„Schlechtester Innenminister aller Zeiten“

Kaum ein Innenminister eines Bundeslandes ist derzeit bei seinen Polizeibeamten besonders beliebt. Fast überall werden Stellen gestrichen, während die Herausforderungen wachsen und die Bürger sich immer unsicherer fühlen. Doch Stefan Studt (SPD), Innenminister von Schleswig-Holstein, hat es schon so weit gebracht, dass Polizeigewerkschaft und Hauptpersonalrat die Zusammenarbeit mit ihm ablehnen und auch die Einladung zu einem Gespräch demonstrativ ausschlugen. Das muss man als Minister erst mal schaffen. Zumal es in dem Gespräch um den geplanten Stellenabbau gehen sollte.

Glaubt man den Berichten der Regionalpresse, scheinen beim Innenminister einige Fähigkeiten, die Führungspersönlichkeiten im Umgang mit Untergebenen haben sollten, nicht besonders ausgeprägt zu sein.

So berichtet shz.de[1] beispielsweise, dass es langjähriger Brauch war, dass sich der Innenminister wenigstens einmal persönlich bei Polizeibeamten, die im Einsatz verletzt wurden, nach deren Befinden erkundigt. Das habe Studt abgeschafft und intern kommentiert mit der Frage: „Was soll ich denn mit denen reden?“

Dass Kommunikation nicht seine Stärke ist, soll den heutigen Innenminister schon sein Amt als Chef der Staatskanzlei gekostet haben. Wie aber kann sein Genosse Ministerpräsident angenommen haben, dass er die mangelnden kommunikativen Fähigkeiten im neuen Amt nicht brauchen würde? Oder gibt es unter den norddeutschen SPD-Kadern nicht die nötige Auswahl? Deshalb ist es ja auch nur bemerkenswert, weil ein Kernproblem einer reinen Parteiendemokratie, die Parteigremien eine ungesunde Machtfülle verleiht, wieder einmal deutlich zu Tage tritt.

Es wäre besser, man könnte als Bürger zwischen Persönlichkeiten, statt nur zwischen dem von Parteiapparaten vorsortierten Personal wählen. Leider denkt in Deutschland niemand mehr über das Mehrheitswahlrecht nach. (PZ)

[1] http://www.shz.de/schleswig-holstein/politik/aufstand-der-polizei-gegen-innenminister-stefan-studt-id9990241.html

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