Berliner Terror-Erfahrungen

In den meisten Reaktionen auf den Berliner Weihnachtsmarktanschlag vermittelt sich ja der Eindruck, als sei etwas vollkommen Neues über die Stadt hereingebrochen.  Zwar gab es die aktuelle Konstellation des islamistischen Terrors mit einem ihn inspirierenden „Islamischen Staat“ bis dato noch nicht, aber mit Terroranschlägen hat Berlin in den letzten Jahrzehnten schon ein paar Erfahrungen sammeln müssen. Das wird nach einiger Zeit nur gern vergessen. Der Tagesspiegel erinnert heute daran, zum Beispiel an den Sprengstoffanschlag auf das jüdische Restaurant „Mifgash Israel“ am 15. Januar 1982:

14 Personen wurden zum Teil schwer verletzt, darunter ein 14 Monate altes Mädchen, das wenige Tage später starb. Gesucht wurde danach eine „orientalisch aussehende“ Frau, die die Bombe vor einer Heizung abgestellt haben sollte, auch bekannte sich die palästinensische Terrororganisation „15. Mai“ zum Anschlag, der nie aufgeklärt wurde. […]

Der nächste Anschlag folgte nur anderthalb Jahre später: Am 25. August 1983 detonierte eine Bombe im Maison de France am Kurfürstendamm, die das Gebäude teilweise zum Einsturz brachte. Ein 26-jähriger Mann, der dort ein Protestschreiben gegen französische Atomversuche übergeben wollte, starb. 23 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. […] Wie die Ermittlungen erst viele Jahre später, nach dem Fall der Mauer, ergaben, stand dahinter der international aktive Terrorist Ilich Ramírez Sánchez alias Carlos. Mithilfe der Stasi geplant hatte die Tat der dann zu lebenslänglicher Haft verurteilte Johannes Weinreich.

Der vor dem aktuellen Anschlag am Breitscheidplatz folgenreichste Terrorakt in Berlin zerstörte am 5. April 1986 die Diskothek „La Belle“ in der Hauptstraße 78 in Friedenau. Die Bombe, die dort explodierte, galt den vielen US-Soldaten, für die das Lokal ein beliebter Freizeittreffpunkt war. Drei Besucher, zwei Soldaten und eine Türkin, starben bei dem Attentat, 230 wurden verletzt. Diesmal stand das libysche „Volksbüro“ in Ost-Berlin hinter dem Anschlag – wieder unterstützt durch die Stasi; was wiederum erst nach dem Mauerfall bekannt wurde.[…]

Vier Tote forderte der im Auftrag des iranischen Geheimdienstes ausgeführte Mordanschlag an vier kurdischen Oppositionellen, die am 17. November 1992 im Lokal „Mykonos“ in der Prager Straße in Wilmersdorf regelrecht hingerichtet wurden.

Den ganzen Artikel finden Sie hier: http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-dem-anschlag-vom-breitscheidplatz-berlin-war-schon-mehrfach-ziel-von-terroranschlaegen/19158346.html

1 Kommentar

  1. R. H.

    Gut, daß Sie daran erinnern. Ich hatte es alles vergessen, aber nun dämmert es mir wieder …

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.