Ein Blick in den deutschen Islam

Eine frauenverachtende Predigt eines islamistischen Hasspredigers in der Berliner Al-Nur-Moschee hat für allgemeine Empörung gesorgt. Die Frau im Islam müsse sich unterwerfen, so der Prediger Abdel Moez al-Eila, und dürfe sich beispielsweise ihrem Manne niemals verweigern, also unter keinen Umständen Sex mit ihm ablehnen. Von diesem Islam-Verständnis musste sich nun selbstverständlich auch der von Bundesregierung und Bundespräsident inzwischen gern als deutscher Vorzeige-Moslem präsentierte Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, deutlich distanzieren. Wie sieht denn stattdessen das von ihm vertretene Frauenbild aus?

Alexander Mayer verwies auf der Achse des Guten in einem kurzen Beitrag auf die Seite islam.de, auf der man viel über jenen Islam lernen kann, der nun offiziell zu Deutschland gehören soll. Die Seite wird betrieben vom Zentralrat der Muslime und ausweislich des Impressums verantwortet von Aiman Mazyek. Also werden auch die dort vertretenen Positionen diejenigen sein, die Mazyek gern bei der „Mehrheit der friedlichen Muslime“ verwurzelt sehen möchte. Schauen wir also zuerst auf Kernthema der von Mazyek abgelehnten frauenfeindlichen Predigt. Da steht ganz klar: „Der Islam erlaubt es den Ehepartnern nicht, sich ohne berechtigten Grund oder willkürlich zu verweigern.“ Also gut, hiernach dürfte sich die Frau zwar auch nicht verweigern, dem Manne erginge es aber auch nicht anders. Noch ist der Text recht geschlechtsneutral formuliert.
„Warum gibt es dieses Gebot? Der Islam betrachtet die Ehe als das Kernstück der Gesellschaft. In ihr sollen die Familienmitglieder einen Ort des Friedens und der Geborgenheit finden, in dem u.a. die nächste Generation mit der Moral und Ethik des Islam heranwächst und durch eine gute Bildung zum geistigen und weltlichen Fortschritt der Gesellschaft beiträgt. Allah verbietet deshalb jeden außerehelichen sexuellen Kontakt, dieser stellt eine Gefahr für eine intakte Familie und somit für die ganze Gesellschaft dar. Auch verbietet der Islam alles, was zu einem solchen außerehelichen sexuellen Kontakt führen könnte.
Und genau hierzu zählt die sexuelle Verweigerung einer der beiden Ehepartner gegenüber dem anderen. Wenn dieser nämlich nicht dazu kommt, seine sexuellen Triebe auf erlaubter Weise zu befriedigen, besteht die verstärkte Gefahr der unerlaubten Befriedigung.“

Dabei bleibt Mazyek betont friedlich: „Es ist verständlich, dass der Zwang der Frau oder des Mannes zum Geschlechtsakt nicht im Sinne des Islam steht. Der Gesandte Allahs hat gesagt: ‚Der Beste unter euch ist der, der seine Frau am besten behandelt‘. (Hadith sahih – gesicherte Überlieferung).“ Mazyek ergänzt den Propheten hier politisch korrekt: „Dies impliziert natürlich auch die gute Behandlung des Mannes seitens der Ehefrau.“

Trotz vorhandener Zwänge hört sich das doch fast gleichberechtigt und modern an, oder? Nur wenige Zeilen entfernt macht aber auch die von Mazyek verantwortete Islam-Darstellung deutlich, wie die Geschlechterrollen verteilt sind. Beispielsweise bei der Frage, ob dem Muslim Oralverkehr erlaubt ist: „Die Mehrheit der Gelehrten machen keine Einschränkungen und berufen sich auf folgenden Vers: ‚Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt. Doch schickt (Gutes) für euch selbst voraus. Und fürchtet Allah und wisst, dass ihr Ihm begegnen werdet. Und verkünde den Gläubigen frohe Botschaft.‘ (2:223).‘ (Übersetzung Bubenheim/Elyas) Dies heißt, dass die sexuelle Beziehung innerhalb der Ehe in jeder Art erlaubt ist, es sei denn, sie wurde ausdrücklich verboten. Ausdrücklich verboten wurde Analverkehr und Geschlechtsverkehr während der Menstruation.“

Um hier kurz abzuschweifen: Dem Analverkehr widmet der Zentralrat noch einen eigenen Punkt in seiner Antwortseite an oft an den Islam gestellte Fragen. Nur hier wird indirekt Bezug auf Homosexualität eingegangen. Ansonsten ist deren strenges Verbot keiner Erwähnung wert: „Nach Ahmad, Tirmidhi, Nasai, Ibn Madscha hat der Prophet (Friede sei auf ihm) gesagt: ‚Nähert euch den Frauen nicht anal.‘. Er bezeichnete den Analverkehr als ‚kleine Homosexualität‘.“

Doch zurück zu den Geschlechterrollen. Ein entscheidender Punkt ist ja die Scheidung. Was sagen also die Zentralrats-Muslime dazu: „Wenn der Mann den Entschluß gefaßt hat, sich scheiden zu lassen (arabisch: talaq), muss er erst einmal warten, bis die Frau sich in einer blutungsfreien Phase befindet, in der sie keinen Beischlaf hatte. Erst dann darf er mündlich und in besonnenem Zustand die Scheidung aussprechen.

Nachdem er dies getan hat, ist die Scheidung noch nicht vollzogen. Die Frau soll weiterhin zuhause wohnen. Es beginnt eine Zeit (im arabischen Idda genannt), die drei Monatsblutungen der Frau (bzw. drei Monate, falls keine Monatsblutung mehr vorkommt) dauert und während derer der Mann die Scheidung zurücknehmen kann. Tut er dies, gilt die Ehe als nicht geschieden. Tut er es nicht, ist die Ehe nach Ablauf der Frist geschieden.“ Der Mann kann also entscheiden und muss dann lediglich noch ein paar Monate warten. Andersherum ist es nicht ganz so selbstbestimmt: „Ist die Scheidung seitens der Frau gewollt (arabisch: chulla), so muss sie sich an ein Gericht oder einen Schiedsrichter wenden. Dieser kann die Ehe aufheben gegen Rückzahlung des Brautgeldes.“ Er kann sie aufheben, muss es aber offenbar nicht. Sollen solche parallelen Regeln hierzulande wirklich existieren?

Nun ist Mazyek in der deutschen Politik wohlgelitten. Nach den islamistischen Mordanschlägen in Paris beschworen die Repräsentanten der Bundesrepublik mit ihm gemeinsam vor dem Brandenburger Tor, dass die Gesellschaft nicht gespalten werden dürfe. Aber muslimische Parallelgesellschaften spalten die Gesellschaft. Vor allem, weil sie die Vermischung mit den Eingeborenen rigoros ablehnt, es sei denn, sie bekennen sich zum Islam bzw. lassen ihre Kinder islamisch erziehen. Für „Mischehen“ zieht der Zentralrat der Muslime enge Grenzen. Zwar heißt es: „Ein Muslim kann auch eine Frau jüdischen oder christlichen Glaubens heiraten.“ Doch: „Die Bedingung ist immer der Monotheismus“, d.h. Frauen die keinen monotheistischen Glaubens haben, sind tabu. Und die Zentralrats-Muslimin darf ohnehin nur unter Glaubensbrüdern auf Partnersuche gehen: „Der Islam unterstützt nicht die Ehe einer muslimischen Frau mit einem Nicht-Muslim. Die Frau stünde in diesem Falle nicht mehr unter dem Schutz des Islam und ihre freie Religionsausübung sowie ihre Rechte in der Ehe (wie zum Beispiel die Versorgung und die gerechte Behandlung seitens des Ehepartners) sind nicht gewährleistet. Da der Mann nicht zur islamischen Gemeinschaft gehört, ist es auch nicht möglich ihm jegliche Pflichten aufzuerlegen, die es in seiner Religion möglicherweise nicht gibt.“

Und die „Mischehen“ die der Zentralrat zulässt unterliegen einer klaren Pflicht: „Die Kinder einer Mischehe zwischen einem Muslim und einer Jüdin, Christin und Muslima müssen islamisch erzogen werden.“

Auf diese Weise werden nicht nur Parallelgesellschaften zementiert, sondern auch jenes muslimische Überlegenheitsgefühl kultiviert, das junge Muslime für Extremisten anfällig macht. Eine nicht gespaltene Gesellschaft wäre bei Befolgung der Zentralrats-Regeln letztlich nur möglich, wenn die Nicht-Muslime sich unterwerfen. Und das soll jener Islam sein, der zu Deutschland gehört?

Damit Sie dem Autor dieser Zeilen nicht Islamfeindlichkeit unterstellen: Es gibt liberale Muslime, die Teil der deutschen Gesellschaft und keiner Parallelgesellschaft in Deutschland sind. Es gibt sogar engagierte liberale Muslime, die um einen Reform-Islam ohne engstirnige und überkommene Beschränkungen ringen, die versuchen, Glaube und Theologie aus den Fängen der Ideologen zu befreien. Nur leider zeigt sich die deutsche Politik nicht vorrangig mit ihnen solidarisch, sondern umarmt stattdessen Aiman Mazyek und seinen Zentralrat. Stephan Friedrichs

Die kompletten Antworten des Zentralrats der Muslime auf häufige Glaubensfragen finden Sie hier: http://islam.de/1641.php#euf/sexverweigerung01.html

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