Anpassung der Strafkultur?

Bilal B. weiß nicht, wann er geboren ist, und vielleicht ist Bilal B. auch nicht sein richtiger Name. Er hat am Frankfurter Hauptbahnhof Koffer aus Zügen gestohlen, unter sieben verschiedenen Identitäten ist er schon vorher als Dieb und Hehler aufgefallen.

So beginnt ein empfehlenswerter Artikel von Denise Peikert in der FAZ, in dem sie beschreibt, welche Schwierigkeiten eine liberale deutsche Strafvollzugspraxis mit vielen zugewanderten Gefangenen hat, für die oft härtere Haftanstalten gesucht werden müssen, als ursprünglich vorgesehen. Zur Einstimmung zurück zu Bilal B.: Er behauptet, 20 Jahre alt zu sein, sieht aber fünf, sechs Jahre älter aus. Die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Wiesbaden, in der B. als Untersuchungsgefangener auf seinen Prozess warten sollte, hat ihn im Februar herausgeworfen. B., so die Begründung, sei aus disziplinarischen Gründen ungeeignet für ein Jugendgefängnis. Selbst, wenn er zu einer Jugendstrafe verurteilt werden sollte, werde ihn die Anstalt in Wiesbaden nicht zurücknehmen.

Bilal B. wurde vom Gefängnis in Wiesbaden in das nach Schwalmstadt verlegt, ein Ort, an dem eigentlich vor allem Mörder und Sicherungsverwahrte ihre Strafen absitzen. Zusammen mit dem Algerier wurden im Februar 17 andere junge Untersuchungsgefangene aus Wiesbaden, die meisten davon nordafrikanische Flüchtlinge, auf Gefängnisse für Erwachsene im ganzen Land verteilt. Das bestätigt das Justizministerium. „Die Lage im Umgang mit den nordafrikanischen Straftätern verschärft sich“, schrieb die Wiesbadener Gefängnisleitung zu der Aktion in einem Vermerk.

Mehr hier: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kriminelle-fluechtlinge-zu-aggressiv-fuers-jugendgefaengnis-14219680.html

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