Wohnungen nur für Nichtraucher

Erstmals in Deutschland entstehen Mietshäuser, in denen die Wohnungen nur an Nichtraucher vermietet werden. Die Mieter müssen sich auch verpflichten, in ihrer Wohnung oder auf ihrem Balkon auch keinem Gast das Rauchen zu erlauben. Setzt sich das durch, werden grundlegende Mieterrechte ausgehöhlt.

Rauchern ihren Genuss zu verleiden gilt im Meinungsmainstream inzwischen als legitim und gut. Rauchen schadet schließlich der Gesundheit und mögliche Passivraucher sind für mögliche Gefahren inzwischen so sensibilisiert, dass selbst im Freien hysterische Reaktionen auf eine angezündete Zigarette nicht mehr außergewöhnlich sind. Doch wer den Rauchern ihr Laster überall verbieten will höhlt grundlegende Rechte aus und das dürfte auch Nichtrauchern am Ende nicht gefallen.

In öffentlichen Gebäuden, Zügen, Restaurants und Kneipen darf schon lange nicht mehr geraucht werden. Manche Politiker wagten schon den Vorstoß, das Rauchen im eigenen Auto zu verbieten. In der eigenen Wohnung darf man noch rauchen, auch wenn es die ersten Versuche gab, rauchende Mieter wegen ihres zu starken Tabakkonsums aus der Wohnung zu werfen. Doch nun geht in Halle eine Wohnungsbaugesellschaft noch einen Schritt weiter und baut die ersten Nichtraucherhäuser in Deutschland. Die Mietshäuser, die die Wohnungsgenossenschaft Halle Süd gerade errichten lässt, sollen nie mit Tabakrauch in Berührung kommen. Es werden nur nichtrauchende Mieter akzeptiert. Und wer hier einziehen will, der muss versichern, dass auch Gäste oder Handwerker weder in der Wohnung noch auf dem Balkon rauchen.

Damit aber werden die Rechte eines Mieters über die von ihm gemietete Wohnung zu verfügen, erheblich eingeschränkt. Denn was mit dem Rauchen anfängt, können Vermieter mit anderen Restriktionen fortsetzen. Wo nicht geraucht werden darf, könnte man auch beispielsweise den Gebrauch von Räucherstäbchen oder Duftkerzen untersagen. Oder gleich den Gebrauch von offenem Feuer. Dem Brandschutz wäre das dienlich, also ebenso vernünftig, wie das Rauchverbot.

Und was passiert, wenn der Mieter gegen das Rauchverbot verstößt oder einer seiner Gäste heimlich raucht? Kündigung? Ein Verbot ist zudem nur etwas wert, wenn seine Einhaltung auch überprüft werden kann. Muss sich also der Mieter überwachen lassen? Das würde dadurch vereinfacht, dass in allen Bundesländern mit der Ausnahme von Sachsen die Pflicht zur Installation von Rauchmeldern besteht oder demnächst in Kraft tritt. Unabhängig vom Feueralarm senden die auch andere Daten, wenn man es ihnen gestattet. Modelle mit Überwachungskameras sind längst als Massenware erhältlich.

Natürlich ist eine solche Überwachung bislang nicht denkbar und auch die erste Kündigung wegen des vertragswidrigen Rauchens könnte letztlich vor Gericht scheitern. Doch es sind Anfänge und die bleiben erfahrungsgemäß nicht ohne Wirkung.

Was geschieht zudem eigentlich, wenn ein Raucher unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eine solche Wohnung mietet? Ist er verpflichtet in diesem Bereich seiner persönlichen Lebensführung ehrlich gegenüber einem Vermieter zu sein? Vielleicht sollten das mal einige Raucher ausprobieren und eine solche Wohnung mieten.

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