Gift aus der Spülmaschine

Benzotriazol ist ein altbekanntes Korrosionsschutzmittel. Jetzt ist es allerdings auch vermehrt in Flüssen und inzwischen sogar in der Nordsee nachweisbar. Der Grund liegt allerdings weniger darin, dass es in großen Mengen den für Flugzeuge eingesetzten Enteisungsmitteln beigemischt ist, sondern darin, dass es fast jeder im Alltag verbraucht, ohne es zu benötigen. Benzotriazol ist den meisten Spülmaschinentabs beigemischt, obwohl es in den seltensten Fällen wirklich gebraucht wird.

Als wassergefährdend, fischgiftig und langfristig schädlich für Wasserorganismen stufen selbst die Hersteller Benzotriazol ein. Außerdem steht der gut wasserlösliche Stoff im Verdacht, krebserregend zu sein. Problematisch ist zudem, dass die Chemikalie in Kläranlagen kaum abgebaut wird. Gründe genug eigentlich, den Einsatz des Mittels auf das Notwendige zu beschränken. Doch stattdessen stieg der Verbrauch von Benzotriazol in den letzten Jahren deutlich an.

Eine Ursache ist der Einsatz in Spülmaschinentabs. Dort soll das Benzotriazol für die Reinigung von Silberbesteck sorgen. Mit jeder Geschirrspülung ohne Silber spült die Maschine den Giftstoff also völlig nutzlos ins Abwasser und damit in die Gewässer.

Die einfache Lösung wäre, auf Benzotriazol in jedem Spülmaschinentab zu verzichten und es als Zusatzstoff für den Fall anzubieten, dass tatsächlich Silber gereinigt werden muss. Nur möchte da kein Hersteller gern Vorreiter sein, denn die Spülmaschinentabs sollen ja für alle Arten von Geschirr und Besteck das passende Reinigungsmittel beinhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten, in denen viel zu viel reguliert wird, wäre hier eine passende Vorschrift sinnvoll um die Gewässer vom Gifteintrag zu entlasten.

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