„Ankommenskultur“, Todeslisten und Stehpinkler

DER MORGEN-DURCHBLICK DER FREITRAGSMELDUNGEN

Dass Chris Harper Mercer im Umpqua Community College in Roseburg (US-Bundesstaat Oregon) erst nach der Religionszugehörigkeit seiner Opfer gefragt haben und dann gezielt Christen erschossen haben soll, macht weltweit Schlagzeilen. Wenn hingegen islamistische Terrorgruppen in Entwicklungsländern Punkt für Punkt ihre Todeslisten abarbeiten, schaffen sie es nur in die hiesige Presse, wenn ihre Todesliste auch nach Deutschland und Europa reicht.

Ananya Azad ist seit Juni Stipendiat der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. Der Blogger, der aus Bangladesch kommt, setzt sich für Frauenrechte ein und kritisiert religiösen Fundamentalismus. Deshalb gelangte er auf eine Todesliste der Terrorgruppe „Ansarullah Bangla Team“. Mindestens vier Morde an kritischen Bloggern werden der Gruppe zugerechnet. Manche ihrer Opfer hatten sie enthauptet. Kommen Vertreter des „Ansarullah Bangla Team“ nun auch nach Deutschland? Neben dem erwähnten Azad sollen noch fünf weitere Menschen, die auf der Todesliste stehen, in Deutschland leben. Mehr hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/islamisten-aus-bangladesch-bedrohen-saekulare-blogger-auch-im-exil-13834296.html

Ansonsten ist natürlich der Zuwandererzustrom Top-Thema, wie immer in den letzten Monaten. Und lässt sich dabei wirklich eine Neuigkeit vermelden? Vielleicht, dass der Bundesinnenminister ein ernstes Problem darin sieht, dass die Flüchtlinge sich im freien Deutschland zu frei fühlen und einfach dahin fahren, wohin sie wollen. „Bis zum Sommer waren die Flüchtlinge dankbar bei uns zu sein. Sie haben gefragt, wo ist die Polizei, wo ist das Bundesamt. Wo verteilt Ihr uns hin.“, sagte Thomas de Maiziere dem ZDF. „Jetzt gibt es schon viele Flüchtlinge, die glauben, sie können sich selbst irgendwohin zuweisen“, so der Minister. „Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren. Sie streiken, weil ihnen die Unterkunft nicht gefällt, sie machen Ärger, weil ihnen das Essen nicht gefällt, sie prügeln in Asylbewerbereinrichtungen.“ Eine „Ankommenskultur“ soll her. Mehr u.a. hier: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.deutschland-de-maizi-re-beklagt-eigenmaechtigkeit-vieler-fluechtlinge.6c712fff-3ad5-4f4d-8426-14f3d1938c1d.html

Asylbewerber nach Deutschland fahren ist verboten, das darf nur in Bussen und Sonderzügen geschehen, die auf Kosten des Steuerzahlers geschickt werden. Alle anderen gelten erst einmal als Schleuser, egal ob sie Menschen in einen Lieferwagen pferchen oder sie wohlmeinend in ihrem Pkw mitnehmen. Einen Einblick in diese Schleuserszene gibt es hier: http://www.taz.de/!5234973/

Manche quälend offene Frage wird durch die Flüchtlinge bis auf weiteres gelöst. Wie der Berliner Dauerbrenner, nach der Zukunft des im April 2014 geschlossenen Internationalen Congress Centrums (ICC). Jetzt ziehen Asylbewerber ein, wie auch in die nahegelegene Messehalle 26 auf dem Messegelände. Messehallen scheinen inzwischen ja schon in fast allen deutschen Städten bewohnt zu sein. Mehr hier: http://www.taz.de/Unterkuenfte-von-Fluechtlingen-in-Berlin/!5234587/

Dass eine für Integration zuständige Berliner Senatsverwaltung vor großen Aufgaben steht, die auch Geld kosten, ist jedem klar. Aber wenn es dann konkret wird und dafür andere lieb gewordene Förderungen gestrichen werden müssen, dann hört dieses Verständnis schnell auf. Wie beim Berliner „Karneval der Kulturen“, einem alljährlichen bunten Umzug, der im nächsten Jahr noch über 800000 Euro vom Senat erhält, sich aber im Jahr 2017 in die kalte Welt der Sponsorensuche begeben soll. Dann sollen vom Steuerzahler nur noch 270000 Euro kommen. Gemein, finden die Karneval-Veranstalter. Mehr hier: http://www.taz.de/Karneval-der-Kulturen/!5234586/

Haben Sie Angst vor einwandernden Islamisten und dem von ihnen oft gepflegten radikalen Antisemitismus? Dann lassen Sie sich von zwei EU-Kommissaren beruhigen.  Muslime stellen „überhaupt keine Gefahr für uns dar, sondern eine Bereicherung, die uns stärker macht“, hat der Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans klargestellt. Und die dürften nicht diskriminiert werden, weshalb EU-Justizkommissarin Vera Jourova zusammen mit Timmermans am Donnerstag in Brüssel forderte, es müsse eine „vernünftige Strafverfolgung“ gegen Hassreden geben. Muslimischer Antisemitismus ist hingegen kein spezielles Thema. „Das ist ein paneuropäisches Problem, darauf muss es eine gesamteuropäische Antwort geben“. Da lehnen wir uns entspannt zurück, weil auch die Hassprediger beim heutigen Freitagsgebet ganz zahm sein werden, schwer beeindruckt von der kommenden „gesamteuropäischen Antwort“. Mehr hier: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4833550/EUKommission-draengt-auf-Strafen-fur-Hassreden-

Doch jetzt endlich weg von den Flüchtlingen und dem Islam, es gibt ja noch andere Themen. Gorleben beispielsweise. Auch dort gibt es Neuigkeiten. Greenpeace und der Graf von Bernstorff hatten dagegen geklagt, dass Grundbesitzer den Untergrund im Bereich des Salzstockes nicht verändern dürfen. Die Bundesregierung will sich mit der sogenannten „Veränderungssperre“ die Nutzung als Endlager für Atommüll offen halten. Das Verwaltungsgericht in Lüneburg hat die aktuelle Klage gestern nun für unzulässig erklärt, aber die Berufung zugelassen. Mehr hier: http://wendland-net.de/post/gorleben-klage-vor-dem-verwaltungsgericht-gescheitert-26162

Schlagbaum hoch, Schlagbaum runter – was inzwischen zur alltäglichen Übung an europäischen Grenzen geworden ist, das schafft man in Dresden auch in kleinerem Rahmen an einem Ministeriumsparkplatz. Gebaut für 1,6 Millionen Euro Steuergeld stand er abends in bester Innenstadtlage immer leer, während Innenstadtbesucher verzweifelt einen Parkplatz suchen. Also wurden abends die Schranken für den gemeinen Bürger geöffnet. Wie schön. Jetzt sind sie wieder zu, denn die Öffnung war nur ein Test, dessen Ergebnisse nun amtlich ausgewertet werden müssen, bevor sie Schranken vielleicht wieder geöffnet werden können. Mehr hier: http://www.bild.de/regional/dresden/parken/posse-ministeriums-parkplatz-wieder-dicht-42858456.bild.html

Zum Schluss ein Zeichen, dass nicht alle Freiheit verloren ist. Viele frühere Selbstverständlichkeiten sind heutzutage beinahe verboten und vielfach geächtet, wie das Rauchen. Auch Stehpinkler haben oft einen schweren Stand. Jüngst hatte ein Vermieter einen Mieter auf Schadensersatz verklagt, weil beim stehpinkeln unvermeidliche Urinspritzer den empfindlichen Marmorfußboden im Bad ruiniert hätten. Vor Gericht allerdings konnte bislang die Freiheit, aufrecht zu urinieren, noch triumphieren. Die Begründung: „Trotz der (…) zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen (…) Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit (…) erheblichen Auseinandersetzungen mit – insbesondere weiblichen – Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen.“ Mehr hier: http://www.bild.de/regional/duesseldorf/urinieren/pinkel-prozess-geht-in-die-naechste-runde-42794116.bild.html

 

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