Lieber Flüchtlinge als Obdachlose

Es ist nicht neu, dass sich die Hilfe für Hilfsbedürftige mancherorts zu einem lukrativen Geschäft entwickelt hat. Vor allem, wer einen Schlafplatz anbieten kann, hat in Ballungsräumen derzeit gute Verdienstmöglichkeiten. Der Steuerzahler zahlt zuverlässig. Fatal ist es aber, wenn die eine Gruppe von Notleidenden einer anderen vorgezogen wird, wie beispielsweise in Berlin. Es gibt mehr Geld, wenn man einen Flüchtling unterbringt, als wenn man einem Obdachlosen einen Schlafplatz gibt.

Die Zahl der Asylbewerber, die nach Berlin kommen, ist anhaltend hoch, so wie in allen deutschen Ballungsräumen. Die Plätze für ihre Unterbringung sind knapp. Das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) zahlt für einen Flüchtling zuweilen auch hohe Mieten.[1]

„Wenn in Notunterkünften und Vertragshostels alles belegt ist, gibt das Lageso Kostenübernahmescheine für weitere Hostels aus. Diese gelten blanko bis 50 Euro pro Person“, schreibt der Tagesspiegel. „Rund 1800 Flüchtlinge sind aktuell mit Hilfe solcher Gutscheine untergebracht. Das kostet Millionen. Viele Hostels haben ihre Preise erhöht, um mehr kassieren zu können. Das wiederum trifft unter anderem die Obdachlosen, denn für sie sind die Bezirke zuständig, und die geben in der Regel nur 25 Euro aus. Da Flüchtlinge also mehr Geld bringen, werden sie von Hostel-Betreibern bevorzugt.“[2]

Mit Obdachlosen lässt sich also weniger Geld verdienen, als mit Flüchtlingen. Aber mit einem entsprechend „optimierten“ Angebot vielleicht schon. Ausgerechnet der umstrittene Unternehmer Helmuth Penz will nun ins Geschäft mit den Obdachlosen einsteigen, schreibt der Tagesspiegel. Penz sorgte in Berlin für Schlagzeilen, weil er mit dem inzwischen degradierten LaGeSo-Chef Franz Allert äußerst lukrative Verträge zu Lasten des Steuerzahlers abschließen konnte. Dass er sich nun der „billigeren“ Klientel annimmt, alarmiert manchen Landespolitiker. Fabio Reinhardt (Piraten) warnt eindringlich, denn „Obdachlosenunterkünfte werden noch schlechter als Flüchtlingsheime auf Einhaltung der Standards kontrolliert.“

Sind Obdachlose also Hilfsbedürftige zweiter Klasse? Wer durch seine Politik diesen Eindruck entstehen lässt, spielt in einer so angespannten Situation mit dem Feuer. Oder hat es noch niemand bemerkt?

[1] http://sichtplatz.de/?p=3499

[2] http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-lageso-affaere-in-berlin-pewobe-steigt-ins-geschaeft-mit-obdachlosen-ein/12077278.html

8 Kommentare

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  2. Bürgerfried

    Das muss noch raus:

    S o kommen Sie n i c h t in den Himmel…

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  3. Bürgerfried

    Nachtrag

    Heute erst den Artikel “Glorias Villa…“ in den Regensburg-Nachrichten vom 11.05.2015 ergoogelt und leider auch noch gelesen.

    Möchte dazu lieber nichts schreiben…

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  4. Bürgerfried

    Schönen guten Tag, liebe Fürstin Gloria von Thurn und Taxis,

    haben Durchlaucht denn inzwischen mal die Zimmer von St. Emmeram zählen lassen? Sind es nun 400 oder 900? Vielleicht sind es gar 1000, dann könnten Sie doch mal locker und ohne spürbare Einbußen 100 Zimmerlein an Flüchtlinge und Obdachlose abtreten!
    Spaß beiseite, bitte bitte geben Sie sich einen herzoglichen Ruck und senden Sie so ein großartiges und vorbildliches Zeichen an alle Reichen!
    Die Betroffenen, Herr Seehofer und der liebe Gott werden sehr dankbar sein, so dass Ihnen im Himmel ein ewiges supertolles Dasein sicher sein wird…

    Vielen Dank für Ihre wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit!

    Mit vorzüglicher Hochachtung
    buergerfried@mail.de

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    1. Bürgerfried

      Flüchtlinge bei Gloria von Thurn und Taxis auf St. Emmeram

      hier: Stilistische Nachbesserung des vorletzten Satzes (dreimal sein ist zuviel des Guten)

      “Gott, Herr Seehofer und die Betroffenen würden es Ihnen sehr danken und high live in heaven for ever wären Durchlaucht sicher…“

      P. S.: Hallo Gloria, Du solltest Deinen Stil zu spenden und zu helfen auch mal nachbessern…

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  5. Bürgerfried

    Nachtrag

    Bitte mal gugln:

    Schloss St. Emmeram, Zimmer

    No comment…

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  6. Bürgerfried

    Nachbesserung

    Volkssolidarität stärken!

    Kaum bewohnte Schlösser wie St. Emmeram, unbewohnte Villen und dergleichen für Flüchtlinge u n d Obdachlose beschlagnahmen!

    Aber dalli…

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  7. Bürgerfried

    Volkssolidarität stärken!

    St. Emmeram und dergleichen für Flüchtlinge beschlagnahmen!!!

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