Familie Ö. und der Terror

Aydan Özoguz ist die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Als solche muss sie natürlich auch überall etwas zu den islamistischen Massakern in Paris sagen. Das ist natürlich kein geeigneter Anlass, um besonders originell zu sein, denn das wäre unangemessen. Deshalb klingt in ihren Sätze vielleicht schon so verbraucht: „Heute ist mir aber vor allem ein gesellschaftliches Zeichen wichtig: Der Terror darf nicht gewinnen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Angst vor Anschlägen oder gar Misstrauen gegenüber Muslimen unser Leben bestimmen und das friedliche Miteinander von Muslimen und Nicht-Muslimen zerstört wird. Unsere Antwort muss sein, jetzt erst recht zusammenzuhalten.“[1]

Wie soll man aber zusammenhalten mit den Menschen, die den Rückzug in ihre islamische Parallelwelt einer gemeinsamen bunten Gesellschaft vorziehen und die nur diejenigen als gleichwertig anerkennen, die sich ihrer Glaubenslehre unterwerfen. Es gibt ja unzählige Beispiele dafür, dass die Einwanderer, deren Integration nicht gelungen ist, meist Muslime sind. Davon lässt sich Frau Özoguz jedoch nicht entmutigen: „Als Integrationsbeauftragte heißt das für mich, dass wir alles dafür tun müssen, dass wir nicht eine ganze Gruppe von Menschen, die bei uns leben, verlieren. Wer sich nicht dazu gehörig und ausgegrenzt fühlt, ist leichter für extremistische Positionen empfänglich.“

Welche Ausgrenzungserfahrungen mag ihr Bruder Yavuz gemacht haben? Die Integrationsbeauftragte ist selbstverständlich nicht dafür verantwortlich, dass sie einen nicht so ganz integrierten Bruder hat. Es geht hier keinesfalls um eine subtile Sippenhaft. Nur liegt das Beispiel, wie sich misslungene Integration fortsetzt, inhaltlich einfach so nah bei der Integrationsbeauftragten. Yavuz Özoguz betreibt die Seite Muslimmarkt, auf der er gern und ausführlich die Welt aus seinem Islamverständnis heraus erklärt. Was er zu den Ursachen des Pariser Massakers scheibt, zeigt seine islamistische Ideologiemischung deutlich. Bei der Ursachenforschung gibt es ein altbekanntes und bewährtes Mittel: Man muss sich nur eine Frage stellen: Wer profitiert von dem Anschlag? Sicherlich kann ausgeschlossen werden, dass irgendeine muslimische Gruppe davon profitiert, sei sie mit dem Westen verbündet auf Seiten der Terroristen in Syrien und anderenorts, oder sei sie antiimperialistisch und gegen den Imperialismus gerichtet. Auch hat Frankreich oder jeglicher Staat in Europa nur großen Schaden durch solch einen verbrecherischen Anschlag. Russland hat zwar keinen direkten Schaden, könnte aber sehr leicht in einen Schaden geraten, wenn einige westliche Geheimdienste die Anschlage indirekt pro-russischen Gruppen in die Schuhe schieben wollten. Einen Vorteil für Russland gibt es jedenfalls nicht, denn ihre Erfolge in Syrien gegen die Terroristen sind durch solche Anschläge – selbst wenn sie in Russland verübt würden – nicht aufzuhalten.

Genau an dieser Stelle ergibt sich ein merkwürdiger Widerspruch, den es gedanklich aufzuklären gilt: Eigentlich ist Russland die aktuell treibende Kraft in Syrien gegen das US-Monster IS. Und Frankreich hat bisher an der Seite der US-Herrenmenschenmacht eher die IS bedient als bekämpft, selbst wenn sie – wie es die westliche Propaganda vorgab – zumindest so tat, als wenn sie die IS bekämpfe. Insofern ist die „Strafaktion“ der IS eher unlogisch. Sicherlich kann man an dieser Stelle argumentieren, dass Terrorismus nicht immer logisch sei, aber das ist falsch. Terrorismus hat ihre eigene Logik, die durchaus verständlich ist, wenn man die kranken und wahnsinnigen Gedankenzüge der Menschheitsverbrecher versucht zu analysieren.

Was ist, wenn der Terroranschlag in Frankreich gar keine „Strafaktion“ der IS war, selbst wenn deren dumme Rekruten als Marionetten missbraucht wurden? Was ist, wenn z.B. Europa dafür bestraft wird, dass es seit kurzem einen offiziellen Erlass gibt, dass der Zionismus einen Besatzungsmacht ist, die zahlreiche Gebiete illegal und gegen jegliches Völkerrecht besetzt hält? Was ist, wenn Europa bestraft werden soll, weil immer mehr europäische Staaten die Konfrontation mit Russland nicht aufrechterhalten wollen und sich daher von der Hegemonialmacht USA abwenden? Was ist, wenn die Drahtzieher der Verbrecher gar nicht aus dem Osten, dem Orient oder aus Afrika stammen, sondern aus dem Herzen des westlichen Imperiums? Die europäischen Geheimdienste würden das schnell herausfinden. Aber dürften sie es dann auch ihren Regierungen sagen? Und falls die Regierungen informiert werden würden, dürften wiederum diese es ihren Völkern mitteilen? Dürften sie sagen, dass spätestens seit dem 11. September 2001 das westliche Imperium wahnsinnig geworden ist und alle Völker der Welt zu unterjochen versucht, darunter auch aufmüpfige Europäer?“[2]

Es gibt bestimmt Menschen, die diese krude Umwertung des Terrors anspricht. Damit gehört Yavuz Özoguz zu denen, die aktiv gegen eine ohnehin schon schwierige Integration von Muslimen arbeiten. Wie gesagt, man kann und darf Frau Özoguz nicht für das krude Weltbild ihres Bruders haftbar machen. Aber vielleicht sollte ihr der Blick in die eigene Familie auch Mahnung sein, den immer stärker an der Asylpolitik zweifelnden Bürgern keine Integration zu versprechen, die gar nicht leistbar ist. Zumindest dann nicht, wenn islamische Neuankömmlinge vom ersten Tag an lernen, dass man sich hierzulande eher die „ungläubigen“ Einheimischen den speziellen Bedürfnissen von Muslimen anpassen, als von Anfang an klar zu machen, dass das Einhalten islamischer Vorschriften reine Privatsache ist und dass, wer hier leben will, ganz viel Unislamisches ertragen muss. Wer das nicht kann, ist hier fehl am Platze. Dies wäre für ankommende Flüchtlinge eine wichtige Botschaft und für manche von ihnen auch erleichternd. Denn die Nichtmuslime unter den Flüchtlingen leiden schon in den Asylbewerberunterkünften oft als erste darunter, dass radikalislamische Asylbewerber ihre islamischen Regeln auch mit Gewalt im Flüchtlingsheim durchsetzen wollen.

[1] http://www.ksta.de/politik/aydan-oezoguz-im-interview–der-terror-darf-nicht-gewinnen-sote,15187246,32431830.html

[2] http://www.muslim-markt-forum.de/t1113f2-Beginnt-jetzt-die-Endzeit-in-Europa.html

2 Kommentare

  1. Emmanuel Precht

    So sind die Juden!

    Sie sind gemein und niederträchtig. Sie lügen und stehlen. Sie sind schwache Kämpfer. Sie gehen den Weg der Hexer.

    Wo das steht? Auf einer Seite der DITIB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V., die dem Amt für Religiöse Angelegenheiten der Türkei untersteht, das seinerseits dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist. Die DITIB ist der verlängerte Arm Erdogans, sie kontrolliert etwa 900 Moscheevereine in Deutschland.
    Was die DITIB über die Juden verbreitet, steht im Koran.

    Die türkische Fassung finden Sie hier
    http://www.ditib-melsungen.de/Kurani-Kerim/Kuran-Fihristi/yahudiler/01.htm

    die deutsche Übersetzung hier
    https://bgakasselblog.wordpress.com/2015/11/22/ditib-melsungen-die-lehre-ueber-den-juden/

    Auch sehr schön: Eine Karikatur auf der Seite der Palästinensischen Jugend Österreichs, echt, das gibts! Hier.

    Antworten
  2. Ayran

    Ach so, Misstrauen gegenüber Muslimen darf es natürlich nicht geben, aber gegenüber dem deutschen Volk gibt es natürlich einen Generalverdacht.

    Besonders bei Bürgern, welche nicht an die heilige Kanzlerin glauben, ist es der Politik nicht nur egal, wenn hier eine „ganze Gruppe Menschen, die bei uns leben, verloren geht“ – denen wird sogar explizit die Ausreise empfohlen, die werden systematisch ausgegrenzt und beschimpft.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.