Außerhalb des Regenbogens

Immer wieder einmal liest und hört man vom Streit um Lehrpläne für Grundschüler, die die Normalität sexueller Vielfalt erlernen sollen. Manche Bundesländer führen sie ein und dann gibt es Proteste dagegen. Wer einer Zeit aufwuchs, als es die Existenz von Männern und Frauen ebenso für den Normalfall gehalten wurde wie der Umstand, dass Kinder Mutter und Vater haben, und außerdem zu den Männern oder Frauen gehört, für die diese Normalität unproblematisch war, tut sich mit der Bewertung der neuen Erziehungsziele zuweilen etwas schwer. Gehört schon zu den verknöcherten, rückwärtsgewandten Spießern, wer hier etwas skeptisch ist? Oder schießt vielleicht doch jemand über das Ziel hinaus? Am besten, man schaut zuerst einmal, was genau die Kleinen denn über die neue Geschlechterwelt so lernen sollen. „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“, verspricht der „Methodenschatz für Grundschulen zu Lebens- und Liebesweisen“ des Landes Schleswig-Holstein. Das Material ist für den Deutschunterricht in der dritten oder vierten Klasse gedacht. Eine der vielen Empfehlungen: Die Kinder bekommen einen vorgedruckten Arbeitsbogen, in dem man Teile von Familien sieht und dazu Buntstifte in den Farben des Regenbogens. Ihre Aufgabe: „Die Schüler_innen suchen die Verbindung der Kinder zu ihrer Familie und malen den Regenbogen, die Linien und die Kleidung des Kindes in der richtigen Farbe an. Sie tragen die Namen der Kinder im Text ein.“

„ROT: Sati lebt bei zwei Pflegevätern, weil es in der Ursprungsfamilie gerade viele Probleme gibt.
ORANGE: Joy lebt bei ihrem Papa. Dieser war früher einmal eine Frau, wurde zu dieser Zeit schwanger und hat das Kind bekommen.
GELB: Winnie lebt bei seinen beiden Papas. Er ist vor Kurzem von einem der Papas adoptiert worden. Der zweite Papa wird ihn auch bald adoptieren.
GRÜN: Carol lebt bei ihrer Mutter und deren Lebenspartnerin. Die Mutter hat eine künstliche Befruchtung machen lassen und das Kind geboren.
BLAU: Helge lebt bei seinen zwei Müttern: Mama und Mami. Mami hat sowohl weibliche, als auch männliche Geschlechtsmerkmale und so konnte sie mit Mama ein Kind zeugen.
LILA: Maris lebt bei ihren beiden Müttern. Früher wohnten ihr Vater und ihre Mutter mit ihr in einem Haus, jetzt sind die beiden aber nicht mehr zusammen. Die neue Lebenspartnerin der Mutter hat sie adoptiert.
Eine Familie, die aus Vater, Mutter und Kind besteht, kommt gar nicht mehr vor – nur unter Lila als überwundene Vergangenheit. Solche Familien sind nach Lehrplan also außerhalb des Regenbogens. Nun mögen Vater-Mutter-Kind-Familien nicht mehr der Normalfall sein, aber eine so verschwindende Minderheit, dass sie im schulischen Regenbogenland gar nicht mehr auftauchen, sind sie noch nicht. Oder ist der Autor dieser Zeilen als Hetero-Mann und Vater hier einfach zu empfindlich? Es gibt ja auch noch andere Übungen. Das Material sehen Sie hier: 
http://femokratie.com/wp-content/uploads/2015/01/Echte-Vielfalt-unter-dem-Regenbogen.pdf

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