Flüchtlinge statt Feuerwehr

Gerade Planer von Flüchtlingsunterkünften müssten doch nach etlichen Brandstiftungen und auch aus Unachtsamkeit ausgebrochenen Bränden in Asylbewerberheimen wissen, wie wichtig Feuerwehr und Brandschutz sind. Dennoch musste die Landesfeuerwehrschule Niedersachsen in Celle auf Weisung des Innenministeriums den Lehrbetrieb einstellen, um dort Asylbewerber unterbringen zu können. Ein Einzelfall? Oder machen die negativen Beispiele, Lehreinrichtungen zu schließen, um Flüchtlinge unterzubringen, jetzt Schule.

So wollen wir das schaffen? Sollte es wirklich keinen anderen Platz mehr geben, als in vollem Betrieb befindliche Schulen und Lehreinrichtungen, dann hätten wir einen kritischen Füllstand erreicht. Oder versagt hier nur eine Verwaltung, die den eigenen Immobilienbestand im Lande zu schlecht kennt, um zu wissen, wo noch etwas Luft ist?

Eine Feuerwehrschule gehört jedenfalls zu eher ungeeigneten Orten für eine Zweckentfremdung. Das ist auch dem niedersächsischen Innenministerium bewusst, denn gerade in diesem Hause weiß man ja eigentlich, wie dringend die Feuerwehrleute und Katastrophenschützer, die hier ihre Aus- und Fortbildung durchlaufen, gebraucht werden. Deshalb gab es nicht nur diese lapidare Mitteilung: „In der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) in Loy (Kreis Ammerland) und in der Einrichtung in Celle wird bis auf weiteres der Ausbildungsbetrieb ausgesetzt, damit dort zeitlich befristet Flüchtlinge untergebracht werden können.“[1] Stephan Manke, Staatssekretär im Innenministerium, sprach von einem „historisch wohl einmaligen Schritt“, der aber unumgänglich sei.

Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) kann das Vorgehen des Innenministeriums nicht verstehen. Man könne doch nicht ausgerechnet die Feuerwehrleute so brüskieren, sagte er der Celleschen Zeitung: „Die Feuerwehrleute haben uns bisher ganz großartig bei der Flüchtlingssituation unterstützt.“ Vor allem aber ärgert ihn, dass er dem Land ja eine Alternative vorgeschlagen hatte, die  ehemalige JVA Salinenmoor.

In der hessischen Landesfeuerwehschule in Kassel leben auch schon Flüchtlinge. Dort allerdings belegen sie noch nicht alle Gebäude und der Lehrbetrieb kann auf eingeschränktem Raum weitergehen. Noch.

[1] Alle Zitate aus: http://www.cellesche-zeitung.de/S4359757/Weitere-Fluechtlinge-in-Celler-Landesfeuerwehrschule-Mende-sauer

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