Wenn Deutschland mal abschiebt

Zu den alltäglichen Versuchen der Regierung, die ob des ständig anwachsenden Asylbewerberzustroms besorgten Bürger mit guten Worten zu beruhigen, gehört die Ankündigung nun aber endlich abgelehnte Asylbewerber konsequent abzuschieben. Das Problem: zuerst sind nicht etwa die Abgelehnten dran, die nebenher schon mit allerlei Delikten auffällig geworden sind, weil die sich ja gemeinerweise der Abschiebung immer entziehen. Also nimmt man die, derer man habhaft wird und das sind meist die, die mit ihrer Familie sesshaft geworden sind und sich manchmal so stark integriert haben, dass selbst Dorfgemeinschaften für ein Bleiberecht kämpfen. Man gewinnt leicht den Eindruck, dass es – wenn deutsche Behörden schon mal abschieben – recht zielsicher die Falschen trifft. Zumindest wenn man von Fällen, wie dem der ukrainischen Familie Nykonchuk hört.

Die Nykonchuks kommen eigentlich aus Donezk, einer Stadt die von russischen Separatisten besetzt wird und Hauptstadt ihrer „Donezker Volksrepublik“ ist. Nicht weit entfernt herrscht Krieg, auch wenn offiziell ein brüchiger Waffenstillstand gilt. Für Ukrainer, die ein eher distanziertes Verhältnis zu Putins Russland pflegen, ist Donezk kein empfehlenswerter Aufenthaltsort.

Deshalb hatte die Familie beschlossen, das Land in Richtung Westen zu verlassen. Die beiden Töchter waren gerade ohnehin im Rahmen eines Schüleraustauschs in Deutschland, deshalb wollten sich die Eltern auch dorthin auf den Weg machen, ganz legal, mit einem Schengen-Visum. Es musste schnell gehen und am schnellsten konnten sie ein spanisches Visum bekommen. Schengen-Visum ist Schengen-Visum, dachten sich die Nykonchuks und reisten auf direktem Wege nach Deutschland. Hier ließ sich die Familie ordnungsgemäß registrieren und beantragte Asyl. Spanischen Boden haben sie nie betreten. Doch nach vielen, vielen Monaten entschied das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass wegen des spanischen Visums auch Spanien für den Asylantrag zuständig sei. Jetzt sollen die Nykonchuks deshalb nach Spanien abgeschoben werden.

Die Familie lebt seit einem halben Jahr im unterfränkischen Dorf Untersteinbach. Die Eltern Lena und Sergej und ihre Töchter Albina (16) und Ella (14) sind inzwischen fest in der Gemeinde integriert. Man könnte sie für Flüchtlinge aus dem Willkommens-Bilderbuch halten, allerdings ist es für Ukrainer natürlich ein wenig leichter, als für viele kulturell weitaus mehr fremdelnde nordafrikanische oder afghanische Muslime.

Dennoch ist die Leistung der Nykonchuks beachtlich, denn die Familie lebt inzwischen von eigenem Einkommen. Vater Sergej arbeitet in einem örtlichen Bauunternehmen. Er ernährt die Familie und ist in Deutschland Steuerzahler. Tochter Albina ist Klassenbeste in ihrer Berufsschule. Tochter Ella ist in der Schule in einer Klasse und wurde dort inzwischen zur Klassensprecherin gewählt. Nebenbei arbeiten beide Töchter samstags in der örtlichen „Bäckerei Oppel“ in Untersteinbach mit. Und Mutter Lena, die eigentlich Web-Designerin ist, kümmert sich momentan vor allem darum, ihre Deutsch-Kenntnisse weiter zu verbessern.

Das Engagement der Familie sieht natürlich jeder in der Gemeinde und deshalb gehören die Nykonchuks inzwischen zur Dorfgemeinschaft, zumindest soweit das als Zugereister überhaupt möglich ist. Dass ausgerechnet sie jetzt abgeschoben werden sollen, versteht deshalb keiner in der unterfränkischen Gemeinde. Es gibt doch wohl ganz andere Fälle, in denen eine Abschiebung wirklich geboten wäre.

Es werden einfach die zuerst abgeschoben, derer man am ehesten habhaft wird. Das sind nur leider auch ausgerechnet die, die sich hier gesetzestreu verhalten und alles richtig machen wollen, also auch die Integrationswilligen. Es ist ein fatales Signal an Zuwanderer wie Einheimische, dass Gesetzestreue bestraft wird, während die, die alle Vorschriften umgehen, damit immer wieder durchkommen. Aber vielleicht soll das neue Deutschland so aussehen. Man darf sich dem gesellschaftlichen Wandel ja nicht verschließen, sagt auch die Bundesregierung.

Eine Petition für die Nykonchuks finden Sie hier: https://www.change.org/p/ausl%C3%A4nderbeh%C3%B6rde-w%C3%BCrzburg-familie-nykonchuk-soll-in-unserer-gemeinde-bleiben?utm_source=action_alert&utm_medium=email&utm_campaign=425778&alert_id=lNJmUFxiIS_9BdiaHeuINwwTu6rC07gtLMAZ9bRvhHyYOu1TPOaS2WA9oCFkFMETByes3%2FEojpM

6 Kommentare

  1. Gotty02

    Deutschland war mal ein Volk der Dichter und Denker. „Made in Germany“ hatte in der Welt eine Bedeutung. Heute kommt es einem so vor als wäre Deutschland nur noch ein Land der Bürokraten. Die Menschen werden registriert, nummeriert und danach wie Nummern behandelt. Menschen die in Deutschland nach den hier geltenden Regel leben wollen und ihren Beitrag in die Gesellschaft einbringen, sollten auch den Schutz der Gesellschaft erfahren. Nächstenliebe ist eben nicht nur „Nehmen“ !
    Flüchtlinge die nach Deutschland kommen, um hier in Sicherheit leben zu können, müssen lernen, daß diese Sicherheit kein Geschenk Gottes ist.

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  2. ThomasD

    Auch hier, in der Provinz, ist mir ein besonders krasser Fall von behördlichem Wahnsinn bekannt.
    Mitte der 1990er Jahre floh eine Familie aus dem Kosovo wegen des Bürgerkrieges in Ex-Jugoslawien in meine Nachbarstadt. Im Laufe der Zeit lernten alle Familienmitglieder perfekt die deutsche Sprache, der Vater bekam Arbeit, die Kinder besuchten die dortige Schule, Bekanntschaften und Freundschaften entstanden.
    Kurzum: die gesamte Familie war vollständig integriert.
    Dann kam ein Vollpfosten in der Verwaltung auf die Wahnsinns-Idee, diese Menschen wieder abzuschieben, da sie bislang nur ein Bleiberecht “genossen” hatten.

    Artikel hier: http://stadtmarketing-plettenberg.de/Downloads/Sejdi_ST.jpg

    An diesem, ganz konkreten Beispiel ist erkennbar, was für unfähige und unsensible Idioten politische und soziale Entscheidungen treffen.
    Das kann nur im absoluten Chaos enden!

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  3. Biller

    So lange es Staatshasser gibt, die jedem Ausreisepflichtigen mit allerlei Widerspruchs- und Verschleppungsmethoden tatkräftig zur Seite stehen, wird das Problem weiterbestehen.

    Die Masseneinwanderung durch das Nadelöhr „Asylrecht“ scheint Angela Merkel und die SPD / Grüne / Linke auch nicht weiter zu stören. Woher der politische Wille kommt, Deutschland zu „umvolken“, bleibt mir eines der Rätsel unserer Zeit. Zumal Deutschland mit dieser Fixierung zunehmened vom Rest Europas isoliert ist. Klar formuliert: Sonst niemand will Hunderttausende, männliche Moslems ohne Ausbildung. Warum Deutschland?

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  4. Nykon

    Schlaue Jugendliche und Eltern, die für sich selber sorgen, können wir hier in Deutschland gar nicht gebrauchen. Die links-grünen Jubelteutonen brauchen die kulturell Entwurzelten dieser Welt, bevorzugt Analphabeten, die sie ein Leben lang sozial betreuen, versorgen und bevormunden können.

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    1. dentix07

      Ja, so gesehen hat’s System!

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    2. El Gordo

      Das ist genau der Punkt. Mit freien, unabhängigen Bürgern die eifrig ihre Arbeit tun und ansonsten ihre Ruhe wollen kann der Linke wenig anfangen – nur ihr Geld nimmt er gerne. Die Verachtung, die heute in aus dem politischen Apparat gerade der deutschen Mittelschicht, aka den kleinen Leuten, entgegenschlägt, auch solchen mit Migrationshintergrund, spricht Bände. Bettler sind eben leichtere Beute, also vermehrt man die Bettler. Was hier läuft ist in gewisser Weise ein Klassenkampf von oben nach unten.,

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