Hass als Mitbringsel

Pfarrer Andreas Knapp ist im Hauptberuf katholischer Gefängnisseelsorger und er gehört der Ordensgemeinschaft der Kleinen Brüder vom Evangelium an. Mit einigen Brüdern hat er sich vor einiger Zeit im Leipziger Stadtteil Grünau niedergelassen. Hinter dem schönen Namen, der grüne Auen verheißt, verbirgt sich dort allerdings ein nicht gerade gut beleumundeter Stadtteil. Es gab dort Wohnungsleerstand, was bedeutete, dass nach der Zuwanderung in Millionenzahl verstärkt Asylbewerber in die leerstehenden Quartiere zogen. Pfarrer Knapp kümmerte sich um die Zuwanderer, die auch er – ganz politisch korrekt – alle pauschal als „Flüchtlinge“ bezeichnet, unabhängig davon, ob sie tatsächlich vor Krieg, Gewalt und Verfolgung geflüchtet sind oder ob sie eher zu den Glücksrittern gehören, die das leichtere Leben und die sichere Alimentierung lockt.

Auch in Leipzig-Grünau sind die Mehrheit der Zuwanderer Muslime, nur eine Minderheit sind Christen oder andere „Ungläubige“. Knapp, obwohl Pfarrer, will die Glaubensbrüder eigentlich nicht bevorzugen. Doch auch er erlebt, dass sich die Verfolgung der Christen hier fortsetzt. Christliche Flüchtlinge sind keineswegs in Sicherheit, weil einige ihrer Verfolger gleich mit einwandern durften. Und deren Geist tragen die Kinder etlicher muslimischer Zuwanderer weiter, auch an die deutschen Schulen, wie Pfarrer Knapp beobachtet hat:

„Ja, es gab Probleme hier an einer Schule in unserem Stadtviertel. Dort waren eben christliche und muslimische Kinder, die relativ neu in Deutschland waren, in Integrationsklassen. Die muslimischen Kinder haben eben gerade einen christlichen Jungen immer gehänselt. Der hatte ein Kreuz umhängen. Wahrscheinlich haben sie eben aus ihrer Heimat Respektlosigkeit, vielleicht sogar Hass gegen Christen mitbekommen. Der Junge hat sich mit seinem Lehrer unterhalten, aber der hat dann nicht eingegriffen, und wir haben dann eine Lösung gefunden, dass der Junge die Schule gewechselt hat.“

Andreas Knapp – so erzählt er dem Deutschlandradio – hatte im Auftrag der Familie mit dem Lehrer über das Mobbing gesprochen. Er sieht natürlich, dass es ein fatales Zeichen ist, wenn das Opfer, also der christliche Schüler, gehen muss, während die muslimischen Jungs scheinbar obsiegen, was die Überlegenheitsideologie, mit der viele von ihnen aufwachsen, noch bestärkt.

Eine Reporterin des Deutschlandradio hat Knapp auch beim Besuch einer christlichen syrischen Familie begleitet, die jetzt in Leipzig-Grünau lebt. Die berichtet:

Im Wohnzimmer hängen ein Jesus-Bild und ein Kreuz, steht eine Marienfigur. Der Vater ist noch auf der Arbeit – als Packer am Fließband. Bei der Jobsuche hatte Andreas Knapp ihn unterstützt. Die Frau spricht gebrochen Deutsch. Das elfjährige Mädchen und der dreizehnjährige Junge können sich gut verständigen. Er erzählt, was er in einer Flüchtlingsunterkunft in Sachsen erlebt hat:

„Da gab’s halt viele Kinder, die alle Muslime waren. Und ich war der einzige Christ. Wenn ich zu denen gehe und sage: Lasst mal Fußball spielen, sagten sie: Nein, du bist Christ! Dann beleidigen sie mich, weil ich Schweinefleisch esse. Und dann gab’s auch ein paar Schlägereien zwischen uns, weil ich Christ bin, und die haben mich bedroht und so was. Auch in Leipzig, in meiner alten Schule, da haben mich manche Kinder beleidigt, weil ich Christ bin.“

Alle Zitate aus: http://www.deutschlandradiokultur.de/fluechtlinge-in-leipzig-muslime-mobben-christen.1278.de.mhtml?dram:article_id=372480

Literaturhinweis:

Pfarrer Knapp hat selbst auch im Irak die letzten orientalischen Christen besucht und sich mit ihrer Geschichte beschäftigt. Daraus ist jüngst dieses Buch entstanden:

Andreas Knapp: Die letzten Christen. Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten
Adeo-Verlag 2016
240 Seiten,17,99 EUR.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.