Wider die Verantwortungs-Vermeidung

„Sind wir noch zu retten? Marode Brücken werden gesperrt, wir lassen Autobahnen und Straßen verrotten, Schulen verkommen, die Schreibschrift wird abgeschafft, das Niveau im Bildungswesen sinkt im Sturzflug, Streiks legen weite Teile des öffentlichen Lebens lahm, um lediglich Teilinteressen durchzusetzen. In der Politik werden notwendige Entscheidungen nicht getroffen, Fehler werden nicht eingestanden, sondern verleugnet und vertuscht.

Unsere Gesellschaft ist im Dauerstress: Millionen Menschen leiden unter bedrückenden Symptomen und fühlen sich erschöpft, ausgebrannt und leer. Ständige Erreichbarkeit, Termindruck und eine Fülle von Informationen, die auf uns einprasseln, machen uns fertig.

Michael Winterhoff konstatiert: Viele Erwachsene resignieren heute in unserer Gesellschaft, sie vermeiden regelrecht, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Ursächlich dafür sind u.a. die unglaublich raschen Veränderungen durch die digitale Revolution, die die Psyche jedes Einzelnen stark belasten, ja überlasten. Ein Dauer-Input an Meldungen und unzählige Reize, die ein konzentriertes Arbeiten häufig kaum noch möglich machen, werden ergänzt durch eine Flut von Krisen- und Katastrophennachrichten.

Die Folge: Unsere Psyche läuft Marathon, kommt nicht mehr zur Ruhe. Alltägliche Ereignisse und Anforderungen können kaum verarbeitet werden.

In seinem neuen Buch wird der verhängnisvolle Mechanismus dieser Opferrolle entlarvt. Und wir erkennen, dass wir wieder Verantwortung für uns übernehmen und klare Entscheidungen treffen müssen und können.“[1]

Ein Gespräch mit dem Autor sendet der Saarländische Rundfunk am 20. September 2015[2]

Michael Winterhoff:  Mythos Überforderung

Was wir gewinnen, wenn wir uns erwachsen verhalten  256 Seiten.  Geb. mit Schutzumschlag  EUR 19,99 [D] / EUR 20,60 [A] / CHF 26,90* (*empf. VK)  ISBN 978-3-579-06620-2 Erscheinungstermin: 8. September 2015

Leseprobe

 

 

 

 

[1] http://www.presseportal.de/pm/61427/3112787

[2] http://www.sr-online.de/sronline/sr2/sendungen_a-z/fragen_an_den_autor//index.html

1 Kommentar

  1. Reinhard Wehpunkt

    Was für ein windelweiches Sammelsurium von Entschuldigungs-Blablabla:
    „Viele Menschen leiden“, „resignieren“, „fühlen sich erschöpft, ausgebrannt und leer“, „rasche Veränderung“, „digitale Revolution“ usw.

    Wir sind in diese Welt geboren, um uns mit unserem Leben auseinanderzusetzen, in erster Linie mit der Erfüllung der Primärbedürfnisse aber auch mit Gefühlen wie Angst, Minderwertigkeit, Verzweiflung, Einsamkeit, Gier, Neid etc.
    Wer sich dem verweigert, stattdessen täglich 221 Minuten (statista) vor der Verblödungsglotze hockt und dort sein Leben diesem Dreck (M. Reich-Ranicki) widmet, darf sich nicht wundern, wenn er selbst zum deprimierten Dreck wird, der verantwortungslos, entscheidungsunfähig, mitleidsduselig – kurzum vollverblödet und lebensuntauglich sein Leben fristet.

    Eine solche Massenverblödung durch alle Altersgruppen und sozialen Schichten führt dann zu Zuständen, wie wir sie heute erleben: willensstarke, kampfbereite und kampferprobte Pragmatiker überfluten dieses Land und werden diesen unseligen Existenzen bald ihre „Resignation“ austreiben. Mit aller Gewalt!
    Wer dann weiter in seiner gefühlsduseligen Leidenswelt gehätschelt und von einer hochbezahlten Sozialindustrie gebauchpinselt werden möchte, wird gar bös erwachen: Time out für Wohlfühlkokon und selbstgefälliger Mitleids-Wichsernummer von „Viele Menschen leiden“, „resignieren“, „fühlen sich erschöpft, ausgebrannt und leer“.

    Wer es lieber ein wenig wissenschaftlicher formuliert haben möchte, informiere sich unter dem Stichwort „Sozialdarwinismus“. Dort wird beschrieben, was gerade geschieht: das „Viele Menschen leiden“, „resignieren“, „fühlen sich erschöpft, ausgebrannt und leer“-Pack wird in Kürze ausgewechselt werden durch starke, lebenswillige, fortpflanzungsbereite vitale Menschen.

    Und dies ist im Sinne der Evolution –auch wenn es weh tut- wahrlich eine Bereicherung.
    Darüber ein Buch zu schreiben, lohnt sich!

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