Gleiches Willkommen für Opfer und Täter?

Der Münchener Hauptbahnhof war im Sommer ein Symbolbild für die Willkommenskultur, zu der die Bundeskanzlerin die Deutschen aufgerufen hatte. Unkontrolliert und unregistriert strömten die Massen aus Ungarn, viele von ihnen syrische Flüchtlinge. Allerdings haben die syrischen Männer, die bei ihrer Ankunft seinerzeit von Flüchtlingsunterstützern mit Jubel empfangen wurden, offenbar höchst unterschiedliche Biographien. Nahezu zeitgleich kamen beispielsweise zwei Männer am Münchner Hauptbahnhof an, von denen der eine in den Gefängnissen der syrischen Geheimpolizei gefoltert wurde und nach seiner Haftentlassung aus dem Lande floh. Der andere war sein Folterer. Diese Geschichte beschreibt Alfred Hackensberger in der Welt und im Standard. Selten erinnert man in der deutschen Öffentlichkeit an diesen Aspekt unkontrollierter Einreisen. Der mutmaßliche frühere Folterknecht von Assads Geheimpolizei und hat inzwischen in den Niederlanden Asyl beantragt.

„Die mich beschuldigen, das sind alle islamistische Extremisten“, sagt er selbstsicher vor dem Flüchtlingsheim in Amsterdam. Nichts davon sei wahr. „Das sind alles Lügner.“ Über die Fotos, die ihn in Uniform und auch im Kreise von Soldatenkameraden zeigen, behauptet er nur: „Da war ich auf Hasenjagd. Das ist eine normale Sache in unserer Region.“ Nach Europa sei er geflüchtet, weil er vom Islamischen Staat und von der al-Nusra-Front bedroht werde. Der 32-Jährige will in den Niederlanden Asyl beantragen und sich ein neues Leben aufbauen. Später sollen seine Frau und die Kinder nachkommen. Ob dieser Plan so aufgeht, muss sich erst noch zeigen. Holland hat bereits fünf Asylsuchende abgelehnt, weil Verdacht auf Kriegsverbrechen bestand.

Vielleicht muss er dann doch nach Deutschland kommen. Eine Abschiebung nach Syrien steht nicht zu befürchten. Da wäre er schließlich an Leib und Leben bedroht. Mehr hier: http://www.welt.de/print/wams/politik/article148287447/Flucht-der-boesen-Geister.html und http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4856152/Die-Flucht-von-Assads-Folterknechten-in-die-EU

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