„Tod den Abstinenzlern …

… und Vegetariern.“ Mit diesem Trinkspruch hat der tschechische Präsident Milos Zeman für Aufregung gesorgt. Doch dann ruderte seine Kanzlei zurück. Heutzutage, da es ja schon gar nicht mehr zu reichen scheint, Vegetarier zu sein, sondern der aufgeklärte Mensch eigentlich vegan zu leben versucht, ist eine solche Aussage natürlich noch skandalöser, als wenn er einer anderen Personengruppe den Tod gewünscht hätte. Wie erklärt man also eine solche Entgleisung? Ganz einfach: Der Präsident dachte doch nur an den einen schlimmen Vegetarier und Abstinenzler, der zwar schon längst tot ist, dem man aber gar nicht genug Tod wünschen kann.

Den Trinkspruch brachte Zeman in der letzten Februarwoche bei der Übergabe eines tschechischen Winzerpreises aus. Dazu sagte er auch, dass „kein vollwertiger Mensch“ sei, wer noch keinen Weinkeller besucht habe. Nun sollte das bei einem Präsidenten nicht verwundern, der zum einen schon länger für verbale Entgleisungen ebenso bekannt ist wie für seine Neigung zu Alkohol und Schweinebraten.

Überraschen können allerdings manchmal die Bemühungen der Präsidentenkanzlei, die Wogen wieder zu glätten. So erklärte Zemans Sprecher Jiri Ovcacek, der Staatspräsident habe in Wirklichkeit nicht alle Abstinenzler und Fleischverächter, sondern nur Adolf Hitler gemeint. „Der Herr Präsident hat in dem Moment einen Massenmörder gemeint, der ein erklärter Vegetarier, Abstinenzler und Nichtraucher war“, schrieb Ovacek einem protestierenden Bürger. Dabei war doch von Nichtrauchern in dem Trinkspruch gar nicht die Rede, oder?

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.