Männer-Urin für Flüchtlings-Frauen?

„In den Unterkunftsbereichen werden alleinstehende Frauen von anderen männlichen Personen aus anderen Ländern anuriniert, auch wenn die Frauen schlafen. Sexuelle Belästigungen sind an der Tagesordnung.“[1] So zitiert Oberfeldarzt Dr. Dirk Meiners in einem Bericht über die Zustände in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in den Erfurter Messehallen einen Gesundheitsaufseher der Bundeswehr. Dass solche Zustände unter der Aufsicht deutscher Behörden geduldet werden, ist eigentlich unglaublich. Ist es ein Ausdruck totaler Überforderung, völliger Ignoranz oder der Angst, sich mit solchen Männern anzulegen, die in der Lage sind, unter Landsleuten und Glaubensbrüdern sofort gewalttätige Mitstreiter zu mobilisieren? Allein die Frage empfinden politisch Verantwortliche schon als Zumutung, denn jede Antwort wäre der Beleg für einen Skandal. Nur der jeweilige Charakter des Skandals unterscheidet sich. Da ist es einfacher, die Echtheit des Schreibens zu anzuzweifeln. Die Quelle im Internet gilt schließlich nicht als sonderlich seriös und schon gar nicht neutral. Die Verweise kommen von der Pegida-Facebook-Seite.

Der Sprecher des für die Unterkunft zuständigen Landesverwaltungsamtes, Adalbert Alexy, reagierte auch entsprechend: „Ich kann diese Vorfälle nicht bestätigen. Wenn es solche Übergriffe auf Frauen gegeben hätte, hätten wir sofort Strafanzeige gestellt. Ich gehe davon aus, dass die Sache nicht stimmt“, sagte er der „Thüringer Landeszeitung“. In den täglichen Lagebesprechungen habe es nie irgendwelche Informationen oder Hinweise auf sexuelle oder andere Übergriffe gegeben. Richtig sei, dass es zu Verschmutzungen komme, auch werde mitunter in Ecken uriniert.[2]

Den Journalisten, die wie die Kollegen von MOPO24 bei der Bundeswehr nachgefragt haben, bestätigte Daniela Eichler vom Landeskommando: „Wir kennen das Dokument, es ist echt“. Nun werde die Existenz der beschriebenen Zustände geprüft und natürlich, wer das für den internen Dienstgebrauch verfasste Schreiben an die Öffentlichkeit weitergegeben hat.[3]

Das Landesverwaltungsamt hat daraufhin die beschriebenen Zustände auch geprüft. Da aber hatte das Papier schon in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt. Es ist nicht verwunderlich, dass es die beschriebenen Übergriffe unter den offiziell prüfenden Augen der Beamten nicht gab. Ob das stimmte, was der Gesundheitsaufseher der Bundeswehr Mitte September beschrieb, kann letztlich niemand überprüfen. Doch dass er für eine „Hetz-Kampagne gegen Flüchtlinge“ geschrieben wurde, wie eine Zeitungsschlagzeile insinuiert, ist auch wenig wahrscheinlich.[4] Dazu sind vertrauliche Meldungen normalerweise nicht der richtige Weg.

Dass es kaum Anzeigen betroffener Flüchtlinge gegeben hat, ist ein schwaches Argument. Deshalb  hat es auch Monate gedauert, bis das Problem des häufigen sexuellen Missbrauchs von Frauen und Kindern in deutschen Asylbewerberunterkünften inzwischen von einer breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wurde und nun sogar erste Politiker Handlungsbedarf erkennen. Leider können sich die verantwortungsloseren Verantwortungsträger immer noch weitgehend darauf verlassen, dass die Wohlmeinenden alte Hemmungen haben, Missstände anzuprangern, an denen Asylbewerber nicht nur als Opfer beteiligt sind. Die Angst, man könnte Asylkritikern oder Fremdenfeinden Argumente liefern, sitzt tiefer als die Erkenntnis, dass man mit Verschweigen die Opfer unter den Flüchtlingen hier erneut schutzlos ihren neuen oder alten Peinigern aussetzt.

[1] http://www.i-finger.de/whistleblower/urin2.jpg

[2] http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Bundeswehr-prueft-Bericht-zu-Uebergriffen-auf-Erfurter-Messe-1046629658

[3] https://mopo24.de/nachrichten/bundeswehr-anuriniert-sexuelle-uebergriffe-zustaende-erfurter-messehalle-15195

[4] http://www.tlz.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Bundeswehr-Bericht-Hetzkampagne-gegen-Fluechtlinge-1611028195

2 Kommentare

  1. dentix07

    Sorry, ich halte es für ein Fake!
    „In den Unterkunftsbereichen werden allein stehende Frauen von anderen männlichen Personen aus anderen Ländern anuriniert wurden, auch wenn die Frauen schlafen.“
    Alleinstehend wird zusammen geschrieben, die Frauen sind ja nicht alleine stehend, sondern alleinstehend, sprich unverheiratet, ohne Anwesenheit/Begleitung von Verwandten!
    Das kann einfach ein Rechtschreibfehler sein, aber sehen wir weiter: „…. werden […] anuriniert wurden,..“!
    Auch kein gutes Deutsch!
    Dann: „…. von anderen männlichen Personen aus anderen Ländern …“
    Äh!? Was will uns der Schreiber sagen? Das die Frauen sich nicht selbst anpinkeln, weil „… von anderen…“? Überflüssig!
    „Männliche Personen“ ist Behördendeutsch, lasse ich so stehen.
    Aber „aus anderen Ländern“? Es dürfte sich bei den männlichen Flüchtlingen kaum um Deutsche handeln, folglich sind sie, bezogen auf Deutschland, ALLE aus anderen Ländern, oder will der Schreiber uns mitteilen, daß die „Täter“ nicht aus dem Heimatland der Opfer stammen? Will er also auf einen flüchtlingsinternen Konflikt hinweisen, besonders auf einen geschlechtsspezifischen der Art: Männer bestimmter Herkunftsländer – die nicht die der weiblichen Opfer sind – legen eine so deutliche Mißachtung alleinstehender Frauen an den Tag, daß sie sie anpinkeln? Und das auch (!!!) wenn sie schlafen!?
    Wieso „auch“?
    Mein beschränkter Verstand sagt mir, daß gerade das der geeignete Zeitpunkt wäre, wenn ich denn so etwas vorhätte, da sie es dann entweder nicht einmal merken würden, oder wenigstens eine kurze Zeit bräuchten um, aus dem Schlaf gerissen, zu reagieren! Denn reagieren werden sie sicher und sicher auch nicht friedlich!
    Das „auch“ vermittelt hier den Eindruck es wäre allgemeiner normaler und am Tage stattfinder Usus und Nachts, bzw. während die Frauen schlafen eher die Ausnahme! Schlecht vorstellbar!

    Obendrein wäre, angesichts der berichteten Zustände vom „routinemäßigen“ Pinkeln in irgendwelche Ecken, zu fragen, ob das Anpinkeln denn tatsächlich mit Absicht geschieht, oder einfach eine – eigentlich – nicht beabsichtigte Folge der Zustände ist? (Siehe Klobrille und Stehendpinkler!)

    Dazu schon am Anfang die Formulierung: „Um eine Vorstellung zu vermitteln …. schreib ich euch …“.
    Das deutet beim Autor auf einen feministisch u/o linken (antifa?) Hintergrund hin. Dort ist das Duzen in dieser Form üblich, aber sicher nicht von einem Gesundheitsaufseher der Bundeswehr, der vorgesetzter Stelle berichtet.

    Im dann folgenden Text finden sich weitere Formulierungen, die ich in einem Bericht eines Gesundheitsaufsehers sehr seltsam finde, z.b.: „Hier unterstützen das PzGrenBtl 391 …. „. Wen oder was unterstützen sie? Oder: „Ab heute (18.09.2015) sind Soldaten aus Berlin Vorort (! vor Ort!) und unterstützen in der San-Versorgung der Flüchtlinge.“
    Gleicher Fehler! Schlechtes, bzw. szenetypisches Deutsch!
    klingt sehr nach femi/links/anti-fa!

    Interessant auch, daß die Einleitung vor dem Zitatblock in einer anderen Schriftart (fonts), bzw. größer geschrieben ist, als die Endbemerkung und der Gruß des Dr. Meiners danach!
    Das erscheint mir nicht logisch!

    Mir scheint es Dr. Meiners bringt diesen Berichtsausschnitt an den er geraten ist, seinen Vorgesetzten zur Kenntnis, damit diese sich darum kümmern. Das heißt jedoch nicht, daß dieser Bericht der Wahrheit entspricht!

    Wer meiner Meinung nach dahinter steckt habe ich oben begündet!

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    1. dentix07

      Grrrr! Gebe ein r für begründet!

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