„Mit Abgrenzung lässt sich nichts beginnen“

GELESEN: Thomas Heise, ein erfahrener und bekannter Dokumentarfilmer, hatte u.a. 1992 mit seinem Film Stau – Jetzt geht’s los über die rechtsradikale Jugendszene in Halle an der Saale für Aufsehen gesorgt. Über die Wahrnehmung verschiedener Entwicklungen führte der Freitag mit ihm ein lesenswertes Interview. Hier en Auszug:

Kann man über Pegida, über die AfD Filme machen?

Man muss erst mal gucken. Da gibt es so Behauptungen, was Pegida, was AfD sei, aber es gibt, meines Wissens jedenfalls, nicht eine wirkliche Analyse davon. Es gibt halbfertige Meinungen, die immer schon da sind, und die werden jetzt bestätigt oder ergänzt.

Was hieße das für die Arbeit an einem Film?

Dass man sich Zeit nimmt, an den Ort des Geschehens geht. Man kann nicht über Pegida einen Film machen, das ist absurd. Wenn ich etwas machen würde über Pegida, müsste ich mich fragen, was ist die Wirklichkeit in diesem Land. Und dann versuchen, das anhand von Personen zu erzählen. Ich habe bei Stau gesagt, man kann nicht über Nazis einen Film machen, dabei kommt Propaganda heraus. Das Ziel eines Films ist es, Erfahrung zu machen. Diese Erfahrung kann ich an andere vermitteln. Erfahrung kann ich aber nur machen, wenn ich offen bin. Man muss begreifen, dass man genauso sein könnte wie sie. Mit Abgrenzung lässt sich nichts beginnen.

Mehr hier: https://www.freitag.de/autoren/mdell/man-braucht-zeit

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