Vertreibung für Flüchtlinge

Eine achtköpfige Familie wird von der Stadt aus ihrem Haus geworfen. Kündigungsgrund: „Eigenbedarf“. Die Stadtverwaltung will das Haus der Großfamilie zu einer Flüchtlingsunterkunft umbauen.  Für die gekündigte Familie mit ihren sechs Kindern gibt es vor Ort keine Ersatzwohnung. Dann müssten sie halt die Stadt verlassen, beantwortet die Stadtverwaltung entsprechende Anfragen. Die sozialen Bindungen der Kinder spielen keine Rolle, die Flüchtlingsunterbringung hat höchste Priorität. Da müssen die Einheimischen schon mal Opfer bringen. Wer Spannungen schüren möchte, der muss die Unterbringung von Asylantragstellern so organisieren.

Sechs Kinder, das ist in einer deutschen Familie selten. Wer gängigen Vorurteilen anhängt, argwöhnt bei dieser Information schon mal, dass es sich um eine sozial eher randständige Familie handeln könne. Weit gefehlt. Familienvater Jörg Hejhal arbeitet hart, denn auch mit seiner großen Familie will er niemandem auf der Tasche liegen. Und auch die Kinder sollen lernen, dass man zu allererst für sich selbst verantwortlich ist. Doch natürlich gehört eine Familie mit sechs Kindern nicht zu den zahlungskräftigsten und hat es auf dem Wohnungsmarkt äußerst schwer. Deshalb waren Hejhals auch froh, als sie vor einigen Jahren von der Stadt Niederkassel ein Haus mit sechs Schlafzimmern mieten konnten. Vier Kinder haben so ihr eigenes Zimmer und zwei müssen sich eines teilen. Etwas Besseres ließ sich kaum finden. Hejhals renovierten, bauten das Haus aus und rechneten nicht damit, in absehbarer Zeit umziehen zu müssen. Die Stadt ist der Vermieter, und wenn sie die Miete immer pünktlich zahlen und sich um alles kümmern, wer würde dann eine achtköpfige Familie auf die Straße setzen?

Die Stadt Niederkassel macht genau das. Wegen Eigenbedarfs kündigte sie den Hejhals den Mietvertrag. Der Eigenbedarf bedeutet in diesem Fall: Die Stadt will 25 Flüchtlinge und Asylbewerber in Hejhals Haus unterbringen. Dass die Eigenbedarfskündigung juristisch möglich ist, hat auch mit der Geschichte des Hauses zu tun. Das war in neunziger Jahren schon einmal Asylbewerberunterkunft. Als dann die Asylbewerberzahlen wieder sanken, stand es erst eine Weile leer und konnte später an die Großfamilie Hejhal vermietet werden.

Da jetzt wieder massenhaft Asylbewerber untergebracht werden müssen, wollte die Stadtverwaltung einfach wieder auf die frühere Flüchtlingsunterkunft zurückgreifen und schickte Hejhals einfach die Kündigung.

Jörg Hejhal will diesen Rauswurf nicht akzeptieren, auch wenn seine Chancen formaljuristisch schlecht stehen, wie selbst die Mieterberatung einräumen muss. Aber wo soll er hin? In Niederkassel gibt es keine Wohnung für die Großfamilie. Da empfiehlt die Stadtverwaltung einfach den Wegzug aus dem angestammten Ort. Das wäre vor allem für die Kinder ein Problem, wenn sie sind in Sportvereinen, Freundeskreisen und in der Schule fest verankert. Kann man sie da einfach rausreißen?

Sicher, auch Jörg Hejhal weiß, dass die Städte die ankommenden Asylbewerber irgendwo unterbringen müssen. Nur, statt ihn aus Niederkassel zu vertreiben und für seine Familie eine andere Wohnung zu suchen, wäre es doch sinnvoller gleich für die Flüchtlinge nach einer anderen Bleibe zu schauen. Das wäre eine Suche weniger und würde die Familie mit ihren sechs Kindern nicht solchen Belastungen unterwerfen. Vielleicht sollten sich Zuwanderungs- und Integrationspolitiker mehr um solche praktischen Probleme vor Ort kümmern als gebetsmühlenartig immer wieder eine bessere „Willkommenskultur“ anzumahnen. (Pierre Zorn)

4 Kommentare

  1. Helmut

    SO eine Meldung, schafft Deutschland weit mehr Auslaenderfeindlichkeit, als 10 Pegita Demos. Welche Interessen vertritt so ein Bürgermeister? Auf jeden Fall hat er sich als Politiker Negativ dargestellt.

    Antworten
  2. Erna Kern

    Das ist eine Freschheit was unsere Stadt macht. Wenn kein Platz ist soll Hr. Esch doch seine Wohnung zu verfügung stellen .Oder nochbesser die kommen allenach uns und gehen nachdennen wo die alle herkommen hoffentlich kippen noch viele boote um . Wir können auch nicht einfachlaufen gehen wenn uns was nicht bast

    Antworten
  3. Peter Kaiser

    Das darf doch nicht wahr sein!
    Wir werden das nicht zulassen!
    Die Verantwortlichen werden wir uns in den nächsten persönlich vorknöpfen!

    Antworten
  4. Andrea

    Das hat die Stadt sich ja toll ausgedacht die Familie steckt ihr Geld rein und renoviert die Wohnung
    Zählt Ihre Miete und wenn Die stadt isie anderweitig brauch schmeißt man die raus und sagt da haben wir ja ne top Unterkunft für Flüchtlinge erlich ne Frechheit wenn sie damit durchkommen
    Wenn der Flüvhtlingsstrom wieder abnimmt in xxx Jahren dürfen sie bestimmt wieder einziehen……
    Damit wieder Geld reinkommt und mal renoviert wird oder ??????

    Das nennt man dann Familienfreundlich sowas ärgert mich echt
    armes Deutschland ich hoffe die Familie darf bleiben
    Lg

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.