Rosinen vom Flüchtlingsmarkt

Die freiwillige Verteilung von Zuwanderern innerhalb der EU treibt eigenwillige Blüten. Dass Belgien dem derzeit etwas überlaufenen Deutschland insgesamt 250 Asylbewerber abnehmen will, klingt zunächst nobel. Allerdings suchen sich die Belgier aus, wen sie überhaupt auf eine Übersiedlung nach Belgien ansprechen.

Die ersten 39 Menschen haben sich belgische Regierungsvertreter nach einem Bericht der Neuen Westfälischen vom 12. September letzte Woche in Bielefeld herausgesucht und nach Belgien gefahren. Dabei hätten die belgischen Vertreter vor allem darauf geachtet, nur gut qualifizierten Flüchtlingen das Angebot einer Zukunft in Belgien zu machen. In dieser Woche suchen sie sich die nächsten aus.

Es hat schon ein merkwürdiges Geschmäckle, wenn die Nachbarländer sich aus den in Deutschland angekommenen Flüchtlingen die besten aussuchen, um Deutschland zu „entlasten“. Ist es zu böse, wenn man da an einen Sklavenmarkt denkt? Wenn uns die anderen EU-Partner auf ähnliche Weise „entlasten“, wird das mengenmäßige Ungleichgewicht bei der Verteilung der Zuwanderer vielleicht ein wenig gemildert. Dafür entsteht dann ein qualitatives Ungleichgewicht. Es begänne eine makabre Rosinenpickerei auf dem Flüchtlingsmarkt, dessen Geschäftsgrundlage wäre, dass alle die, die den anderen nicht nützlich und produktiv genug sind, in Deutschland bleiben.

2 Kommentare

  1. Pingback: Aufruf zum Flüchtlings-Tausch? | sichtplatz.de

  2. Ansager

    Also im Klartext, die Vorteile, die in der Zuwanderung stecken können, werden verteilt und die Probleme übernehmen wir. Eigentlich kann man von der EU doch auch nichts anderes erwarten.

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