Flüchtlingskinder vor dem Hungertod

Dort, wo es viele Flüchtlinge gibt, herrscht Not. Gemeint sind die Orte, zu denen keine Schleuser künftige Asylbewerber schaffen, weil  dort Geld zu erwarten ist, sondern wo Notleidende Schutz suchen, obwohl es kaum genug zu essen gibt. Dort könnte der Westen wirklich helfen. Mit den 100 Milliarden Euro, die allein Deutschland für Asylbewerber im eigenen Land aufwenden will, könnte man in der Nähe der Krisenregionen weitaus mehr Leben retten, als mit jedem Marineeinsatz im Mittelmeer. Nur Helfer können sich nicht so leicht und schön in Szene setzen. Aber vielleicht steigt denen, die immer größere Aufwendungen für die teure Aufnahme von Zuwanderern in Deutschland fordern, während ihnen das Schicksal der Binnenfllüchtlinge in Afrika nicht einmal einen empörten Aufschrei wert ist, beim Lesen der folgenden Meldung wenigstens die Schamesröte ins Gesicht. Es ist nur ein Beispiel von vielen: In einem Flüchtlingslager im Nordosten Nigerias sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins Sans Frontieres, MSF) binnen eines Monats fast 200 Menschen gestorben – größtenteils an Durchfall und Mangelernährung. MSF nannte die Lage im Lager Bama in einem Bericht gestern „katastrophal“. Dort sind 24.000 Flüchtlinge, davon 15.000 Kinder, untergebracht, die durch die Islamistenmiliz Boko Haram vertrieben wurden. Ein Team der MSF besuchte das 70 Kilometer westlich der Regionalhauptstadt Maiduguri gelegene Lager am Dienstag. Jedes Fünfte von mehr als 800 Kindern, die das Team untersuchte, wies Zeichen von akuter Mangelernährung auf. 16 Kinder standen kurz vor dem Hungertod. In der Nähe des Camps wurden dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr mehr als 1.200 Gräber ausgehoben, viele davon für Kinder. Die Regierung des nigerianischen Bundesstaats Borno und Hilfsorganisationen hatten gewarnt, dass wegen des Konflikts mit Boko Haram Nahrungsmittelengpässe in der Region drohen. Die UNO warnte im Mai, dass rund um den Tschad-See an der Grenze von Nigeria, Tschad, Kamerun und Niger 9,2 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittel benötigten. Seit dem Beginn des Aufstands von Boko Haram im Jahr 2009 wurden mindestens 20.000 Menschen getötet und mehr als 2,6 Millionen vertrieben. Trotz einer Schwächung der Islamisten schwelt der Konflikt weiter. Viele Flüchtlinge wagen es weiter nicht, in ihre Häuser zurückzukehren. Quelle: http://orf.at/stories/2345985/

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