Gewalt und Greenpeace-Kohle

DER MORGENDURCHBLICK DER MITTWOCHSMELDUNGEN

Die monatelang verdrängte Gewalt in Asylbewerberheimen, deren Opfer ja ausnahmslos Flüchtlinge sind, ist nun auch in der veröffentlichten Wahrnehmung angekommen. Jetzt wird jeden Tag über Massenschlägereien berichtet. Alltäglich waren sie schon, als die Medien sich noch an den Willkommensszenen auf einigen deutschen Bahnhöfen berauschten.

Gestern Abend nun traten in Hamburg Afghanen gegen Albaner zu einer Massenschlägerei an. Eine Paarung, die es, glaubt man den Berichten, häufiger zu geben scheint. Fünf Verletzte und drei Festnahmen stehen in der ersten Polizeibilanz. In Braunschweig schlugen sich zeitgleich mehrere hundert Algerier und Syrer. Ob es auch darum ging, wie viele der Algerier sich als Syrer ausgeben, um leichter Asyl zu bekommen? Wir wissen es nicht. Vieles wissen wir nicht. Das beklagt auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt. Er wirft den verantwortlichen Politikern vor, Berichte über Gewalt und sexuelle Übergriffe in Asylbewerberheimen herunterzuspielen. Mehr hier: http://www.deutschlandfunk.de/hamburg-fuenf-verletzte-bei-massenschlaegerei-in.447.de.html?drn:news_id=532689

Das Handelsblatt zitiert Herrn Wendt, noch etwas ausführlicher: „Die Innenminister wären gut beraten, mal ihre eigenen Lageberichte zu lesen.“ Der Gewerkschaftschef bezeichnete Äußerungen von Politikern als zynisch, bei sexuellen Übergriffen gegen Frauen und Mädchen in den Heimen handele es sich um Einzelfälle. Auch unter normalen Umständen gebe es bei diesen Delikten eine hohe Dunkelziffer, weil Frauen den Weg zu Polizei und Staatsanwaltschaft scheuten. Bei weiblichen Flüchtlingen komme womöglich hinzu, dass in ihren Herkunftsländern solche Straftaten meist nicht angezeigt würden. Wichtig sei, dass es für die Frauen eine Beratung gebe, in der sie Vertrauen zu unabhängigen Personen gewinnen könnten. Mehr hier: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gewalt-in-fluechtlingsheimen-polizeigewerkschaft-spricht-von-verharmlosung/12416766.html

In Hamburg sollen nun vier Schutzzelte, die nur für Frauen aufgestellt werden, Abhilfe schaffen. Die sogenannten Domo-Zelte seien auf eine private Initiative hin mit Spendengeldern gekauft worden, sagte eine Sprecherin des städtischen Betriebs „Fördern und Wohnen“ der „Welt“. Sie sollen Flüchtlingsfrauen in der Zentralen Erstaufnahme im Stadtteil Bahrenfeld zum Beispiel Gelegenheit bieten, unbeobachtet von Männern ihr Kopftuch abzulegen oder ihre Babys zu stillen. Leider hat niemand die Frage gestellt, wer die Frauen daran hindert, auch woanders ihr Kopftuch abzulegen. Oder schafft man leichter Akzeptanz für das Frauenzelt, wenn man ihm auch eine islamisch-religiöse Rolle zuweist? Mehr hier: http://www.welt.de/regionales/hamburg/article147284554/Hamburg-stellt-Schutzzelte-fuer-Fluechtlingsfrauen-auf.html

Gelegentlich endet die Gewalt im Flüchtlingsheim auch tödlich. „Für mich ist schwer zu begreifen, dass der Getötete über das Mittelmeer oder wie auch immer vor der Gewalt aus Nordafrika flieht, um dann hier in Deutschland abgestochen zu werden“, sagt ein Notarzt im sächsischen Delitzsch. Zitiert wird er in einem Artikel über eine Studie, die belegt, dass Gewalt in Flüchtlingsheimen zum Alltag gehört. Welch eine Überraschung. Mancherorts, auch auf diesen Seiten, konnte man das schon vor vielen Monaten lesen. Nein, wir wollen nicht beleidigt nörgeln, denn auch hier gilt, besser spät als nie. Mehr hier:  http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article147304126/Wenn-die-Flucht-in-Deutschland-toedlich-endet.html

Auch die Brandenburger Landesregierung erklärt nun öffentlich, dass es eine „spürbare Zunahme“ der Gewalt in Asylbewerberunterkünften gäbe. Jüngstes Beispiel: Vier Albaner sollen in der Stadt Brandenburg einen Kenianer niedergestochen haben. War es vielleicht Rassismus? Mehr hier: http://www.maz-online.de/Brandenburg/Gewalt-in-Fluechtlingsheimen-nimmt-zu

Wenigstens hat kein Fremder den Tod des Flüchtlings aus Eritrea verursacht, der vorgestern bei einem Brand in einem Asylheim in Saalfeld starb. Die Polizei geht inzwischen von einem Suizid aus. Fremdverschulden schließen die Beamten aus. Mehr hier: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/blaulicht/detail/-/specific/Kein-Fremdverschulden-bei-Tod-eines-Asylbewerbers-in-Saalfeld-466196040

Aber wir dürfen uns nicht beirren lassen, denn „wir schaffen das“, wenn wir nur unserer Kanzlerin folgen. Die zeigt doch Entschlossenheit. Gut, wohin die Reise in der Einwanderungspolitik gehen soll und wie sich der Zustrom der vielen Menschen bewältigen lässt, sagt sie uns nicht. Aber sie hat jetzt die Bewältigung der Flüchtlingskrise zentral in die eigene Hand genommen, bzw. ihrem Kanzleramtsminister Peter Altmaier überantwortet und damit den Bundesinnenminister entmachtet. Der hatte sich auch viel zu asylkritisch geäußert. Von den Asylbewerbern etwas fordern, gar eine „Ankommenskultur“, wo kommen wir denn dahin? Mehr hier: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/merkel-entmachtet-de-maiziere-altmaier-soll-die-fluechtlingskrise-bewaeltigen/12416272.html

So, jetzt ist es aber endlich Zeit für etwas Positives. Warum sagt denn keiner mehr, dass und wie uns die Zuwanderer nutzen? Zum Glück gibt es da einen mutigen Mann: Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, der erklärt, dass all die ankommenden jungen Männer das Gesundheitssystem retten werden. Schließlich würden sie ja bald Arbeit haben und dann als Beitragszahler einzahlen. Gleichzeitig handele sich um junge Menschen, die von chronischen Krankheiten verschont seien und die das Gesundheitssystem kurzfristig nicht deutlich belasten würden. Deshalb können wir ja auch getrost jedem Asylbewerber eine Chipkarte für den freien Arztbesuch in die Hand drücken, wie es vielerorts schon geplant ist. Mehr hier: http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/624394/lauterbach-fluchtlinge-entlasten-gesundheitssystem

Auch an anderer Stelle sind die Vertreter des Fortschritts ebenso aktiv. Greenpeace hat ein ganz besonderes Vorhaben verkündet: Die Umweltschutzorganisation möchte die vom schwedischen Staatskonzern Vattenfall zum Verkauf ausgeschriebene deutsche Braunkohlensparte zu kaufen. Danach wollen die Umweltschützer die Braunkohleverstromung kontrolliert abwickeln und die Energieerzeugung auf erneuerbare Quellen umstellen. Mehr hier: http://www.taz.de/Ausschreibung-von-Vattenfall/!5235372/

Können Sie sich erinnern: Während wir auf Flüchtlinge starren, gibt es immer noch Währungskrisen und Nullzinsen, obwohl keiner mehr davon spricht. Eine Meldung aus China erinnert daran. Die Genossen in Peking sollen darüber nachdenken, für den Yuan eine Golddeckung einzuführen. Keine neue Idee, in alten Zeiten war das bei westlichen Währungen üblich. Wenn es mehr als nur ein Gedanke ist, wird uns das auch noch spürbarer beschäftigen. Mehr hier: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/10/07/gegen-den-dollar-china-will-yuan-mit-gold-deckung-einfuehren/

Na gut, kommen wir am Ende zurück zur Flüchtlingskrise und der Frau, die sie beherrscht. Über die Verleihung des Friedensnobelpreises an Angela Merkel konnte man bislang eher satirische und leicht abfällige Bemerkungen in kritischen Kommentaren zu ihrer Asylpolitik hören. Jetzt gibt es auch die ernst gemeinte Forderung, ihr diese Ehre zuteil werden zu lassen: „Der Friedensnobelpreis wäre ein richtiges Signal für eine Neuausrichtung der globalen Flüchtlingspolitik“, sagte der Vizechef der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, dem Handelsblatt. Mehr hier: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/auszeichnung-fuer-die-krisen-kanzlerin-cdu-politiker-wollen-friedensnobelpreis-fuer-merkel/12415468.html

 

 

1 Kommentar

  1. dentix07

    Oh, Karl „Propeller-Charly“ Lauterbach quakt auch mal wieder!? Übrigens, in China ist gerade ein Sack Reis umgefallen!

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