Machtwechsel zum Nachdenken

Wenn ein in einem bislang autoritär regierten Land der Oppositionskandidat klar die Präsidentschaftswahl gewinnt und der Amtsinhaber sogar seine Niederlage einräumt, dann kann man das ja eigentlich nicht genug würdigen. In Gambia konnte Adama Barrow nach offiziellen Angaben 45,5 Prozent der abgegebenen Stimmen gewinnen. Der seit 22 Jahren autoritär regierende Amtsinhaber Jammeh, der demnach 36,6 Prozent auf sich vereinen konnte, räumte seine Niederlage ein. Wahlsieger Barrow sagte in einer ersten Reaktion, er wolle für ein neues Gambia arbeiten.

Eines seiner Wahlversprechen klingt immerhin hoffnungsvoll: Er kündigte an, im Falle eines Wahlsieges alle politischen Gefangenen freizulassen. Zudem versprach er große Investitionen in die Landwirtschaft des verarmten Landes. Die 1,9 Millionen Einwohner Gambias leben mehrheitlich von der Landwirtschaft, Hauptexport sind Erdnüsse.

Über den Wahlsieger ist wenig bekannt. Barrow, Jahrgang 1965, habe in den frühen 2000ern für einige Jahre Immobilienmanagement in London studiert, heißt es. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Sein Studium hatte er mit einem Job als Wachmann finanziert. Nach seinem Abschluss kehrte er nach Gambia zurück und gründete 2006 seine eigene Immobilienfirma. Er ist Muslim, verheiratet mit zwei Frauen und hat fünf Kinder. Ob er nun ein Musterdemokrat ist wird sich erst zeigen. Versprochen hat er Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das konkrete Versprechen, politische Häftlinge zu entlassen, könnte ein Zeichen für ein Ende politischer Repression sein. Das wäre doch vielleicht ein Anlass, die vielen im letzten Jahr aus Gambia eingereisten Asylbewerber jetzt zu ermutigen, mit am Neuanfang in der Heimat zu arbeiten und sie auch bei der Heimkehr tatkräftig zu unterstützen.

Quellen: http://www.deutschlandfunk.de/gambia-kandidat-der-opposition-gewinnt-praesidentschaftswahl.447.de.html?drn:news_id=684463 und http://www.tt.com/home/12335550-91/adama-barrow—vom-polit-neuling-zum-pr%C3%A4sidenten.csp

 

 

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