Deutscher Bankensozialismus

Ein kleiner Zwischenruf von Stephan Friedrichs zum Beschluss der Hauptversammlung der Deutschen Bank, auf der gegen den Protest vieler Kleinanleger die Erhöhung des Gehalts und die Verdopplung der Boni für Top-Investmentbanker beschlossen wurde.

Im Kapitalismus erwirtschaften dessen Profiteure normalerweise Gewinn und Rendite, mitunter mit fragwürdigen Mitteln. In kommunistischen Diktaturen wurde mit mehr als fragwürdigen Mitteln gearbeitet, die Spitzenschicht der Nomenklaturkader holte sich heraus, was sie haben wollte und das wurde auf Kosten der Allgemeinheit erwirtschaftet. Ob dabei Gewinn oder Rendite erzielt wurden, war egal. So ist es nun auch bei der Deutschen Bank. Dort sollen jetzt die Spitzen-Investmentbanker, also die Zocker schlechthin, wieder mehr Grundgehalt und mehr Boni bekommen. Und dabei kosteten sie im letzten Jahr schon 4,5 Milliarden Euro, bei einem Gewinn von gerade einmal 681 Millionen Euro. Wie man angesichts dieser Zahlen tatsächlich erklären kann, man müsse noch mehr Geld ausgeben, um diese Spitzenkräfte zu halten, ist mit gesundem Menschenverstand kaum zu erklären. In jedem normalen Unternehmen würde man sich von Managern, die eine solche Bilanz zu verantworten haben, doch wohl eher trennen, als sie mit noch mehr Geld halten zu wollen.

Aber die Vorstände der Deutschen Bank trägt das Bewusstsein, ungehindert an allen Stellschrauben des Finanzmarkts drehen zu dürfen, im Zweifel den Ruin der Realwirtschaft, in der noch richtige Wertschöpfung stattfindet, zu riskieren und zu wissen, die Politik werde, um drohende Zusammenbrüche zu verhindern, schon wieder die Steuerschatullen öffnen.

Eine kleine Gruppe kann also ungeachtet des Betriebsergebnisses mit garantiertem Geldfluss rechnen ohne Verantwortung zu übernehmen, das ist – zumindest auf dieser Ebene – vollendeter Bankensozialismus. Und ebenso wie bisher existenten sozialistischen Staatswesen können ihre Führer ein oder mehrere Gemeinwesen nachhaltig ruinieren.

1 Kommentar

  1. Ireneusz

    I love reading these articles because they’re short but inaifmrtove.

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