweise oder in Gänze verschlüsselt. Um die Daten wieder freizugeben, forderten Kriminelle dann Lösegeld.

Neue katalanische Parlamentspräsidentin verspricht Unabhängigkeit

Die neue Präsidentin des katalanischen Parlaments, Borràs, will den Kampf um die Unabhängigkeit der spanischen Region fortsetzen, meldet deutschlandfunk.de. Sie wolle den Weg zur „nationalen Befreiung“ zu Ende gehen, habe sie in ihrer Antrittsrede in Barcelona gesagt. Weder Gerichte noch Haftstrafen könnten die Menschen dazu bewegen, ihre Ideen aufzugeben. Die 50 Jahre alte Politikerin der liberalen Regionalpartei JuntsXCat sei zuvor mit 64 von insgesamt 135 Stimmen auf der Sitzung des neugewählten katalanischen Parlaments zur Präsidentin gewählt worden.

FDP will Insiderhandel in Ministerien und Behörden unterbinden

Die FDP-Bundestagsfraktion will den Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren für Mitarbeiter von Ministerien und Behörden kontrollieren und einschränken, meldet dernewsticker.de. Das berichte der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Im Zuge des Wirecard-Skandals habe sich herausgestellt, dass Mitarbeiter der Finanzaufsicht Bafin bis kurz vor dem Zusammenbruch auf die Aktie gewettet hätten. Grundsätzlich verboten waren derartige Geschäfte nicht.

„Es ist erschreckend, dass es kein geordnetes Verfahren gibt, wie mit Insiderwissen innerhalb der Bundesministerien und Behörden umgegangen wird“, habe FDP-Finanzexperte Frank Schäffler gesagt. Auch Staatseingriffe wie der Milliardenkredit der Bundesregierung an den Touristikkonzern TUI, die Beteiligungen des Bundes an der Lufthansa oder die Zulassung eines Coronaimpfstoffs seien Insiderinformationen. „Trotzdem hat ein Großteil der Bundesministerien keine oder nur sehr rudimentäre Compliance-Strukturen für private Finanzgeschäfte von Bediensteten“, heiße es in dem FDP-Antrag.

In der Regel wäre nicht einmal bekannt, ob und in welchem Umfang Ministeriumsmitarbeiter Aktiengeschäfte tätigten. Schäffler wolle das über ein sogenanntes Zweitschriftenverfahren ändern. Dabei würden Banken, die Wertpapiergeschäfte für Ministeriumsbeschäftigte ausführen, verpflichtet, dies den jeweiligen Ministerien oder Bundesbehörden zu melden.

Außerdem fordere die FDP eine zentrale Compliance-Stelle der Bundesregierung sowie Sperrlisten für Mitarbeiter, die Unternehmen direkt beaufsichtigten, über Aufträge, Übernahmen und Fusionen entscheiden oder anderweitig Einfluss auf den Aktienkurs einer Firma nehmen könnten. Die FDP wolle entsprechende Änderungen in das Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität einbringen, mit dem die Regierung Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal ziehen wolle.

Hauptstadtflughafen BER braucht weitere Milliarden

Die staatlichen Eigner sollen dem angeschlagenen Hauptstadtflughafen BER mit weiteren 1,9 Milliarden Euro unter die Arme greifen, meldet deutschlandfunk.de. Das sehe der Finanzplan der Betreibergesellschaft FBB vor. Demnach dürfte der Flughafen erst in fünf Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Die FBB sei mit rund 4,5 Milliarden Euro verschuldet. Die Eigentümer Berlin, Brandenburg und der Bund hätten den Airport bereits in diesem und dem vergangenen Jahr finanziell unterstützen müssen. Der Aufsichtsrat habe in seiner heutigen Sitzung zudem dem vorzeitigen Abgang des Flughafenchefs Lütke Daldrup zugestimmt. Er verlasse die Betreibergesellschaft im September, ein halbes Jahr vor Vertragsende.

Millionen-Verluste bei der Meyer-Werft

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den weltweiten Kreuzfahrt-Markt haben bei der Papenburger Meyer Werft im Jahr 2020 zu Millionenverlusten geführt, meldet zeit.de. «Es ist für das Jahr ein negatives Ergebnis in Höhe von etwa 70 Millionen Euro zu erwarten», heiße es dazu in einem Nachtrag zum im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2019. Demzufolge habe der Gewinn der Werftengruppe 2019 noch 17 Millionen Euro betragen, im Jahr 2018 seien es 51 Millionen Euro gewesen. Bereits im Januar habe die Geschäftsführung die Belegschaft in einem Video darüber informiert, dass das Unternehmen für 2020 von einem Verlust von mehr als 100 Millionen Euro ausgehe.

Wegen der eingebrochenen Auftragslage habe sich die Werft mit ihren Kunden auf eine Streckung des Auftragsbuches einigen können. Damit würden die Aufträge, die bis 2023 reichten, nun bis 2025 abgearbeitet, ohne dass Aufträge storniert worden seien.

Weil die Kreuzfahrtbranche im Corona-Ausnahmezustand stillliege, müsse die Werft 40 Prozent Kapazität einsparen. Sie wolle mehr als 600 Arbeitsplätze abbauen und verlange von den restlichen Beschäftigten 200 unbezahlte Arbeitsstunden im Jahr. Verhandlungen mit dem Betriebsrat im eigenen Haus seien festgefahren. Die Belegschaft wehre sich gegen den Stellenabbau.

EMA will Hinweis auf schwere allergische Reaktion bei AstraZeneca-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca kann nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) schwere allergische Reaktionen auslösen, meldet n-tv.de. Anaphylaxie sowie Überempfindlichkeitsreaktionen sollten in die Liste der möglichen Nebenwirkungen des Vakzins aufgenommen worden, habe die EMA unter Verweis auf mehrere solcher Fälle in Großbritannien erklärt.

Es gebe Berichte über 41 mögliche Anaphylaxie-Fälle unter fünf Millionen Impflingen in Großbritannien, habe es von der Behörde mit Sitz in Amsterdam geheißen. Nach einer sorgfältigen Auswertung der Daten halte das für die Impfstoff-Risikobewertung zuständige Komitee einen Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und der Impfung mindestens in einigen dieser Fälle für wahrscheinlich.

Gleichzeitig hätte die EMA darauf hingewiesen, dass schwere allergische Reaktionen auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten eine bekannte seltene Nebenwirkung seien. Der AstraZeneca-Beipackzettel empfehle bereits jetzt, dass Patienten nach einer Impfung noch mindestens 15 Minuten unter Beobachtung bleiben sollten, um auf mögliche allergische Reaktionen reagieren zu können.

Dänemark und andere Länder hätten Impfungen mit dem Stoff vorläufig ausgesetzt. Als Grund seien Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt worden. Man könne jedoch noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA sei zu dem Schluss gekommen, dass der Anteil der Thrombosekranken nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Präparat dem spontanen Auftreten dieser Erkrankung in der Normalbevölkerung entspreche. Bis zum 10. März habe die EMA 30 Fälle von „thromboembolischen Ereignissen“ bei fast fünf Millionen mit dem AstraZeneca-Mittel geimpften Menschen registriert.

Italien verschärft Corona-Auflagen erneut

Die italienische Regierung verschärft die Corona-Auflagen, meldet orf.at. Neue Vorschriften würden am Montag in Kraft treten und bis nach der Osterzeit am 6. April gelten, habe es am Rande einer Ministerratssitzung geheißen. Während der Osterfeiertage vom 3. bis zum 5. April seien alle italienischen Regionen mit Ausnahme Sardiniens als „rot“ eingestuft. Die Reisefreiheit werde stark beschränkt. 14 der 20 Regionen könnten bereits ab Montag als „rot“ in der Coronavirus-Ampel eingestuft werden, hätten italienische Medien berichtet. Lokale und Geschäfte müssten dann mit Ausnahme von Supermärkten und Apotheken geschlossen bleiben. Sardinien, Sizilien, Kalabrien und Umbrien könnten die strengen Maßnahmen erspart bleiben. Die Region Latium mit der Hauptstadt Rom solle „orange“ werden.

Die Parameter, nach denen sich das Ampelsystem richte, würden zudem verschärft. Bei mehr als 250 positiv Getesteten pro 100.000 Einwohner werde eine Region nun als „rot“ eingestuft, habe Gesundheitsminister Roberto Speranza gesagt.

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