Fakten und Fiktion

„Jetzt wollte er die Welt verlassen und sich dabei von einem Kinderfilm über lustige Zwerge inspirieren lassen, was natürlich eine Ironie des Schicksals war. An Ironien und Paradoxen mangelte es nicht in seinem Leben. Er hatte die Dauer eines Krieges verkürzt und tiefer als die meisten Menschen über die Grundlagen der Intelligenz nachgedacht, trotzdem war er für unzurechnungsfähig erklärt und gezwungen worden, eine widerwärtige Medizin einzunehmen.“ Ein Satz aus dem Buch, das mit dem mutmaßlichen Selbstmord von Alan Turing beginnt. Der Ruhm, den Alan Turing heute posthum erfährt, wurde ihm damals mitnichten gewährt. Im Gegenteil: Der geniale Denker, der den Enigma-Code der Nazis entschlüsselte und als Erfinder der Theorie des modernen Computers gilt, wurde sozial verstoßen.

Die Kritiken, die wir am sichtplatz gesichtet haben, lassen ein lesenswertes Werk vermuten: „Die Schilderungen der Atmosphäre des Kalten Krieges erinnern mitunter an John le Carré oder Graham Greene. David Lagercrantz kann schreiben, das wissen seine Fans längst. Warum er den undankbaren Job angenommen hat, die Millenium-Trilogie fortzuschreiben, fragt man sich nach diesem dichten, langsamen, sehr genauen Kriminalroman, der zugleich ein Stück Zeitgeschichte ist.“

Rezensionen hier: https://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/David-Lagercrantz-Der-Suendenfall-von-Wilmslow,wilmslow102.html und http://www.deutschlandradiokultur.de/david-lagercrantz-der-suendenfall-von-wilmslow-der-fall.950.de.html?dram:article_id=343606

David Lagercrantz: Der Sündenfall von Wilmslow

Aus dem Schwedischen übersetzt von Wolfgang Butt

Piper Verlag, München 2016, 464 Seiten, 22 Euro

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.