Ruf nach der Tattoo-Richtlinie

Eigentlich denkt man ja, die EU regle inzwischen alles, was für das Leben eines Europäers wichtig ist. Zwar mangelt es noch an Lösungen für Euro oder Zuwanderung, aber bei den kleinen Dingen des Alltags folgen wir getreu den Richtlinien der EU-Kommission. Sie verbietet uns schon das warme Licht der Glühbirne, wasserdurchlässige Duschköpfe oder kräftige Staubsauger. In welchem Bereich kann nun ein deutscher Verbraucherschutz-Minister den europäischen Bürger noch davor schützen, sich unvernünftig zu verhalten? Amtsinhaber Christian Schmidt (CSU) hat noch eine Lücke entdeckt.

Die Haut des deutschen Verbrauchers kann doch in der EU tatsächlich noch in Kontakt mit schädlichen Tätowiermitteln kommen. Hier will der Minister handeln, bzw. fordert, dass die EU-Kommission handelt. Das erklärte er der Saarbrücker Zeitung (Ausgabe v. 20.02.2015). Zwar seien schädliche Tätowierfarben in Deutschland eigentlich bereits in der Kosmetikverordnung verboten. „Aber eben nicht europaweit. Ich will, dass wir das möglichst zeitnah regeln“, sagt Schmidt. Die verschiedenen nationalen Regelungen der EU-Mitgliedstaaten müssten angeglichen werden, da der Markt über Ländergrenzen hinausgehe. Es müsse eine EU-weit geltende Positivliste für Tattoo-Farben geben, denn „es darf nicht sein, dass Tätowiermittel beispielsweise Stoffe enthalten, die Allergien auslösen können.“

Wenn manche Minister schon nicht mit kreativen Ideen zur Lösung von Problemen auffallen, so spüren sie immerhin Probleme auf, von deren Existenz viele Bürger sonst nie Kenntnis genommen hätten.

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