Die Grenzen deutscher Toleranz

Margot Käßmann ist seit ihrem Rücktritt von den Ämtern als Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende nach ihrer Trunkenheitsfahrt im Jahr 2010 hauptberuflich moralische Instanz der Bundesrepublik. Natürlich hat sie auch noch andere Ämter inne, aber als moralische Instanz wird sie zu allen Themen gefragt und kann immer antworten, welche Weltsicht die richtige ist. Egal ob es um den Krieg, den Islam oder die Zuwanderung geht, Margot Käßmann hat immer die richtige, klare Antwort. Und natürlich kann die moralische Instanz aus Niedersachsen selbst Zweiflern in kurzen Worten Europa und die EU erklären. Mögen auch viele Europäer an der EU verzweifeln und in ihr mittlerweile eher einen undemokratisches Monster sehen, das die europäische Idee zerstört – Margot Käßmann richtet diese Zweifler wieder auf. Aus Anlass der Verleihung des Karlspreises an Papst Franziskus tat sie das beispielsweise jetzt im Deutschlandfunk:

Und dieses Europa … Ich muss sagen, meine Generation begeistert es, denke ich, noch immer, und diejenigen, die es jetzt schlechtreden, die auch davon reden, dass wir nicht in der Lage wären, Flüchtlinge aufzunehmen, ich denke, die gilt es anzuprangern und zu sagen, so kann Europa nicht existieren. Und ich finde, gerade die osteuropäischen Staaten, die so froh waren, dass sie mit den Kopenhagener Verträgen aufgenommen wurden 2004, sollten jetzt auch standhaft für die Freiheitsrechte Europas eintreten.

Mit einem klaren Anprangern wird man die Zweifler schon wieder auf Linie bekommen. Und überhaupt diese Osteuropäer, die haben zwar ohne Hilfe aus Brüssel ihre kommunistischen Diktaturen überwunden, aber „für die Freiheitsrechte Europas eintreten“, das sollten sie jetzt erst einmal von der moralischen Instanz aus Hannover lernen. Wir Deutschen haben es uns schließlich etwas kosten lassen, unsere Hochmoral zum europäischen Standard zu erklären:

Wir haben Milliarden ausgegeben, damit sie beitreten können, diese zehn Staaten der EU, jetzt müssen sie aber auch dazu stehen, dass sie beigetreten sind und für die Freiheit Europas mal eintreten und diese Solidarität auch ausüben.

Und was Freiheit und Solidarität sind, das definieren natürlich moralische Instanzen aus Deutschland. Wer unsere Offenheit und Ergebenheit gegenüber islamischer Besiedlung, einschließlich zunehmender Rücksichtnahme der Einheimischen auf islamische Regeln, nicht teilt, dem sagt unsere moralische Instanz ganz klar, welche Grenzen die deutsche Toleranz haben kann:

Ich finde, wenn Staaten das nicht wollen, dann können sie nicht zur Europäischen Union gehören. Weil, zur Europäischen Union gehören bedeutet auch diese Werte mitvertreten und für Menschen in Not offen und da sein.

Alle kursiv gesetzten Zitate aus: http://www.deutschlandfunk.de/karlspreis-fuer-papst-franziskus-margot-kaessmann-er-sieht.694.de.html?dram:article_id=353374

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