Neue Altlast als Sportfunktionär

Ulrich Wehling, Ein DDR-Sportheld, als Dreifacher Olympiasieger in der Nordischen Kombination, danach ein Spitzenfunktionär des DDR-Skiverbandes, der Repressionen gegen Trainer und Sportler mittrug, die sich weigerten zu dopen. Kann so jemand Geschäftsführer des Thüringer Skiverbands werden? Ein Vorbild für junge Sportler sein? Und für einen glaubwürdigen Anti-Doping-Kampf im Thüringer Sport stehen? Klares Nein, sagt Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses Dagmar Freitag von der SPD: „Ohne sich unmissverständlich und öffentlich von dem früheren DDR-System losgesagt zu haben, sehe ich bei Herrn Wehling wirklich keine besondere Eignung, eine strikte Ächtung des Dopings heutzutage glaubwürdig zu vertreten.“

Darüber berichtet Thomas Purschke im Deutschlandfunk, dessen Beitrag wir hier zum Nachhören empfehlen wollen. Noch ein paar Zeilen zur Einstimmung? Bitte:

Bis heute – nahezu 27 Jahre nach dem Mauerfall – hat sich Wehling bei den Betroffenen, wie dem couragierten einstigen Langlauf-Trainer Henner Misersky, nicht entschuldigt. Und nun soll ausgerechnet er in Oberhof das Sagen haben. Das bringt Sportpolitikerin Freitag auf die Palme: „Die Personalentscheidung des Thüringer Skiverbandes ist für mich nicht nachvollziehbar. Schließlich kehrt damit einmal mehr ein belasteter DDR-Funktionär in eine wirklich wichtige sportpolitische Funktion zurück und dass, ohne sich zumindest von seinen früheren Verfehlungen distanziert zu haben. Und besonders erschütternd ist natürlich auch, dass die Personalie Wehling ja bei Weitem nicht die einzige wirklich fragwürdige Entscheidung im Sport auf Landesebene in Thüringen ist.“

Weiter hier: http://www.deutschlandfunk.de/ex-ddr-funktionaer-verpflichtung-von-wehling-sorgt-fuer.1346.de.html

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