Gutes Gift von Greenpeace

Quecksilber ist giftig, Kohlekraftwerke stoßen Quecksilber aus und deshalb müssen sie geschlossen werden. Das sagt uns die Greenpeace-Kampagne für das Ende der Kohle-Verstromung. Es ist natürlich richtig, die Menschen vor Belastungen mit Quecksilber zu bewahren. Die droht aber nicht zuerst von Kohlekraftwerken, sondern von den sogenannten Energiesparlampen. Von diesem Quecksilber spricht Greenpeace aber lieber nicht. Aus gutem Grund: Seinerzeit hat Greenpeace die Verbreitung der giftigen Quecksilberdampfleuchten lautstark propagiert und das Verbot der völlig harmlosen Glühbirne in der EU mit befördert. Aber das ist sicher gutes Gift, weil es dem Guten dient, während das, was aus dem Kohlekraftwerk kommt, böses Gift ist.

Greenpeace möchte gern als unangefochtene Autorität gelten, als Organisation mutiger Kämpfer gegen Politik und Industrie, wenn diese der Umwelt Schaden zufügen. Und es gibt ja auch mutige Engagierte, die viel Sinnvolles tun. Manchmal aber segelt die Organisation schon so sehr im Windschatten von ausgewählten Politikern oder Lobbyisten, dass sie wie eine Unterstützungsorganisation wirkt, die einem Minister ihren guten Namen vermietet.

Just als Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zusätzliche Abgaben für Kohlekraftwerke plant, steht Greenpeace mit der Kampagne „Stoppt Kohle“ an seiner Seite und veröffentlicht Umfrageergebnisse, wonach sich die Deutschen der Gefährlichkeit von Quecksilber nicht bewusst seien. Deshalb muss auf die Quecksilbergefahr aufmerksam gemacht werden, damit dann die Deutschen endlich mehrheitlich fordern, die Kohleverstromung zu beenden, koste es, was es wolle.

Dass Quecksilber äußerst gefährlich ist, damit hat Greenpeace recht. Auch damit, dass sich viele Deutsche dieser Gefahr nicht bewusst sind. Nur verantwortlich dafür ist auch Greenpeace.

Blicken wir ungefähr 10 Jahre zurück. Politisch wird gerade das Verbot der Glühbirne durchgesetzt. Diese Quelle eines schönen warmen Lichts sollte wegen ihres ineffizienten Energieverbrauchs zu Gunsten von Quecksilberdampflampen verboten werden. Letztere hießen natürlich Energiesparlampen und mit ihnen sollte Energie gespart und das Klima gerettet werden.

Der Politiker, der das Glühbirnenverbot konsequent vorantreibt, ist der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Kampagnen für den Umstieg von Glühbirnen auf das kalte Quecksilberlicht kommen von Greenpeace. Die großen Leuchtmittelhersteller sehen sich endlich am Ziel, denn sie wollen die teureren Lampen mit dem schlechteren Licht endlich in Massen verkaufen. Freiwillig entscheiden sich nur wenige dafür, solange es die gewohnte Glühbirne gibt. Erst mit deren Verbot fügen sich die meisten Deutschen in das gewünschte Kaufverhalten. Damals werden kritische Fragen und Anmerkungen zur zusätzlichen Quecksilberbelastung und den Gefahren von Quecksilbervergiftungen in Haushalten kleingeredet und heruntergespielt. Dieses Gift diente schließlich einer guten Sache. Nur vor dem Quecksilbergehalt in den Abgasen von Braunkohlekraftwerken sollen die Deutschen jetzt bitte angemessen Angst bekommen.

Aber es stimmt, die Menschen sollten sich der Quecksilbergefahren endlich bewusst werden, das Verbot der „Energiesparlampen“ fordern und gleichzeitig zur Rettung des warmen Lichts wenigstens die Aufhebung des schon für das nächste Jahr beschlossenen Verbots von Halogenlampen. Sigmar Gabriel und Greenpeace zum Trotz.

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