„Die offene Tür ist keine Option“

GELESEN: „Es gibt Umfragen, die zeigen, dass rund 40 Prozent der Einwohner ärmerer Länder gerne im reichen Teil der Erde leben wollte. Würde Deutschland seine Tore komplett aufmachen, würden diese Leute irgendwann kommen. Die offene Tür ist keine Option.“

Manchmal lohnt es sich doch, in  alte Zeitungen zu schauen. Beispielsweise ist es durchaus interessant, sich gerade heute ein Interview aus dem Februar 2015 mit dem Oxford-Ökonomen Paul Collier wieder durchzulesen, in dem sich auch der oben zitierte Satz findet.[1]

Collier fährt fort: „Das ist keine moralisch robuste Position. Ganz nebenbei fördern wir eine gewaltige kriminelle Industrie, die sich auf die Schlepperei von Flüchtlingen spezialisiert hat.“

„Warum setzt sich jemand in ein Boot und riskiert sein Leben? Die erste Antwort lautet: Weil er 4.000 Dollar für die Schlepper zusammen hat und bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen. Die zweite: Weil er weiß, dass er viel mehr Rechte bekommt, sobald er es an den Strand von Lampedusa geschafft hat. Dieses Versprechen lockt die Menschen in die Boote. Die Konsequenz aus unserem Handeln ist, dass mittlerweile 17.000 Menschen gestorben sind. Wir drücken den Menschen den geladenen Revolver in die Hand und sagen: Komm, spiel Russisch Roulette.“

„Wie entscheiden wir es heute? Wir belohnen diejenigen, die 4.000 Dollar zusammenbekommen haben und risikobereit genug waren. Diese Leute sind nur die Spitze des Eisberges. Es sind nicht unbedingt diejenigen, die unsere Hilfe am ehesten benötigen. Eher sind sie die Gewinner einer Lotterie. Das ist ein Grundproblem unserer Politik: Wir kümmern uns viel zu wenig um die Menschen, die zurückbleiben.“

Das ganze Interview finden Sie hier:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/interview-collier-zuwanderung-fluechtlinge/komplettansicht

[1] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/interview-collier-zuwanderung-fluechtlinge/komplettansicht

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