Von Newcomer-Massen bis zum Palästina-Biergarten

Die kurze Durchsicht der Montags-Meldungen.

Beginnen wir mit einer integrationsjournalistischen Glanzleistung: „Rund 300 Flüchtlinge einer Nationalität prügelten sich mit 70 anderen. Die Beteiligten schlugen unter anderem mit Stöcken aufeinander ein und sprühten Reizgas. Als die Beamten die Lage beruhigen wollten, wurden auch sie angegriffen, drei Polizisten und drei weitere Flüchtlinge wurden verletzt. Die kleinere Gruppe flüchtete nach Polizeiangaben schließlich aus der Einrichtung. Es dauerte Stunden, bis die Polizei die Lage in Calden unter Kontrolle bringen konnte.“ Welche Nationalitäten konkret beteiligt waren, dürfen wir nicht erfahren, dabei ist es vielleicht wichtig, um die Eskalation zu verstehen. (http://www.stern.de/panorama/stern-crime/massenschlaegerei-in-fluechtlingsunterkunft–aufgestauter-frust-laesst-situation-eskalieren-6473008.html). Immerhin, manche Kollegen beantworten uns diese Frage: Es waren Pakistaner und Albaner. Siehe hier: http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/stundenlange-massenschlaegerei-in-fluechtlingsunterkunft-in-kassel-calden-13827235.html

Solche Massenschlägereien sind in deutschen Flüchtlingsheimen mittlerweile alltäglich, deshalb fordert jetzt auch die Gewerkschaft der Polizei die getrennte Unterbringung von Christen und Muslimen, berichtet „Die Welt“: „In einigen Heimen sind derzeit private Sicherheitsfirmen im Einsatz – mit mäßigem Erfolg. Viele Heimbewohner schildern, dass sich diese aus den Streitigkeiten unter den Heimbewohnern meist heraushalten. Vor allem, wenn es sich um religiös motivierte Auseinandersetzungen handelt; viele der Sicherheitsleute stammen selbst aus muslimischen Familien“. Mehr hier: http://www.welt.de/politik/deutschland/article146926095/Polizei-will-Fluechtlinge-nach-Religion-trennen.html

Da haben wir uns in den letzten Monaten daran gewöhnt, dass wir alle Asylantragsteller, egal ob politisch Verfolgte oder windige Glücksritter, Flüchtlinge nennen, weil das so schön positiv klingt und keine negativen Gefühle gegenüber den Zuwanderern aufkommen lässt und jetzt müssen wir uns wieder eines Besseren belehren lassen. Flüchtling klingt nämlich viel zu herablassend, schreibt ein Fl .., nein ein „Newcomer“, wie die Zuwanderer künftig korrekter genannt werden sollen. Mehr hier: http://www.tagesspiegel.de/berlin/newcomer-in-berlin-nennt-mich-nicht-fluechtling/12368912.html

Welche Auswirkungen der gegenwärtige recht unstete und wolkige Umgang mit der Zuwanderung politisch haben kann, zeigten die Oberösterreicher. Bei der dortigen Landtagswahl konnte die FPÖ ihr Ergebnis verdoppeln und alle anderen geben sich schockiert über das Erwartbare. Zum Beispiel hier: http://www.taz.de/Landtagswahlen-in-Oesterreich/!5233077/

Anderswo feierten Separatisten Erfolge, nein diesmal nicht die in der Ostukraine, sondern die katalanische Unabhängigkeitsbewegung freut sich über einen Wahlsieg bei den Regionalwahlen. Sollten jetzt, wo innereuropäische Grenzen ohnehin wieder wichtiger werden, auch noch ein paar neue entstehen? Mehr hier: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/linksradikale-cup-ruft-katalanen-zu-zivilem-ungehorsam-auf-13827315.html

Wer am Berliner Flughafen Schönefeld startet oder landet, der kann an einem gut beleuchteten Flughafengebäude vorbeirollen, dem berüchtigten BER. Was auf den ersten Blick fast fertig aussieht, hat sich jüngst als einsturzgefährdet herausgestellt. Also abreißen und neu bauen? Das schlagen parteiübergreifend Berliner und Brandenburger Politiker vor. Andere denken an Sondergesetze, um die Geltungsdauer der Baugenehmigung verlängern zu können, denn die verfällt, wenn der Bau im Herbst nächsten Jahres nicht abnahmefertig ist. Mehr hier: http://www.tagesspiegel.de/berlin/pfusch-am-hauptstadtflughafen-ber-politiker-erwaegen-abriss-und-neubau/12376646.html

Zum Abschluss blicken wir auf ein Kulturgut: das Bier. Offenbar droht die bislang größte Brauerei-Fusion der Welt. Gelänge sie, dann kämen „Pilsner Urquell“ und amerikanisches Budweiser künftig aus einem Hause. Da öffnen wir uns lieber ein Pils aus einer kleinen fränkischen Brauerei. Mehr hier: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/budweise-fuer-pilsner-urquell-100-milliarden-dollar-fuer-einen-bierbrauer-13827412.html

Wie schön, wenn man wenigstens davon berichten kann, dass das Bier in traditionellen Krisenregionen ein bisschen Frieden stiften kann, wie auf dem Oktoberfest im Westjordanland. Mehr hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/der-kosmopolitische-blick/oktoberfest-in-taybeh-israelis-und-palaestinenser-am-biertisch-13823622.html

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