Terroristen, Giftpilze und der Führer

DER MORGENDURCHBLICK DURCH DIE DONNERSTAGSMELDUNGEN

Es ist ein Erfolg zu vermelden. Drei mutmaßliche Terroristen wurden festgenommen, die für den Islamischen Staat und die Gruppe Junud al-Sham (man verliert bei all den neuen Namen neuer islamistischer Terrorgruppen auch langsam den Überblick) Anschläge verüben sollten. Und glücklicherweise sind die Verdächtigen auch nicht als Flüchtlinge eingereist, was ja vielleicht die Stimmung im Lande etwas verschlechtert hätte. Hier handelte es sich nach Medienberichten um Syrienrückkehrer, also junge Männer aus Deutschland, die vom Versagen früherer Integrationsbemühungen zeugen. Mehr hier: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4838302/Deutschland_Drei-mutmassliche-Terroristen-festgenommen-

Die Kanzlerin ist ja überzeugt, dass der islamistische Terror nichts mit dem Islam zu tun habe und dass dieser Islam zu Deutschland gehöre. Letzteres sehen die Deutschen nicht so. Die Frage „Gehört der Islam zu Deutschland?“ beantworten nur 22 Prozent mit Ja. Nein sagen im Westen 60 Prozent und im Osten 75 Prozent. Mehr hier: http://m.focus.de/politik/deutschland/gehoert-der-islam-zu-deutschland-umfrage-mehrheit-der-deutschen-sagt-nein-zum-islam_id_4996263.html

„Christen erfahren religiöse Unterdrückung in Asylbewerberheimen. Ich war heute Morgen bei einem jungen Mann, der sich am vergangenen Montag versucht hat das Leben zu nehmen, weil er von den Muslimen in seinem Heim so sehr schikaniert wurde. Er hat die dauernde Drangsalierung nicht mehr ausgehalten“, erzählt Pfarrer Gottfried Martens von der Berliner Dreifaltigkeitskirche. „Das, was mit den Christen in den Heimen geschieht, das würde ich nicht unter dem Stichwort Konflikt darstellen. Was wir in den Heimen erleben ist, dass Christen sich immer wieder zurückziehen, aus den Heimen flüchten und sich nicht mehr trauen, in die Heime zurückzukehren.“ Mehr hier: http://www.presseportal.de/pm/6514/3141923

Schlägereien in Asylbewerberheimen gibt es aus verschiedenen Gründen. Manchmal eskalieren nichtige Auseinandersetzungen, gelegentlich verprügeln Muslime Ungläubige, die sich unislamisch verhalten und dann sind oft auch homosexuelle Flüchtlinge ein Ziel von Gewalttaten. Einzelfälle? Wahrscheinlich ist gerade hier die Dunkelziffer besonders groß. Über einen aktuellen Fall aus Berlin lesen Sie hier: http://www.berliner-zeitung.de/polizei/gewalt-in-berlin-lichterfelde-homosexuelles-paar-in-fluechtlingsheim-angegriffen,10809296,32105446.html?originalReferrer=

Wir wollen an dieser Stelle nicht weiter mit Massenschlägereien nerven. Blicken wir doch lieber einmal in die Welt der deutschen Strafverfolgung bei Delikten von Asylbewerbern. Was man heute davon liest, soll wahrscheinlich zeigen, dass alles reibungslos funktioniert. Allerdings beschleicht einen doch ein komisches Gefühl, wenn hier von einem Fall aus dem Jahr 2014 die Rede ist, den jetzt die Justiz beschäftigt. Wenn man das angesichts der bekannten Gewaltvorfälle hochrechnet und die Ausstattung von Polizei und Justiz in die Rechnung mit einbezieht … Aber werfen Sie lieber einen beruhigenden Blick in den funktionierenden Rechtsstaat. Mehr hier: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Junge-Fluechtlinge-beschaeftigen-die-Justiz-id35700322.html?ga=mobil

Saudi-Arabien würde den Flüchtlingen in Deutschland gern 200 Moscheen bauen, die Evangelische Kirche eröffnet heute Europas erste reine Flüchtlingskirche in Berlin. Die St. Simeon-Kirche an der Wassertorstraße in Kreuzberg ist keine Gemeindekirche mehr, sondern dient „Begegnungen von und mit geflüchteten Menschen– sozial, kulturell wie auch spirituell. Die Geflüchteten werden juristisch beraten und die vielen Helfer angeleitet“. Vielleicht können auch die in den Heimen bedrängten Christen hier im Notfall Asyl bekommen. Mehr hier: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/evangelische-kirche-europaweit-einzigartige-fluechtlingskirche-in-berlin-kreuzberg,10809148,32105640.html?originalReferrer=

„Der Verstand muss dem Gefühl vorgeschaltet sein“, das ist doch ein schöner Satz. Etwas weniger schön wirkt auf manche sicher die Fortsetzung: „Es ist kein Sympathiepreis zu gewinnen, wenn man bei Abschiebungen rigoroser vorgeht. Es führt allerdings auch kein Weg daran vorbei.“ Während unsere Kanzlerin verspricht, bei der Zuwanderung Kurs zu halten ohne allerdings zu verraten, wo wir ankommen, wenn wir ihrem Kurs folgen, gibt es hier ein paar bedenkenswerte Überlegungen dazu. Mehr hier: http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/4838258/Der-Verstand-muss-dem-Gefuhl-vorgeschaltet-sein

Bei der CSU klingt’s dann nicht immer ganz so überlegt. Notwehrmaßnahmen kündigt Ministerpräsident Horst Seehofer an, wenn Bayern nicht entlastet wird. Worin die „Notwehr“ genau bestehen könnte, ließ der Meister großer leerer Worte offen. Aber er muss seine Bürgermeister und Landräte beruhigen, die an der Grenze ihrer Kapazitäten angekommen sind. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl fasst das so zusammen: „Eine Politik der ,offenen Arme‘ darf die helfende Hand nicht überfordern.“ Mehr hier: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Horst-Seehofer-droht-mit-Notwehr-id35709047.html?ga=mobil

Flüchtlinge unterzubringen, das wird immer schwerer. Selbst dort, wo es noch nennenswert leerstehenden Wohnraum gibt, wollen die Vermieter diesen allenfalls begrenzt für Flüchtlinge hergeben. Zumindest nicht an Asylbewerber, die ihnen zugewiesen werden und die sie sich nicht selbst aussuchen können. Die Vermieter fürchten um die anderen Mieter und einen langsamen sozialen Abstieg ihrer Wohnblöcke mit einhergehendem Wertverlust. Nur die Kommunen müssen jeden unterbringen, der kommt. Unabhängig ob er aus Vermietersicht in die Nachbarschaft passt. Ein kleines Lehrbeispiel finden Sie hier: http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/gevelsberg/buergermeister-streitet-mit-bauverein-id11160338.html?service=mobile

Jetzt fehlt noch die tägliche gute Nachricht von der Nützlichkeit der Zuwanderung. Darum hat sich heute die Kommentatorin der Rheinischen Post gekümmert. Zugegeben, dass uns die Flüchtlinge nutzen, weil wir für sie ja Behausungen bauen, sowie Kleidung und Nahrung kaufen und das die Wirtschaft in Schwung bringt, hatten wir schon mal in der taz gelesen. Aber der gute Wille der Redaktion ist bewiesen: http://www.presseportal.de/pm/30621/3141884

Als unerwartete Bedrohung für syrische Flüchtlinge erwies sich jüngst der Knollenblätterpilz. Einige Syrer hielten ihn  für einen essbaren Pilz und verzehrten ihn. Todesopfer waren zu beklagen. Inzwischen gibt es arabische Warnzettel in vielen Flüchtlingsunterkünften. Jetzt könnten aber auch Einheimische von ungenießbaren Pilzen bedroht sein. Nicht, weil sie die unbedarft im Wald ernten, sondern gutgläubig in einer Pilzmischung im Supermarkt kaufen. Kaufland hat jetzt eine Pilzmischung zurückgerufen, weil sich in einer Packung ein falscher Pilz aus der Gattung der Knollenblätterpilze gefunden habe. Aber natürlich besteht keine akute Gefahr. Mehr hier: http://waz.m.derwesten.de/dw/wirtschaft/verbraucher/knollenblaetterpilz-in-pilzmischung-rueckruf-bei-kaufland-id11166133.html?service=mobile

Wie schön, dass doch bei all den schlechten Nachrichten eine Krise nicht mehr zu existieren scheint: die in Griechenland. Still plätschern die europäischen Milliarden und der Ministerpräsident Tsipras gewinnt vor dem Parlament eine Abstimmung über die Vertrauensfrage und verspricht, nun auch all die versprochenen Reformen umzusetzen. Sie finden, das klingt absurd? Dafür haben Sie gute Gründe. Manches klingt heute wie eine Nachricht aus einer Parallelwelt. Mehr hier: http://mobil.derstandard.at/2000023386639/Griechisches-Parlament-spricht-Tsipras-Vertrauen-aus

Immer mehr mangelt es scheinbar an glaubwürdigen Institutionen. Selbst Spitzendiplomaten in der UNO sind offenbar korrupt. „Wenn die Anschuldigungen sich als wahr erweisen, zeigt sich, dass das Krebsgeschwür der Korruption, das zu viele lokale und staatliche Regierungen befallen hat, auch die Vereinten Nationen infiziert hat“, sagte Staatsanwalt Preet Bharara. „Für Rolex-Uhren, Maßanzüge und einen privaten Basketballplatz hat John Ashe sich und seine Institution verkauft.“ John Ashe, bis 2014 Vorsitzender der UN-Vollversammlung und Botschafter des Karibikstaates Antigua und Barbuda, soll mehr als eine Millionen Dollar Bestechungsgelder angenommen haben von einem chinesischen Milliardär. Dafür sollte er ein UN-Konferenzzentrum in Macau durchsetzen. Mehr hier: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4837647/Krebsgeschwur-der-Korruption_Skandal-um-UNODiplomaten

Wer im Netz nach Beiträgen sucht, die so gewollt politisch unkorrekt sind, dass es möglichst keinen Satz ohne Regelverstoß gibt, ist bestimmt auch auf die YouTube-Beiträge einer Kunstfigur namens Dr. Alfons Proebstl gestoßen. Jener „Dr. Proebstl“ trat auch schon bei Pegida auf. Nun ist seine wahre Identität enttarnt. Hinter dem Doktor verbirgt sich Percy Hoven, ein ehemaliger Big-Brother Moderator. Nun hat er die Rolle des Wiener Grantlers sehr überzeugend gegeben. Zu überzeugend vielleicht, denn jetzt, nach seiner Enttarnung, will er offenbar von den Proebstl-Aussagen nichts mehr wissen: „Diese Kunstfigur sollte einzig und allein der Überspitzung des gesellschaftlichen und politischen Diskurses dienen. Dementsprechend waren seine Aussagen extrem provokant. Dies war als reine, wenn auch böse Satire gedacht. Ich distanziere mich ausdrücklich von dem Vorwurf der rechten Meinungsmache“, schreibt Hoven, nach Angaben der „Berliner Zeitung“.Die Inhalte der Kunstfigur entsprächen in keinster Weise seiner persönlichen Überzeugung. „Der Auftritt bei Pegida war ein großer Fehler, den ich zutiefst bedaure und gerne rückgängig machen würde, wenn ich könnte.“ Tatsächlich stecke hinter Dr. Alfons Proebstl ein Gemeinschaftsprojekt von Hoven, dem Münchener Produzenten Alfred Schropp und seinem Redaktionsteam. Hoven: „Die Dynamik der Kunstfigur haben wir vollkommen unterschätzt. Es war nie unsere Absicht zu hetzen.“ Dass man dies so auffassen konnte, dafür entschuldige er sich nun. Mehr hier: http://www.berliner-zeitung.de/politik/ex-big-brother-moderator-percy-hoven-spielte-kunstfigur-wahre-identitaet-des-pegida-lieblings-dr–proebstl-enttarnt,10808018,32103924.html?originalReferrer=

Machen wir weiter mit den Boulevard-Meldungen. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat sich von ihrem Mann getrennt, der Pfarrer in Sachsen ist. Die neue Liebe ist ein Mitstreiter, der NRW-Landesvorsitzende Marcus Pretzell.  Neben dem neuen Liebesglück genießen beide vielleicht auch die neuen Umfragewerte, die die AfD bundesweit bei sieben Prozent sehen. Mehr über Liebe und AfD-Politik lesen Sie hier: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-chefin-verlaesst-ehemann-alternative-fuer-petry-13844567.html

Eine nette Kuriosität zum Schluss. Passend um Kinostart der Hitler-Komödie „Er ist wieder da“ hat n-tv eine schöne Meldung gebracht. „Neue Geheimdokumente des FBI – US-Doku zweifelt an Tod Hitlers“ ist sie überschrieben. Natürlich schreibt auch der Autor dieser Meldung schnell, dass der Führer bewiesenermaßen dahingeschieden sei, um sich hinreichend von der beschriebenen Theorie zu distanzieren. Aber manchmal liest man so etwas zur Entspannung ja ganz gern. Mehr hier: http://mobil.n-tv.de/panorama/US-Doku-zweifelt-an-Tod-Hitlers-article16086066.html

 

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