„Irgendwie zum Besseren“

Was motiviert linksextreme Gewalttäter? Vielleicht das: „Mir fällt schon auf, dass Gewalt in der linken Szene immer zu einer großen Publicity führt. Wenn wir vorher große Theorie-Diskussionen führen, dass das dann ungehört bleibt. Das ist traurig. Das ist jetzt keine Aufforderung, aber das ist eine Feststellung“, sagt ein linksautonomer Leipziger Student. Die Journalistin Marie-Sophie Rudolph hat für den MDR einige solcher Aussagen gesammelt.

So völlig überraschend sind diese Einblicke in die linksextreme Gedankenwelt nicht, aber man lässt sich ja auch gern mal in seinen Urteilen bestätigen. Zum Beispiel braucht es Gewalt: „Für Fortschritt bedarf es immer Kämpfe und die müssen wir halt weiterführen, um die Gesellschaft noch irgendwie zu einem Besseren zu führen.“[1] Aber die linke Gewalt ist viel besser als andere Gewalt, denn man redet immer darüber: „Ich glaube, dass Gewalt oder Sachbeschädigung immer das letzte Mittel sein sollten. Deswegen gibt es bei jeder gewalttätigen Aktion oder auch Sachbeschädigung in der linken Szene Diskussionen, das ist immer so.“ Außerdem ist die Gewalt für das Gute gar keine richtige Gewalt: „Ein Großteil der Sachen, die gemacht werden, sind keine Gewalt. Das unterscheidet die linke Szene auch ausdrücklich von der rechten, wo der Großteil der Taten Gewalttaten sind, Körperverletzung oder sogar Mord. Da gibt es eine Grenze und die meisten Leute haben einfach keine Lust, diese Grenze zu übertreten.“

Beruhigend, dass die meisten Linken heutzutage keine Lust mehr zum Morden haben. Das war schließlich auch mal anders. Allerdings wussten die Genossen früher auch etwas genauer, wofür sie in den Klassenkampf zogen: „Wir haben jetzt keinen Masterplan und brauchen jetzt nur noch die Revolution und dann setzen wir das um. Das ist ein Prozess. Aber das heißt auch nicht, dass das immer nur friedlich ablaufen kann. Das zeigt auch die Geschichte von Gesellschaftstransformation.“

Aber ganz ziellos sind diese Kämpfer für das Gute, die der MDR da präsentiert, auch nicht: „Unser großes Ziel ist die befreite Gesellschaft. Das bedeutet, dass eigentlich alle Herrschaftsformen, die es gibt, dass man arbeiten gehen muss – dass das alles abgeschlossen ist, dass Leute sich einfach frei entfalten können“.

Mehr hier: http://www.mdr.de/mdr-info/linksautonome-szene-leipzig-ein-portraet100.html

[1] Alle Zitate aus: http://www.mdr.de/mdr-info/linksautonome-szene-leipzig-ein-portraet100.html

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