Verkoster der Boykott-Ware

Ein Internet-Weinmagazin hat die Weine gekostet, die zwischenzeitlich boykottiert werden sollten, um herauszufinden, ob es sich lohnt, gegen alle Boykottaufrufe anzutrinken. Im November sorgte das Berliner Kaufhaus KaDeWe bekanntermaßen für Aufregung, als es acht Weine von den israelisch besetzten Golanhöhen aus seinem Sortiment verbannte. Anlass war eine von der EU beschlossene Kennzeichnung für Gemüse, Obst und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Kosmetika aus Siedlungen im Westjordanland, auf den Golanhöhen und aus Ost-Jerusalem. EU-Verbraucher sollten nach dem Willen der EU-Kommission die Möglichkeit bekommen, israelische Siedlerprodukte aus den besetzten Gebieten zu boykottieren.

Den Boykott durch den Verbraucher mochte das namhafte Kaufhaus nicht abwarten und nahm die Weine gleich selbst aus dem Sortiment. Offenbar konnten sich die Warenhausmanager nicht vorstellen, dass die deutsche Kundschaft noch zu israelischen Waren greift, die offiziell zum Boykott freigegeben wurden. Wir erinnern uns, ein internationaler Proteststurm brach los. Nach kurzer Boykottphase hatte das KaDeWe die Weine wieder im Angebot.

Aber wie soll man sich diesen Weinen gegenüber nun verhalten? Bewusst Boykott-Ware kaufen? Das ist als Statement sicher in Ordnung, aber trinkbar sollte der Wein ja trotzdem sein. Doch wer hat schon mal Weine von den Golanhöhen gekostet?

CaptainCork.com, ein digitales Weinmagazin, hat diese Weine kürzlich getestet. In ihrem Verkostungsbericht schreiben die Weintester von CaptainCork.com: Diese Tropfen sind für sich genommen nichts Besonderes. Sauber gemacht und aromenstark. Aber das kann man über viele Weine sagen. Muss man die trinken? Nein. Außer es kommt einer, der sagt: „Das dürft ihr nicht trinken!“ Wir finden, dann soll man sich erst recht ein Gläschen einschenken.

Den gesamten Verkostungsbericht finden Sie unter: http://www.captaincork.com/aufregung-viel-laerm-um-8-weine-aus-israel-aber-wie-schmecken-die-eigentlich

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