Neues aus der Bedürfnisanstalt

Gegen den Eindruck, die deutsche Politik würde sich nur noch um Flüchtlinge kümmern, setzt zumindest die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ein deutliches Signal. In der nächsten Woche beispielsweise wird etwas Neues eingeweiht: „Als erste Hauptverwaltung wird die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen vier ‚WCs für alle Geschlechter‘ durch die Umwidmung bisheriger Damen- und Herrentoiletten einrichten. Die Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Barbara Loth, wird die erste Unisex-Toilette in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen freigeben und die neue Beschilderung anbringen.“

Die Einweihung einer Toilette durch eine Staatssekretärin ist schon etwas Besonderes, deshalb soll auch die Öffentlichkeit daran teilhaben. Presse und Publikum sind um 10 Uhr am nächsten Dienstag dazu eingeladen. Sollten Sie noch zu den Zweiflern an der Sinnhaftigkeit einer solchen Einrichtung gehören, dann lassen Sie sich folgendes von der Senatsverwaltung sagen: „Bislang sind die meisten öffentlichen Toiletten entweder für Frauen oder für Männer ausgeschildert. Für trans- und intergeschlechtliche Menschen gehört das zu den größten Problemen im Alltagsleben, da es hierbei zu einer Vielzahl diskriminierender und ausgrenzender Erlebnisse kommen kann.“

Zumindest im Gebäude der Senatsverwaltung bleiben den Betroffenen solche Erlebnisse künftig erspart. Aber die Toiletten dort sind ja nicht einfach nur Toiletten. Sie sind ein Symbol. Nach der feierlichen Umwidmung stellt Staatsekretärin Barbara Loth deshalb die Rechtsexpertise „Diskriminierungspotentiale gegenüber trans- und intergeschlechtlichen Menschen im deutschen Recht“ vor, die im Auftrag der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, von Prof. Dr. LL. M Konstanze Plett erstellt wurde.

„Die Rechtsexpertise stellt umfassend dar, wie die Registrierung von Geschlecht als ausschließlich ‚männlich‘ oder ‚weiblich‘ im Lebensverlauf von trans- und intergeschlechtlichen Menschen zu zahlreichen Verletzungen der Grund- und Menschenrechte führt.“

Für all jene, die an diesem Vormittag nicht durch eigene Teilhabe an der Wertschöpfung oder andere Verpflichtungen in Anspruch genommen sind, bietet sich hier ein interessanter Vormittag an.

Zeit: Dienstag, den 24.11.2015, 10 Uhr
Ort: Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Oranienstraße 106, Raum 4.120.

Mehr hier: https://www.berlin.de/sen/aif/ueber-uns/presse/2015/pressemitteilung.403954.php

 

 

1 Kommentar

  1. dentix07

    Jetzt würde mich brennend interessieren ob es sich nur um Einzeltoilettenräume handelt oder um Räume mit mehreren Toilettenkabinen!?
    Im ersteren Fall kein Problem, im zweiten: Wetten es werden NICHT die Männer sein die sich sehr bald darüber beschweren, daß sie angegafft werden, daß sie sich im Beisein des anderen Geschlechts (bzw. anderer Geschlechter!) auf der Toilette unwohl fühlen, in ihrer Intimsphäre verletzt sehen und dann wieder eigene Toilettenräume fordern werden!
    Sorry, aber für so’n Sch…. ist Geld da!?

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.