„Das sind keine Puppen, das sind Menschen“

Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter gehört eher zu den Islamkritikern und ist kein unbedingter Vertreter der Willkommenskultur. Also fragt der Interviewer im Deutschlandfunk natürlich nach: „Der Islamismus ist der Faschismus des 21. Jahrhunderts, das haben Sie einmal gesagt. Ist es da nicht die Pflicht, allen Menschen Schutz zu gewähren, die davor fliehen?“ Und Winters Antwort:

Ja, das ist das Dilemma. Und dann müssen wir in Kategorien denken und wir hassen es natürlich, in Kategorien zu denken, das erinnert uns an dunkle Zeiten im vergangenen Jahrhundert. Die einen wohl, die anderen nicht, weil wir dann eine Selektion machen müssen. Und das sind schreckliche, schreckliche Sachen. Denn es sind natürlich nicht alle Flüchtlinge und es gibt sogar Flüchtlinge, auch echte Flüchtlinge, die ebenso radikal denken wie die Leute, die sie hinter sich gelassen haben. Also, es ist nicht einfach, es ist sehr komplex.

Frage: Sie sind in diesen Tagen in einem Land zu Gast, in dem die Kanzlerin gesagt hat, der berühmte Satz: Wir schaffen das. Ist das falscher Optimismus aus einer Perspektive …

Winter: Kein Land schafft es, wenn man Hunderttausende von jungen, unverheirateten Männern zulässt. Jedes Land kann nur scheitern bei so was. Kein Land ist imstande, so vielen Menschen eine Zukunft zu bieten, eine moderne Perspektive auf Bürgersinn, Bürgerschaft ihnen zu geben, etwas zu unterrichten, was damit zusammenhängt. Denken Sie mal an Sexualität: Das sind keine Roboter, diese Männer, das sind keine Puppen, das sind Menschen mit echten Bedürfnissen, mit echten Trieben. Was machen wir damit? Das verneinen? Das hat unsere Kanzlerin gemacht – denn für mich ist sie auch so eine Art unsere Kanzlerin, ich sage auch „unsere Kanzlerin“ –, wir haben nicht Hunderttausende von Priestern, die im Zölibat leben, aus Syrien empfangen. Nein, das führt zu ziemlich komplizierten Inzidenten, die wir alle hassen. Wenn man nicht darüber nachdenkt, dann hat man etwas nicht gut gemacht und wirklich, wirklich Fehler gemacht. Und das hat Frau Merkel, die ich sehr bewundere, wirklich, sie hat leider diese Fehler gemacht.

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