Verhandeln mit Machete und Sprengstoff

Der eine Anschlag ist noch nicht verdaut, da kommt schon der nächste. Der islamistische Angriff eines jungen Afghanen in der Regionalbahn nach Würzburg ist gerade mal eine Woche her und schon von drei neuen Ereignissen überlagert. Der neunfache Mord eines jungen Deutsch-Iraners in München war wenigstens keine islamistische Tat und der Mörder auch kein „Flüchtling“. Regierungsmitglieder konnten endlich mal wieder vollmundig auftrumpfen, denn hier konnte kein noch so böswilliger „Rechtspopulist“ eine Verbindung der Mordtat zu ihrer „Flüchtlingspolitik“ herstellen. Eigentlich hatten sich die politischen Verantwortungsträger übers Wochenende gerade erst warmgelaufen. Wäre es jetzt ruhig geblieben, dann hätte es mindestens noch eine Woche lang mit Debatten über Waffenrechtsverschärfungen und die Mitschuld gewaltverherrlichender Computerspiele weitergehen können.

Doch dann zog am Sonntag ein junger syrischer Asylbewerber in Reutlingen mit einer Machete los, brachte eine Frau um und verletzte mehrere Menschen. Nur Stunden später sprengte sich in Ansbach ein Selbstmordattentäter vor dem Eingang zu einem Musikfestival in die Luft. Dass es „nur“ drei Schwerverletzte und insgesamt 12 Verletzte gab, war großes Glück. Hier blieb es wie eine Woche zuvor in Würzburg wieder allein dem bayerischen Innenminister vorbehalten, der Öffentlichkeit zu erklären, dass der Täter ein abgelehnter syrischer Asylbewerber war und ein islamistisches Motiv nicht auszuschließen sei. In Reutlingen, so teilten die dortigen Behörden mit, soll es sich hingegen um eine Beziehungstat gehandelt haben. Das hat doch dann wenigstens „nichts mit dem Islam zu tun“, auch wenn der Täter syrischer Asylbewerber war, oder?

Es hat auf jeden Fall mit einer zugewanderten Gewaltkultur zu tun. Beide Täter, der aus Reutlingen und der aus Ansbach, waren polizeibekannt, u.a. wegen verschiedenen Körperverletzungsdelikten. Spürbare Konsequenzen gab es für sie offenbar nicht. Bei dem Selbstmordattentäter aus Ansbach wird auch von früheren Selbstmordversuchen berichtet. Inwiefern dies ernsthafte Versuche waren oder ob sie eher demonstrativen Charakter hatten, um irgendeine Forderung durchzusetzen, wie es manche Asylbewerber tun, ist gegenwärtig noch nicht bekannt.

Aber es zeigt sich nun immer stärker, dass schon durch die kaum beherrschbare Größe der zeitweise völlig unkontrollierten Zuwanderung eine neue Gewaltkultur Einzug halten konnte, weil deren Ausbreitung niemand mit Bordmitteln zu verhindern vermag. Natürlich sind notorische Gewalttäter auch unter Asylbewerbern eine Minderheit, doch bei Zuwanderung in Millionenstärke kann selbst eine kleine Minderheit schnell eine gefährliche Größe erreichen.

Bislang konnten viele Einheimische diese Gewalt noch problemlos ignorieren. Die schlimmsten Massenschlägereien gab es meist unter Zuwanderergruppen und oft in den Asylbewerbereinrichtungen. Auch die Gewalttaten gegen vermeintliche „Ungläubige“ oder wegen „unislamischen Verhaltens“ betrafen bisher zumeist andere Asylbewerber und nur selten die Einheimischen. Dass seit Anfang letzten Jahres bestimmt mehr als 30 Asylbewerber in Deutschland getötet wurden, blieb von der deutschen Öffentlichkeit jedenfalls weitgehend unbemerkt, denn die Täter waren ebenfalls Zuwanderer. Aufmerksamkeit und Anteilnahme gönnt die deutsche Gesellschaft umgebrachten Zuwanderern eigentlich nur, wenn als Tatverdächtige rechts motivierte Landsleute in Frage kommen.

Diese Gewalt verlässt nun nach und nach das Reservat der Asylbewerberunterkünfte. Jetzt wird auch auf deutschen Straßen und in Zügen mit Äxten, Macheten, Messern und Bomben zugeschlagen – mal im Namen des Propheten, mal im Zeichen der verletzten Ehre, aber immer lebensgefährlich. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hatte es uns schon im September 2015 angekündigt: „Wir stehen vor einem fundamentalen Wandel. Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein. Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden. Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten. Eine Einwanderungsgesellschaft zu sein heißt, dass sich nicht nur die Menschen, die zu uns kommen, integrieren müssen. Alle müssen sich darauf einlassen und die Veränderungen annehmen.“1

Hat Frau Özoguz nicht recht behalten? Es ist gerade schmerzhaft und anstrengend. Unser Zusammenleben wird gerade täglich überraschend neu gestaltet und beim Aushandeln der neuen Regeln verhandeln manche eben mit Machete, Axt und Sprengstoff. Welches Argument uns die Integrationsbeauftragte wohl im Gegenzug empfiehlt? Versuchen wir doch, sie richtig zu verstehen. Wir sollen, wie Genossin Özoguz, die Chancen statt der Schwierigkeiten erkennen und die Veränderungen annehmen. Das ist gar nicht so schwer und nicht einmal teuer: Macheten sind bei e-bay schon für weniger als sieben Euro zu haben.2

2 Für Leser die zu Missverständnissen neigen sei angemerkt, dass es sich um eine ironische Bemerkung handelt und mitnichten eine Aufforderung darstellt, sich mit Macheten zu bewaffnen.

6 Kommentare

  1. Emmanuel Precht

    In der Zweiten Deutschen Staatsfunke schwurbelte der Nachrichtenverkünder soeben über den „selbstmordgefährdeten Selbstmordattentäter“.

    Das ist keine Realsatire mehr, das ist würg-liche Groteske.

    Wohlan…

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  2. Mutti ist die Bestie

    In die Reihe der Äußerungen einer Frau Özoguz und anderer Ideologen, welche die deutsche Bevölkerung verbal auf ihre Liquidierung vorbereiten, darf nicht der Beitrag der ARD-Tagesthemen fehlen (zitiert nach Hendryk M.Broder aus der Züricher Weltwoche):

    „Wir müssen lernen, mit dieser Art von Lebensgefahr umzugehen, die letztlich viel geringer bleibt, als die Gefahr von tödlichen Verkehrsunfällen“.

    Ja, ja – so treu ist er eben, der deutsche Michel, widerspruchslos folgt er seinem|r Führer|in bis in den Tod!

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  3. Uferschwalbe

    Wir sind nun also eine Einwanderungsgesellschaft!
    Wir haben ja auch eine Integrationsbeauftragte, die man wohl braucht um die Einwanderern zu helfen und Gegner der Einwanderung zu bekämpfen.
    Fehlt eigentlich nur noch der demokratische Beschluss, das wir ein Einwanderungsland sein wollen.

    Bislang verkauft man es über Fachkräftemangel,Asylrecht und Hilfe für Kriegs-Flüchtlinge.
    Das Asylrecht ist längst ausgesetzt, weil man es ja vorrangig nur bei Einreise anwendet, aber die zweite Hälfte die nicht so nett ist, nicht umsetzen mag.
    Ich halte es schlicht für lächerlich, das noch als deutsches Asylrecht zu verkaufen, wenn man es eben nicht ganz umsetzt.
    Ein Rechtsstaat der seine Gesetze nicht umsetzt,…. ist bitte was?
    Duldung….nennt man das dann und zahlt trotzdem weiter, bis der Geduldete handelt.

    Fachkräftemangel ist eine Sache der Marktwirtschaft, herrscht Mangel, zahlt man bessere Löhne oder bildet selbst Fachkräfte aus.
    Will man das nicht, ruft man laut nach staatlicher Hilfe, wobei das Geschrei nach (billigen) Fachkräften, mich nun schon mein ganzes Leben begleitet, so trägt dann die Allgemeinheit diese Kosten.
    Mir sträuben sich immer die Haare, wenn ich das Wort Fachkräftemangel höre und dann viele „gesuchte“ Fachkräfte, als Taxifahrer oder Praktikanten arbeiten.
    Kein Wunder das die unteren Löhne kaum reichen, ohne Unterstützung der Allgemeinheit eine Familie zu gründen.
    Kaum boxte man einen geringen Mindestlohn durch, kam die Flüchtlingskrise.
    Ein Schelm wer dabei böses denkt.

    Die oft wirklichen Fachkräfte gehen ja nicht selten bald ins Ausland, weil dort besser gezahlt wird, sie sind halt für das internationale Leben bestens vorbereitet worden, auf Kosten der deutschen Allgemeinheit. Es sind wahre Weltbürger und wenn Sie doch hier bleiben, erwarten sie, das der Rest der Deutschen sich eben auch als Weltbürger versteht.

    Ja, wir brauchen Einwanderung, nein besser, viele wollen Einwanderung.
    Das könnte das Rentenproblem lösen, die Wirtschaft in Schwung halten und sichert durch Nachfrage die Preise im Wohnungsmarkt, die sonst bald fallen würden.
    Es gibt viele Gründe Einwanderung zu begrüßen und mögliche Risiken in Kauf zu nehmen, vor allem wenn man genug Geld hat sich dem zur Not zu entziehen.
    Denn das ist halt nur ein Experiment, was auch ganz anders enden kann.

    Ohne Frage wird es auch Menschen geben die das aus Selbstlosigkeit unterstützen.
    Diese Menschen wären auch bereit selbst, viel Zeit und Geld zu opfern.

    Es wäre also gut, wenn einige Ihre Gier zügeln würden.
    Einige Politiker sich einmal mit der deutschen Zukunft und weniger der nächsten Wahl beschäftigen, Sie haben Verantwortung für Deutschland und sollten weniger auf das Wohl Ihrer Partei achten.
    Rechte sollten nicht gegen die unschuldigen Einwanderer hetzen und Weltverbesserer nicht zu tief in Träumereien von Weltfrieden verfallen, die Elite aber durchaus auch mal national-verantwortlich denken.
    Aber nun träume Ich,…so werden sie nicht handeln.

    Sucht die Schuld bei uns, in einer Demokratie bekommen wir das was wir verdienen.
    Für Demokratie braucht es denkende verantwortliche Wähler, aber auch Rücksicht auf die Meinung der Anderen, welche überstimmt werden.
    Demokratie ohne diesen Gemeinsinn ist eine Diktatur der Mehrheit.
    So funktioniert eine gesunde Demokratie eben nicht, auch wenn viele das denken.

    Rücksichtsloses Demokratieverständnis kann auch gefährliche Konflikte verursachen.

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    1. Karl Schurz

      Warum nicht ein Einwanderungsland? Sind USA und Australien auch. Aber mit starken Regeln und genauen Vorstellungen darüber, wer erwünscht ist und wer nicht. Dazu können sich die halbgebildeten Kopfnicker in Berlin nicht durchringen. Denn dies erfordert Standfestigkeit, Prinzipien und Tugenden, die in Berlin vermutlich in diesen Kreisen als karrierehinderlich verortet werden.

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  4. R. H.

    Es geht ja nicht nur um lebensbedrohende Ereignisse, es geht auch darum, daß zivilisierte Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich sind. Für uns waren sie das, aber nicht für die, denen der „Firnis der Zivilisation“ (so der Denker J. Augstein) nicht abhandengekommen ist, sondern die ihn offenbar nie hatten. Oder kann sich jemand erinnern, daß es nötig war, in Schwimmbädern Piktogramme aufzuhängen, daß das „Betatschen mit den Pfoten verboten“ ist? Natürlich gab es auch schon vorher bei uns Grapscher, Spanner und Exhibitionisten, allerdings sind sie nicht rudelweise aufgetreten, und wenn sie erwischt wurden, haben sie sich eher aus dem Staub gemacht, als noch den „Herrenmenschen“ zu spielen.
    Nicht nur dieses Beispiel steht für unsere Zivilisation, es gibt unendlich mehr, die für uns so selbstverständlich waren, daß sie das Zusammenleben erleichtert haben. Diese zivilisatorischen Gepflogenheiten sind aber das Ergebnis jahrhundertelanger Prozesse.

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  5. Coder

    “ Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden.“ Ähh nein, ich habe eher das Gefühl, dass es hier schlicht um‘ s ÜBERLEBEN geht und zwar um‘ s nackte. Mal davon abgesehen wollen wir wirklich mit solchen Typen zusammenleben? Wenn ja wie? Wer zuerst zuschlägt hat gewonnen – zumindest bis der nächste Assi das Zusammenleben wieder neu aushandeln will und dann der nächste und dann der nächste. Da wird der Gang zur nächsten Dönerbude leicht zu einer Mortal-Kombat-Action-Serie und darauf kann ich ehrlich gesagt gut verzichten.

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