Der Durst der Verbündeten

Im syrischen Bürgerkrieg, darüber sind sich fast alle einig, ist der „Islamische Staat“ (IS) eindeutig ein Hort des Bösen. Dann, das wissen wir auch, ist das von Russland unterstützte Assad-Regime ganz schlimm. Aber wer sind eigentlich die Verbündeten des Westens, die wir unterstützen? Von denen erfahren wir recht wenig. Und wenn man zumindest die Stimmen einiger syrischer Christen vernimmt, so sind etliche von denen alles andere als unterstützenswert, nicht einmal als kleineres Übel. In einer Reportage über Christen in Syrien lesen wir:

Zahran Allousch, der militärische Anführer der „Islamischen Armee“, sagte im Mai 2015 in einem Interview, Syrien habe „großen Durst nach einem islamischen Staat, in dem es Gerechtigkeit gibt“. So sei es „in den glorreichen Tagen der ersten Muslime“ gewesen. An Weihnachten 2015 wurde Allousch getötet. Doch bei den innersyrischen Gesprächen, die an diesem Montag in Genf fortgesetzt werden sollten, stellt die „Islamische Armee“ den Verhandlungsführer im vom Westen anerkannten oppositionellen „Hohen Verhandlungsrat“, der seinen Sitz in Saudi-Arabien hat. Für Hazem B. ist das eine Ungeheuerlichkeit. Er warnt: „Wenn solche Leute die Macht in Syrien übernehmen, werden alle fliehen, die einen säkularen Staat und ein tolerantes Syrien wollen – nicht nur wir Christen!“

Mehr aus dieser syrischen Sicht erfahren Sie hier: http://www.domradio.de/themen/weltkirche/2016-03-15/nach-fuenf-jahren-krieg-syrien-bleibt-nur-diffuse-hoffnung

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