„Reserveheer an Jobsklaven“

Jeder weiß: Wer sich politisch am rechten Rand zu Hause fühlt, ist gegen Einwanderung. Aber ist auch jeder am linken Rand dafür? Dachte man bislang, denn Demonstrationen beispielsweise gegen die Gegner von Asylheimen sprachen scheinbar eine eindeutige Sprache.

Aber so ganz geschlossen scheint die Einheitsfront nicht zu sein. Zumindest findet sich Anfang September in der „linken, marxistisch orientierten, überregionalen Tageszeitung“ „Junge Welt“ ein Zungenschlag, den man eher viel weiter rechts vermutet hätte. Der Wirtschaftsredakteur des Blattes, Klaus Fischer,  sieht im Auftrag des Kapitals die „Gehirnwaschmaschine“ „auf Hochtouren“ laufen, damit die Werktätigen durch Empathie an der Kritik der Einwanderung gehindert werden:

„Wünscht sich die herrschende Klasse ein größeres Reserveheer an Jobsklaven, ist das der Politik Befehl. Auch wenn dieser Wunsch nur ein Hilfsargument sein mag. Vielleicht soll die gewaltige Gleichschaltungskampagne nur das ungläubige Staunen verdecken, mit dem Finanzoligarchen, Multimilliardäre, Toppolitiker den Resultaten ihres Wirkens gegenüberstehen. Der von den Herren des Westen maßgeblich mitverursachte Strom von Menschen auf der Suche nach einer besseren Welt ist zu einer »materiellen Gewalt« geworden, wie es Karl Marx ausdrücken würde. Jetzt versucht man, das Beste für sich daraus zu machen. Mit untauglichen Mitteln und verlogenen Begründungen.

Gerhard Schröder, Hartz-IV-Kanzler und vermutlich letzter Regierungschef mit SPD-Parteibuch für mindestens hundert Jahre, ließ sich nicht lange bitten. Er gab jüngst Springers Welt ein Interview. Darin forderte er eine »Agenda 2020« und wünschte sich »Zuwanderung in unser Sozialsystem«. Um die Renten zu sichern.“

Weiter hier: https://www.jungewelt.de/2015/09-04/052.php

1 Kommentar

  1. Reinhard Wehpunkt

    Eine berauschende Meldung:
    Rechts und Links vereinigen sich gegen die Invasoren, um gemeinsam das Vaterland zu retten.

    Wer noch ein wenig Hoffnung hatte, die Katastrophe könne verhindert werden – nun ist sie gewiß. Das kann doch nur schief gehen ….

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